Strahlentherapien bei älteren Patienten mit Lungenkrebs eher nutzlos

Lungenkrebs ist schwer frühzeitig zu erkennen. Wird diese Form von Krebs zu spät erkannt, hat sie sich oft schon bis in das Gehirn ausgebreitet. Dann setzen Ärzte häufig eine Strahlentherapie ein, um die Erkrankung zu behandeln. Experten raten aber jetzt davon ab älteren Menschen dieser Art der Therapie zu unterziehen. (Bild: liukovmaksym/fotolia.com)
Alexander Stindt
Vorteile einer Strahlentherapie bei älteren Menschen sind zu gering
Lungenkrebs ist leider heutzutage eine sehr weit verbreitete Krebserkrankung. Die Krankheit wird meist erst sehr spät festgestellt. Wenn sich der Krebs auf das Gehirn ausgebreitet hat, erfolgt oft eine sogenannte Strahlentherapie. Diese potenziell schädliche Behandlungsform sollte den Betroffenen allerdings erspart werden, stellten jetzt Forscher fest. Die Strahlentherapie zeige kaum positiven Auswirkungen auf die Lebenserwartung oder die Lebensqualität der Erkrankten mit dieser Krebsform.

Die Wissenschaftler der University of Queensland stellten jetzt bei einer Untersuchung fest, dass ältere Patienten mit Lungenkrebs keine effektiven Verbesserungen der Krankheit durch eine Strahlentherapie erfahren. Somit könnte vielen Betroffenen diese Form der Behandlung erspart bleiben. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „The Lancet“.

Lungenkrebs ist schwer frühzeitig zu erkennen. Wird diese Form von Krebs zu spät erkannt, hat sie sich oft schon bis in das Gehirn ausgebreitet. Dann setzen Ärzte häufig eine Strahlentherapie ein, um die Erkrankung zu behandeln. Experten raten aber jetzt davon ab, ältere Menschen dieser Art der Therapie zu unterziehen. (Bild: liukovmaksym/fotolia.com)
Lungenkrebs ist schwer frühzeitig zu erkennen. Wird diese Form von Krebs zu spät erkannt, hat sie sich oft schon bis in das Gehirn ausgebreitet. Dann setzen Ärzte häufig eine Strahlentherapie ein, um die Erkrankung zu behandeln. Experten raten aber jetzt davon ab, ältere Menschen dieser Art der Therapie zu unterziehen. (Bild: liukovmaksym/fotolia.com)

Viele Menschen leiden an Lungenkrebs ohne es überhaupt zu wissen
Lungenkrebs ist eine schreckliche Erkrankung. Etwa jede dritte Krebserkrankung in Deutschland betrifft Lungenkrebs. Meist wird die Krankheit leider zu spät festgestellt und die Folge ist nicht selten der Tod der Betroffenen. Wissenschaftler fanden bei einer anderen Studie heraus, dass allein in Großbritannien mehr als eine Million Menschen Lungenkrebs haben ohne davon zu wissen. Bei älteren Patienten mit Lungenkrebs wird oft eine Strahlentherapie (WBRT) genutzt, um sich bereits ausgebreiteten Krebs im Gehirn der Erkrankten zu behandeln.

Was ist NSCLC?
Ein sogenanntes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom wird auch als NSCLC bezeichnet. Darunter versteht man ein Bronchialkarzinom, welches bei einer mikroskopischen Betrachtung aus größeren Zellen besteht. Zur Behandlung wird primär eine Operation zur Tumorentfernung eingesetzt. Andere Optionen zur Behandlung sind eine Chemotherapie und Strahlentherapie (WBRT).

Strahlentherapie bringt kaum Vorteile hat aber viele Nebenwirkungen
Eine WBRT-Strahlentherapie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) wirkt sich nicht auf die Lebensdauer oder die Lebensqualität von Menschen über 60 Jahren aus, sagen die Mediziner. WBRT wird aber weiterhin zur sogenannten Tumor-Kontrolle verwendet. Die WBRT-Behandlung hat erhebliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Haarausfall und Übelkeit, erläutern die Autoren. Außerdem können durch die Toxizität die kognitiven Funktionen des Gedächtnis geschädigt werden.

Nebenwirkungen einer Strahlentherapie
Patienten, die eine WBRT-Behandlung erhielten, lebten nur etwa fünf Tage länger als Patienten, deren Symptome durch Pflege und Steroide behandelt wurden, sagen die Experten. Die Unterschiede waren nur sehr gering und Patienten einer WBRT-Behandlung mussten schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen durchleben. Diese Form der Behandlung führte beispielsweise zu Schläfrigkeit, Haarausfall, Übelkeit und juckender trockener Kopfhaut.

Studie untersucht mehr als 500 Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs
Die klinische Studie untersuchte mehr als 500 Probanden. Die Teilnehmer hatten ein durchschnittliches Alter von 66 Jahren und stammten aus Australien und dem Vereinigten Königreich. Alle Probanden litten an fortgeschrittenem Lungenkrebs

Lebenserwartung bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs ist sehr schlecht
Schätzungsweise werden dieses Jahr 12.200 neue Fälle von Lungenkrebs alleine in Australien diagnostiziert. Und fast ein Drittel aller nicht-kleinzelligen Krebserkrankungen wird sich schließlich bis auf das Gehirn ausbreiten, mutmaßen die Autoren. Die Prognose für betroffene Patienten sei sehr schlecht und die Lebenserwartung habe sich seit den 1980er Jahren leider kaum verbessert, fügen die Mediziner hinzu. Gerade viele Frauen versterben an Lungenkrebs. Insgesamt gibt es durch Lungenkrebs mehr weibliche Todesopfer als durch Brustkrebs.

Rauchen, Weißbrot und Cornflakes erhöhen das Risiko für Lungenkrebs
Die Entstehungsgründe für Lungenkrebs sind vielfältig. Bekannt ist natürlich, dass Rauchen zu einem erheblich höheren Risiko führt. Aber auch bei Ex-Rauchern ist das Lungenkrebsrisiko noch lange Zeit sehr hoch. Weniger bekannt ist, dass Weißbrot, Cornflakes und Puffreis ebenfalls das Risiko für Lungenkrebs signifikant erhöhen.

Was sind die ersten Anzeichen für Lungenkrebs?
Ein Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) äußert sich ganz unterschiedlich. Der heranwachsende Tumor bewirkt besonders Symptome in der Lunge. Allerdings können auch andere gesundheitliche Beschwerden im Körper durch die Erkrankung ausgelöst werden, sagen die Experten. Das erste Anzeichen für Lungenkrebs ist meist Husten. Dieser kann natürlich auch durch andere Krankheiten entstehen, wie beispielsweise eine normale Erkältung. Des Weiteren tritt eine Leistungsminderung bei den Betroffenen auf. Erkrankte fühlen sich oft matt und leiden oft zusätzlich an Fieber, erläutern die Mediziner. Es ist sehr wichtig Lungenkrebs schnell zu entdecken. Aus diesem Grund entwickeln Experten einen neuen Bluttest, der Lungenkrebs rechtzeitig erkennen kann.

Was passiert, wenn der Tumor aus der Lunge heranwächst?
Wenn der Tumor weiter in unserer Lunge heranwächst, entstehen dadurch zusätzliche Symptome, sagen die Wissenschaftler. Zu diesen gehören beispielsweise langwierige Hustenattacken. Diese dauern bis zu drei Wochen lang an und können nicht durch Medikamente behandelt werden. Eine Lungenentzündung, die ebenfalls nicht auf die üblichen Behandlungen anspricht, könnte ein weiteres Indiz für Lungenkrebs sein, erklären die Mediziner. Ein meist erst später auftretendes Anzeichen für Lungenkrebs sind sogenannte Hämoptysen. Diese bezeichnen Blutbeimengungen im Auswurf. Manche Tumore von Lungenkrebs wachsen aus unserer Lunge heraus. Dadurch können Schmerzen im Zwischenraum der Rippen und Rückenschmerzen auftreten.

Betroffene sollten sich genau beraten lassen
Patienten mit NSCLC sollten alle Behandlungsmöglichkeiten genau mit ihrem Onkologen besprechen. Die möglichen Nebenwirkungen sowie die potenziellen Vorteile aller Behandlungen sollten genau durch einen Experten erläutert werden, raten die Autoren. (as)

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