Stress kann das Tako-Tsubo-Syndrom auslösen

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Starker Psychischer Stress kann das Tako-Tsubo-Syndrom auslösen. Die Krankheitsverlauf kann derart heftig sein, so dass einige Patienten sogar an den Folgen verstarben.

Psychischer Stress und heftige körperliche Anstrengungen können schwere Herzkrankheiten auslösen. Allein in Deutschland waren schon hunderte Menschen an dem zum Teil tödlichen „Tako-Tsubo-Syndrom“ erkrankt. Übersetzt heißt diese Erkrankung "Syndrom des gebrochenen Herzens". Mediziner bezeichnen das Syndrom auch als „Stress-Kardiomyopathie“. Vor allem ältere Frauen sind von dem noch relativ unbekannten und seltenen Syndrom betroffen.

Zusammenhänge des Syndroms
Erstmals hatten japanische Wissenschaftler im Jahre 1991 die genauen Zusammenhänge des Syndroms untersucht. Benannt wurde die Krankheit nach einem runden Tontopf mit einem engen Hals, der in Ostasien früher zum Fangen von Tintenfischen verwendet wurde. Wie die Forscher heraus fanden, kann sich als Folge des Syndroms die linke Herzkammer ebenso wie ein Tontopf verformen. Die Herzbasis erweitert sich nach jeder Pumpaktion des Herzens wie ein Ballon. Weil sich gleichzeitig der Ausgang flaschenhalsförmig abschnürt, gelangt viel zu wenig Blut in die Hauptschlagader. Beim Elektrokardiogramm (EKG) zeigen sich dann typische Veränderungen, wie sie bei einem Herzinfarkt auftreten, erläutert die Herzspezialistin und Kardiologin Dr. Birke Schneider von der Sana-Klinik in Lübeck. Doch anders als bei einem Infarkt zeigen die Herzkranzgefäße bei einer Katheder-Untersuchung keine typischen Verengungen.

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Symptome der Herzkrankheit.
Zwischen den Jahren 2006 und 2099 wurde das „Tako-Tsubo-Syndrom“ bei 324 Menschen in Deutschland diagnostiziert. Seit 2006 sammelt die Arbeitsgemeinschaft Leitender Kardiologischer Krankenhausärzte Krankheitsfälle dieser Art aus insgesamt 37 Krankenhäusern. Erste Symptome der Erkrankung sind typisch wie bei einem Herzinfarkt. Die Patienten klagten über heftige Brustschmerzen, Atemnot und Angst. Einige Patienten werden bewusstlos, andere müssen sogar reanimiert werden. Etwa 2,2 Prozent der Betroffen starben an den Folgen der Attacke. Eine ernste Herzrhythmusstörung trat bei rund 9 Prozent der Patienten auf.

Ältere Frauen sind besonders betroffen.
Vor allem ältere Frauen scheinen besonders häufig betroffen zu sein. Etwa neun von zehn Patienten waren Frauen. Das durchschnittliche Alter der Patienten liegt bei 68 Lebensjahren. Auffällig war, dass in den meisten Fällen eine starke emotionale oder körperliche Belastung Ursache des Syndrom war. Emotionaler Stress, wie ein heftiger Streit oder der Tod einer nahe stehenden Person, waren als Hauptursachen mit 36 Prozent sehr häufig vertreten. Ebenso häufig waren auch belastende Situationen wie Unfälle oder medizinische Eingriffe (Operationen). Bei manchen Patienten waren andere Beschwerden, wie ein voran gegangener Asthmaanfall, Ursache für die Herz-Attacke. Es kam auch vor, dass freudige Ereignisse, wie beispielsweise ein Lottogewinn, ein Auslöser war. Nur bei 23 Prozent der Betroffenen konnte kein ursprünglicher Anlass gefunden werden.

Dr. Birke Schneider vermutet in dem Fachmagazin "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift", dass bei übermäßigen körperlichen oder psychischen Belastungen sehr viel Stress-Hormone aus Nebenniere ausgeschüttet werden. Insbesondere wurden überhöhte Werte der körpereigenen Katecholaminen wie Adrenalin und Noradrenalin bei den Patienten beobachtet. Aus diesem Grund werden in der Behandlung Beta-Blocker und Stress-Vermeidung verordnet. (sb, 16.10.2010)