Stress vor der Schwangerschaft kann zu Untergewicht bei Neugeborenen führen

Stress bei Schwangeren kann bewirken, dass Neugeborene bei ihrer Geburt zu wenig wiegen. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für einige Erkrankungen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Alexander Stindt
Mütter sollten dringend Stress vor ihrer Schwangerschaft vermeiden, um ihr Kind zu schützen
Ein erhöhter Stress-Hormonspiegel vor der Schwangerschaft kann dazu führen, dass Neugeborene ein niedriges Geburtsgewicht haben. Somit kann sich der Stress von werdenden Müttern direkt auf das Gewicht ihres Kindes auswirken.

Stress ist für viele Erkrankungen verantwortlich. Allerdings scheint nicht nur die gestresste Person unter den Auswirkungen zu leiden. Wissenschaftler von der University of California fanden jetzt in einer Untersuchung heraus, dass Stress bei werdenden Müttern dazu führen kann, dass deren Babys ein geringeres Geburtsgewicht aufweisen. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Health Psychology“.

Stress bei Schwangeren kann bewirken, dass Neugeborene bei ihrer Geburt zu wenig wiegen. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für einige Erkrankungen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Stress bei Schwangeren kann bewirken, dass Neugeborene bei ihrer Geburt zu wenig wiegen. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für einige Erkrankungen. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

Hoher Cortisolspiegel und chronischer Stress lösen verschiedene Erkrankungen aus
Die Konzentration des Stresshormons Cortisol ist morgens besonders hoch und sinkt im Laufe des Tages. Aber einige Menschen haben morgens einen niedrigen Cortisolspiegel und erleben nur einen geringeren Rückgang im Tagesverlauf, erläutern die Forscher. Dieses abnormale Muster wurde im Zusammenhang mit chronischem Stress oder einem vorangegangenen Traumas für eine Reihe von Erkrankung verantwortlich gemacht. Zu ihnen gehören beispielsweise auch einige Krebserkrankungen und die Arterienverkalkung. Außerdem kann das Gewicht des Babys beeinflusst werden, sagen die Mediziner. Das gleiche Cortisol-Muster, das mit chronischem Stress in Verbindung gebracht worden ist, könne dazu führen, dass Neugeborene weniger bei der Geburt wiegen, sagt Studienautor Christine Guardino von der University of California. Sie und ihre Kollegen untersuchten für ihre Studie 142 schwangere Frauen. Um den Stress der Frauen beurteilen zu können, analysierten die Forscher den Blutdruck, den Body-Mass-Index (BMI), den Cortisol-Spiegel im Speichel und anderen Faktoren.

Föten von gestressten Müttern können weniger Nährstoffe und Sauerstoff erhalten
Jedes Jahr werden alleine in den Vereinigten Staaten mehr als 300.000 Babys mit einem niedrigen Geburtsgewicht geboren. Diese Babys haben ein erhöhtes Risiko gesundheitliche Probleme zu entwickeln und eine zu niedriges Geburtsgewicht kann sogar zum Tod führen. Eine erhöhte Konzentrationen von Cortisol bei werdenden Müttern, kann den Blutfluss zu dem Fötus senken und somit die Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen reduzieren, sagt Co-Autor Professor Chris Dunkel Schetter von der University of California. Wenn Frauen planen schwanger zu werden, sollten sie ihren Stresspegel beurteilen lassen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um diesen eventuell zu senken, fügt Prof. Schetter hinzu.

Verringern Sie das Stresslevel vor der Schwangerschaft
Die Verbesserung der Gesundheit vor der Empfängnis kann tiefgreifende Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit des Kindes haben und diese sogar verbessern. Frauen sollten vorhandene Depressionen behandeln lassen, das Stresslevel sollte bewertet und wenn nötig ebenfalls therapiert werden, sagen die Mediziner. Achten Sie darauf in einer gesunden Beziehung zu leben, körperlich aktiv zu sein und hören Sie auf zu rauchen. Unterstützung durch die Familie könnehelfen, den Stresslevel zusätzlich zu verringern, erläutern die Wissenschaftler. Alles was hilft, eine optimale Schwangerschaft und ein besseres, stressfreies und gesundes Leben für die werdende Mutter zu schaffen, sollte getan werden, bevor die Schwangerschaft beginnt, rät Prof. Schetter. (as)

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