Stimmt es wirklich, dass Händewaschen ohne Seife sinnlos ist?

Der beste Schutz vor Infektionen: Richtiges und regelmäßiges Händewaschen. Bild: Alexander Raths - fotolia
Sebastian
Hygiene: Bringt Händewaschen ohne Seife wirklich nichts?
Gesundheitsexperten heben immer wieder hervor: Händewaschen ist die wichtigste Hygieneregel überhaupt. Doch obwohl es für jeden Menschen zum Alltag gehört, ranken sich so manche Mythen und Legenden darum. Manche meinen, es bringt nichts, sich die Hände zu waschen, wenn man keine Seife verwendet. Stimmt das?
Schutz vor Infektionskrankheiten
Egal ob beim Naseputzen, beim Toilettengang, beim Streicheln eines Tieres oder bei der Zubereitung von rohem Fleisch: Die Hände kommen jeden Tag mit Keimen in Kontakt und können dann beim Händeschütteln oder über gemeinsam benutzte Gegenstände leicht auf andere übertragen werden. Die Hände sind Gesundheitsexperten zufolge die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Daher ist Händewaschen ein wichtiger Beitrag zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Darüber, wie man das richtig macht, ranken sich verschiedene Mythen und Legenden. So denken manche Menschen, dass es eh nichts bringt, wenn man sich die Hände ohne Seife wäscht und machen sich daher keine Gedanken, wenn mal wieder keine Seife da ist. Stimmt das aber wirklich?

Der beste Schutz vor Infektionen: Richtiges und regelmäßiges Händewaschen. Bild: Alexander Raths - fotolia
Der beste Schutz vor Infektionen: Richtiges und regelmäßiges Händewaschen. Bild: Alexander Raths – fotolia

Mit Seife ist besser
Die richtige Antwort darauf lautet: Nein! „Auch mit reinem Wasser spült man Schmutz und einige Erreger von den Händen ab“, erklärte Andrea Rückle von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Es sei jedoch deutlich effektiver, wenn Seife benutzt wird. „Sie löst Schmutz und Mikroben besser von der Haut ab als Wasser allein“, so die Expertin. Auf spezielle Produkte muss man anderen Fachleuten zufolge nicht zurückgreifen. So werden antibakterielle Seifen als nicht effizient und manchmal sogar schädlicher eingeordnet. Die Verwendung von Seife hat noch einen weiteren Vorteil: Wird sie benutzt, reibt man sich die Hände in der Regel besser ein und wäscht sie gründlicher ab. Dadurch werden laut Rückle Keime eher beseitigt.

Lange genug Hände waschen
Eine wichtige Rolle beim Händewaschen spielt auch die Länge: Hält man die Finger nur kurz unter den Wasserstrahl, erreicht man kaum etwas und behält die meisten Erreger auf der Handfläche. Das Händewaschen sollte mindestens 20 Sekunden dauern. Hier kann ein Lied behilflich sein. Das Kinderhilfswerk Unicef hatte einst Kindern empfohlen, zweimal Happy Birthday beim Händewaschen zu singen. Dies sei die optimale Dauer, um die meisten gefährlichen Bakterien und Viren zu entfernen. Der Rat für Kinder ist auch für Erwachsene nicht verkehrt. Wie Rückle weiter erläuterte, ist die Temperatur des Wassers nicht relevant. Egal ob es kälter oder wärmer ist: Mikroben werden dadurch nicht besser oder schlechter entfernt. (ad)

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