Studie: Deutsche fürchten Krebs am meisten

Fabian Peters

Krebserkrankungen weiter am meisten gefürchtet – Angst vor psychischen Krankheiten wächst

16.11.2011

In Bezug auf ihre Gesundheit fürchten die Deutschen Krebserkrankungen mit Abstand am meisten. Wie bereits im Vorjahr haben bei einer vom Forsa-Institut im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) durchgeführten repräsentativen Umfrage, die meisten Teilnehmer Krebs als ihre größte gesundheitliche Sorge angegeben.

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Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten gaben an, sich in Bezug auf ihre Gesundheit vor Krebs zu fürchten. Die Angst vor möglichen Tumorerkrankungen ist damit mit Abstand am größten, aber auch andere Leiden bereiten den Befragten Sorge. So hat zum Beispiel die Angst vor psychischen Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, berichtet die DAK von den Ergebnissen der Forsa-Umfrage. Auch fürchtete sich mehr als die Hälfte der Teilnehmer vor Unfällen mit Verletzungen (57 Prozent), vor Schlaganfällen (54 Prozent) und vor Erkrankungen an Alzheimer beziehungsweise Demenz (54 Prozent). Insgesamt haben die Bundesbürger den Ergebnissen des Forsa-Instituts zufolge vor zahlreichen Erkrankungen und gesundheitlichen Rückschlägen Angst, wobei Krebs jedoch mit Abstand die gefühlt größte Bedrohung bleibt.

Krebs kann jeden treffen und nimmt häufig einen schweren Verlauf
Mehr als 3.000 Frauen und Männer hat das Forsa-Institut im Auftrag der DAK nach ihren Ängsten vor Krankheiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen befragt. Dabei nannten die meisten Teilnehmer das Risiko einer Krebserkrankung als ihre größte Sorge. Bei der Begründung zu ihrer Angst vor Krebs erklärte ein Großteil der Befragten, dass die Tumorerkrankungen jeden treffen können und im Vergleich zu anderen Krankheiten besonders häufig einen schweren Verlauf nehmen. Allerdings ist die Angst vor Tumorerkrankungen in den verschiedenen Altersstufen durchaus unterschiedlich. So erklärte die DAK-Expertin Dr. Christina Sewekow. „Auffällig im Vergleich zum Vorjahr ist, dass bei den 14- bis 29-Jährigen die Angst vor Krebs sinkt, während sie gleichzeitig alle anderen Krankheiten mehr fürchten.“ Auch habe die Bereitschaft jüngerer Menschen zur Teilnahme an Krebsvorsorgeuntersuchung deutlich abgenommen, was nach Ansicht von Dr. Sewekow bei Bestätigung des Trends dafür spricht, „diese Altersgruppe stärker über Risiken und Möglichkeiten der Früherkennung (zu) informieren.“

Regionale Unterschiede bei der Sorge vor Krankheiten
In der Forsa-Umfrage zu den gesundheitlichen Ängsten der Bevölkerung kommt auch zum Ausdruck, dass deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen. So hätten die Menschen in Hamburg generell die geringste Angst vor Krankheiten, während die Befragten in Thüringen sich am meisten vor den verschiedenen Erkrankungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen fürchten, erläuterte die Expertin der DAK. Insgesamt schätzt der aktuellen Umfrage zufolge rund ein Drittel der Bundesbürger seinen gegenwärtigen Gesundheitszustand als „sehr gut“ ein, wobei die Werte in Bayern und Baden-Württemberg mit rund 40 Prozent deutlich höher liegen als zum Beispiel in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Thüringen, wo jeweils 22 Prozent ihre Gesundheit mit „sehr gut“ bewerteten. Mit dem Alter nehme die positive Überzeugung von der eigenen Konstitution spürbar ab, so die Expertin der DAK weiter. Demnach schätzt mehr als die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen den eigenen Gesundheitszustand als „sehr gut ein, wohingegen der Anteil bei Befragten im Alter über 60 Jahren lediglich bei 19 Prozent liegt. Die älteren Befragten gaben zudem besonders häufig an, dass ihr Gesundheitszustand „schlecht“ sei, was insgesamt 12 Prozent der Studienteilnehmer von sich behaupteten. Darüber hinaus sind Frauen generell deutlich mehr in Sorge um ihre Gesundheit als Männer, so das Ergebnis der Forsa-Umfrage.

Angst vor psychischen Erkrankungen wächst
Wie die DAK in ihrer aktuellen Pressemitteilung erklärt, ist der Anstieg bei den Sorgen vor psychischen Erkrankungen im Rahmen der Forsa-Umfrage besonders auffällig. So gaben im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr der Befragten an, dass sie Angst vor psychischen Erkrankungen haben. Insgesamt äußerten dieses Jahr 36 Prozent der Studienteilnehmer die Sorge vor Depressionen, Burn-Out oder anderen psychischen Leiden. Vor allem die Befragten im Alter zwischen 30 und 44 Jahren seien hier besonders besorgt, was sich darin widerspiegelt, dass mehr von ihnen Angst vor Depressionen haben als vor einem Herzinfarkt, so die Mitteilung der DAK. Die Liste der am meisten gefürchteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen enthält neben Krebs, Unfällen mit Verletzungen, Schlaganfällen, Demenz und psychischen Erkrankungen, auch Herzinfarkte, vor denen sich 45 Prozent der Befragten fürchten, Bandscheibenvorfälle (38 Prozent), schwere Lungenerkrankung (27 Prozent), Diabetes (20 Prozent) und Geschlechtskrankheit (19 Prozent).

Mehrheit der Befragten beugt Krankheiten aktiv vor
Ein Großteil der Befragten versucht laut Aussage der DAK aktiv den möglichen gesundheitlichen Bedrohungen, vor denen sie sich fürchten, vorzubeugen. Die Mehrheit der Teilnehmer treibe nach eigener Einschätzung regelmäßig Sport, trinke nur wenig Alkohol und achte auf gesunde Ernährung. Außerdem gab jeder Dritte im Rahmen der Umfrage an, auf Entspannungsübungen zurückzugreifen. Allerdings ist zu erwähnen, dass zwischen der subjektiven Einschätzung und der objektiven Bewertung deutliche Unterschiede bestehen können. Bemessen an der persönlichen Einschätzung leben die unter 30-Jährigen insgesamt geringfügig ungesünder und beugen möglichen Gesundheitsrisiken seltener vor als die älteren Befragten, so die DAK weiter. In Bezug auf die Sorge vor Krebserkrankungen sei zudem auffällig, dass 73 Prozent der Frauen, jedoch lediglich 47 Prozent der Männer angaben, an Krebsvorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. So hat die Angst vor Krebs bei den Männern offenbar deutlich seltener zur Folge, dass diese ihr Erkrankungsrisiko professionell überprüfen lassen, als bei den Frauen. (fp)