Studie: Einsamkeit erhöht das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich

Alexander Stindt

Wie wirkt sich Einsamkeit auf unsere Gesundheit aus?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weitverbreitet und können lebensgefährliche Folgen für die Betroffenen haben. Forscher fanden jetzt heraus, dass Einsamkeit das Risiko verdoppeln kann, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben.


Die Wissenschaftler des Copenhagen University Hospital stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass das Gefühl der Einsamkeit ein starker Indikator für den vorzeitigen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei der Konferenz der European Society of Cardiology, EuroHeart 2018.

Einsamkeit und soziale Isolation können zu schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit führen. Einsame Menschen haben ein doppelt so hohes Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben. (Bild: Rawpixel.com – fotolia)

Was bewirken Einsamkeit und soziale Isolation?

Einsamkeit ist heute häufiger als je zuvor, und immer mehr Menschen leben allein, erläutert die Studienautorin Anne Vinggaard Christensen vom Copenhagen University Hospital. Frühere Untersuchungen haben bereits ergeben, dass Einsamkeit und soziale Isolation mit koronaren Herzkrankheiten und Schlaganfällen verbunden sind. Dies wurde aber damals bei Patienten mit verschiedenen Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht genauer untersucht. Die Studie ergab, dass Menschen, die sich einsam fühlten, dreimal häufiger Symptome von Angstzuständen und Depressionen betroffen waren, dies galt sowohl für Männer als auch für Frauen. Diese Leute berichteten auch von einer viel geringeren Lebensqualität im Allgemeinen, erläutern die Wissenschaftler.

Daten von 13.463 Probanden wurden analysiert

Die aktuelle Untersuchung umfasste die Daten von 13.463 Patienten, welche entweder ischämische Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen (Herzstolpern), Herzversagen oder Herzklappenerkrankungen hatten. Die Qualität des sozialen Netzwerks der Probanden wurde durch die Verknüpfung von Daten aus nationalen Registern mit den Ergebnissen der sogenannten DenHeart-Umfrage bewertet.

Diese Fragen mussten die Teilnehmer beantworten

Bei der Umfrage wurden die Patienten gebeten, Fragen zu ihrer physischen und psychischen Gesundheit zu beantworten und ihre empfangene soziale Unterstützung anzugeben, erklären die Forscher. Einsamkeit wurden anhand von zwei Fragen untersucht: Haben Sie jemanden, mit dem Sie sprechen können, wenn Sie ihn brauchen?. Die zweite Frage lautete: Fühlen Sie sich manchmal alleine, obwohl Sie mit jemandem zusammen sein wollen?

Welches Personen können eine soziale Isolierung erleben?

Es war wichtig, Daten über Patienten zu erheben, welche alleine lebten, sagen die Mediziner. Aber auch Menschen mit einer Familie oder einer Beziehung mussten berücksichtigt werden, weil auch sie eine soziale Isolierung erleben können, betont Vinggaard Christensen.

Einsamkeit ist schlimmer als alleine zu leben

Einsamkeit ist ein starker Prädiktor für einen vorzeitigen Tod, schlechtere psychische Gesundheit und eine schlechtere Lebensqualität bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Zudem ist die empfundene Einsamkeit ein viel stärkerer Einflussfaktor, als die Tatsache ob jemand alleine lebt oder nicht, erläutert die Studienautorin.

Einsamkeit ist weitverbreitet in der Gesellschaft

Wir leben in einer Zeit, in der Einsamkeit präsenter ist und Gesundheitsanbieter sollten dies bei der Risikobewertung berücksichtigen. Die Studie zeigt, dass bereits zwei einfache Fragen zur sozialen Unterstützung viele Informationen über die Wahrscheinlichkeit von schlechten Gesundheitsergebnissen liefern, fügen die Wissenschaftler hinzu. (as)