Stress erhöht das Hashimoto Risiko

Sebastian

Stress könnte das Risiko für Autoimmunerkrankung Hashimoto erhöhen

21.04.2014

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie etwa Hashimoto, gehören zu den Volkskrankheiten. Vor allem berufstätige Frauen sind hierzulande davon betroffen. Stress erhöht möglicherweise das Risiko, an Hashimoto zu erkranken.

Vor allem berufstätige Frauen sind betroffen
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie etwa Hashimoto, zählen zu den Volkskrankheiten. Rund zehn Prozent der Frauen und zwei Prozent der Männer leiden in Deutschland an einer sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis, wie das Nachrichtenmagazin „02elf Düsseldorfer Abendblatt“ berichtet. Vor allem berufstätige Frauen seien hierzulande davon betroffen. Im Rahmen einer solchen Autoimmunerkrankung kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion entwickeln. Bei etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung seien erhöhte Schilddrüsen-Autoantikörper im Blut nachweisbar. Bundesweit hätten 7,5 Prozent der Menschen erhöhte Hormonwerte und somit eine latente Unterfunktion.

Zahlreiche Symptome bei einer Schilddrüsenerkrankung
Mit einer Erkrankung der Schilddüse gehen zahlreiche Symptome, wie etwa Müdigkeit, Gewichtsverlust, Frieren, Herz-Rhythmus-Störungen oder Depressionen einher. Wie der Mainzer Endokrinologe Dr. Christian Wüster laut dem Pressebericht sagte, ist Hashimoto „eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Ausgerechnet das körpereigene Immunsystem greift die Schilddrüse an und schädigt sie. Man spricht hier von einer sogenannten Autoimmunerkrankung. Die Folge ist eine Unterfunktion der Schilddrüse. Die Schilddrüse produziert nicht mehr ausreichend Hormone.”

Auf die Schilddrüsenüberfunktion folgte die -unterfunktion
Die Schilddrüse, die die Form eines Schmetterlings hat, ist ein Hormonzentrum, das den Stoffwechsel unseres Körpers steuert. Wenn dieses Organ durch das Immunsystem angegriffen wird, dann kommt es zunächst zu einer Hormonüberproduktion. Diese Schilddrüsenüberfunktion sorgt für Nervosität sowie einer ständigen Unruhe und geht mit Symptomen wie Herzrasen, Bluthochdruck und Stress einher. Auf die Schilddrüsenüberfunktion folgt in der zweiten Phase die dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion. Folgen davon sind Symptome wie Depressionen, Kreislaufprobleme, Müdigkeit aber manchmal auch Gewichtszunahme, Haarausfall oder brüchiges Haar. „Die Symptome sind ganz individuell. Hashimoto ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern“, so Wüster.

Ursachen für die Erkrankung sind nicht hinreichend geklärt
Eine kausale Therapie der Schilddrüsenautoimmunerkrankung sei bisher nicht bekannt und so müssen Funktionsstörungen wie Über- oder Unterfunktion entsprechend behandelt werden. Ebenso nicht hinreichend geklärt sind die genauen Wirkfaktoren, die zum Ausbruch von Hashimoto führen. Unter anderem werden neben einer familiären (genetischen) Vorbelastung auch Stress, schwer verlaufende Viruserkrankungen und Umwelteinwirkungen oder neuerdings eine übermäßige Jodzufuhr als mögliche Auslöser diskutiert. Die Hashimoto-Thyreoiditis verdankt ihren Namen dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der diese Form der Schilddrüsenentzündung im Jahre 1912 erstmals beschrieb. (sb)

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