Stressreport: Psychische Belastung auf der Arbeit

Fabian Peters

Stressreport 2013 zeigt wesentliche Stressfaktoren am Arbeitsplatz

31.01.2013

Stress auf der Arbeit ist ein weit verbreitetes Phänomen. Laut „Stressreport Deutschland 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind dabei Multitasking, starker Termin- und Leistungsdruck sowie sich ständig wiederholenden Arbeitsvorgängen und häufige Störungen während der Arbeit, häufigste Auslöser des enormen psychischen Drucks. Die Folge sind vermehrte Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen, wie sie zuletzt auch von mehreren Krankenkassen festgestellt wurden.

Laut Mitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist der Stress an deutschen Arbeitsplätzen dem aktuellen Stressreport zufolge unverändert hoch. „Psychische Belastung ist in der deutschen Arbeitswelt nach wie vor weit verbreitet“, so die BAuA-Mitteilung anlässlich der Veröffentlichung des Reports. Dabei kenne „die psychische Belastung weder Hierarchiegrenzen, noch macht sie vor gewerblichen Branchen halt.“ Allerdings können Faktoren, wie ein gutes soziales Klima oder ein hoher Handlungsspielraum für die Beschäftigten bei der Planung und Durchführung ihrer Arbeit, helfen, die Belastung zu bewältigen, berichtet die BAuA..

20.000 Beschäftigte zu den Arbeitsbedingungen befragt
Der Stressreport soll eine statistisch fundierte Basis „für die zurzeit in Deutschland geführte Diskussion über das Thema psychische Belastung“ auf der Arbeit bieten, so die Mitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Hierfür wurden rund 20.000 Beschäftigte beispielsweise zu Arbeitsbedingungen, Beanspruchung und gesundheitlichen Beschwerden befragt. Auch die Daten der Europäische Erhebung über die Arbeitsbedingungen (EWCS 2010) seien in den Report eingeflossen. 58 Prozent der Befragten haben Multitasking als Ursache für Stress auf der Arbeit benannt, 52 Prozent den starken Termin- und Leistungsdruck, 50 Prozent die sich ständig wiederholenden Arbeitsvorgängen und 44 Prozent die häufigen Störungen, erläutert die BAuA. Der Bericht gebe „Aufschluss über Trends in der Entwicklung der Arbeitsbedingungen, deren mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte und den erforderlichen Handlungsbedarf“, so die BAuA weiter.

Erholung wichtig zum Stressausgleich
Der Report zeigt auch beim Thema Erholung deutlichen Handlungsbedarf, denn mittlerweile lasse „jeder vierte Befragte seine gesetzlich vorgeschriebene Pause ausfallen, obwohl Erholung wichtig für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist“, berichtet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Mit zunehmender Arbeitszeit, steige der Anteil pausenlos Beschäftigter. Bei einer Wochenarbeitszeit von 48-Stunden arbeite fast jeder Zweite ohne Einhaltung der Pausenzeiten. Die BAuA sieht ihre bisherige Botschaft durch die Zahlen des Stressreports untermauert: „Positiv herausfordernde Arbeit ist förderlich für Gesundheit, Wohlbefinden und mentale Fitness. Problematisch ist Arbeit, die dauerhaft überfordert“, so die Position der BAuA. Beispielsweise seien Ingenieure und Naturwissenschaftler psychisch hohen Belastungen ausgesetzt, doch bilden sie eine der Berufsgruppen mit den wenigsten gesundheitlichen Beschwerden. Denn „Herausforderungen bei der Arbeit und ihre erfolgreiche Bewältigung wirken sich grundsätzlich positiv auf die psychische Gesundheit aus“, berichtet die BAuA.

Überlange Arbeitszeit vermeiden, Pausen einhalten
Allerdings zeigt der Stressreport Deutschland 2012 auch, „dass es keine Lösung von der Stange gibt", betonte Isabel Rothe, Präsidentin der BAuA. Denn zwischen den einzelnen Branchen und Berufen bestehen zu viele Unterschiede. Doch würden die aktuellen Daten Handlungsbedarf aufdecken und wichtige Hinweise darauf geben, „wo Handlungsspielräume und Unterstützung bei der Arbeit gestärkt werden können.“ Beispiele möglicher Ansatzpunkte zur Stressreduzierung seien auch die überlangen Arbeitszeiten, der Verzicht auf Pausen und die Engpässe bei Reorganisationsprozessen, so die BAuA-Präsidentin weiter. Der Stressreport zeigt darüber hinaus einige erfreulich positive Aspekte des deutschen Arbeitsalltags, die weiter ausgebaut werden können. Über die Branchen und Berufe hinweg haben laut Mitteilung der BAuA „mindestens vier von fünf Erwerbstätigen über ein gutes soziales Klima am Arbeitsplatz berichtet.“ Sie fühlen sich von ihren Kollegen gut unterstützt, lobten die Zusammenarbeit und das Gemeinschaftsgefühl. Dies trage auch zur Stressreduzierung bei. (fp)

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