Stillstudie: Gebildete Mütter stillen durchschnittlich häufiger

Sebastian
Stillstudie: Mütter mit höherem Bildungsstand stillen häufiger
Stillen stärkt nicht nur die Bindung zwischen Mutter und Kind, die Muttermilch schützt das Baby auch vor Allergien und Infektionskrankheiten. Frauenärzte und Hebammen raten deshalb Müttern dazu, ihr Kind zu stillen. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum Stillverhalten in Deutschland, die auf Daten der Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit (KiGGS) basiert, zeigt, dass etwa die Hälfte der Babys, die in den ersten vier Monaten ausschließlich gestillt wurden, eine Mutter mit höherem Bildungsstand hat. Nur jedes fünfte Baby aus dieser Gruppe hat eine Mutter mit geringerer Bildung.

Stillbereitschaft ist in Deutschland gestiegen
Stillen bietet viele Vorteile: Das Kind wird durch die Muttermilch optimal mit allen wichtigen Nährstoffen, Flüssigkeit und Substanzen zur Entwicklung des Immunsystems versorgt. „Stillen trägt somit zum gesunden Heranwachsen und zur Vorbeugung verschiedener Erkrankungen bei. So haben gestillte gegenüber nicht gestillten Kindern ein geringeres Risiko für Infektionskrankheiten, vor allem Infekten der Atemwege, des Harnwegs und Mittelohrentzündungen, sowie für Asthma, Allergien und Adipositas“, heißt es in der RKI-Studie.

(Bild: cicisbeo – fotolia)

Insgesamt hat die Stillbereitschaft in Deutschland zugenommen. Während die Stillrate bei den Geburtsjahrgängen 1986 bis 2006 noch bei 78 Prozent lag, stieg sie bei den Kindern zwischen null und sechs Jahren, die zwischen 2002 bis 2012 geboren wurden, auf 82 Prozent. Eine weitere Kernaussage der Stillstudie: „Kinder von Müttern mit einfacher Bildung wurden signifikant seltener sowie kürzer gestillt als Kinder von Müttern mit mittlerer oder hoher Bildung.“

Mädchen werden häufiger gestillt als Jungen
Darüber hinaus zeigen sich beim Geschlecht der Kinder Unterschiede. So werden 36,5 Prozent der Mädchen mindestens vier Monate lang voll gestillt, aber nur 31,7 Prozent der Jungen. „Da sich die Stillbereitschaft bereits während der Schwangerschaft entwickelt, sollte die Stillförderung vor der Geburt beginnen und nach der Geburt fortgesetzt werden“, zitiert die Nachrichtenagentur „dpa“ das RKI. Hebammen, Geburtskliniken und Ärzte sollten Mütter mit geringem Bildungsstand dabei besonders unterstützen.

Laut Empfehlung der Nationalen Stillkommission sollten Säuglinge mindestens vier Monate lang voll gestillt werden. Trotz der aktuellen Diskussion um Glyphosat-Rückstände bleibe Muttermilch die beste Ernährung von Säuglingen, erklärte der Berufsverband Frauenärzte gegenüber der Nachrichtenagentur. „Die Vorteile des Stillens überwiegen die Nachteile bei Weitem“, betonte Verbandspräsident Christian Albring. (ag)