Studie: Fertigessen macht Kinder dumm

Sebastian

Studie: Industriell hergestelltes Fertigessen macht Kinder dumm. Eine gesunde Ernährung fördert hingegen das kognitive Leistungsvermögen

11.02.2011

Kinder die sich die vollwertig und gesund ernähren, sind in der Regel im späteren Erwachsenenalter auch intelligenter, als ihre Altersgenossen, die vorwiegend Fertigmahlzeiten in ihrer frühen Kindheit zu sich nahmen. Zu diesem Ergebnis erlangte eine Studie der Universität in Bristol.

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Essen entscheidet über geistige Fähigkeiten
Das Essen im Kindesalter entscheidet im entscheidenden Maße darüber, wie sehr die kognitive Leistungskraft im späteren Erwachsenenalter ausgeprägt ist. Offenbar beeinflusst das Essen die Entwicklung und Ausprägung von Hirnarealen. Das jedenfalls besagt eine Studie der Universität Bristol, die im Wissenschaftsmagazin „Journal of Epidemiology and Community Health“ vorgestellt wurde. Demnach fördert eine natürliche, ausgewogene und Vitaminreiche Kost das Gehirnwachstum. Im Gegensatz dazu führt der überwiegende Verzehr von industriell hergestellten Lebensmitteln, die u.a. viel Zucker, Fett und künstliche Vitamine enthalten,zu einer niedrigeren Intelligenz im späteren Lebensalter.

Studiendaten von rund 4000 Kindern ausgewertet
Im Verlauf der Langzeitstudie beobachteten die Wissenschaftler und Sozialmediziner die Entwicklung von rund 14 Tausend Kindern, die in den Jahren 1991 und 1992 geboren wurden. Ab dem dritten Lebensjahr wurden die Eltern mit Hilfe eines Fragebogens zur täglichen Ernährung ihres Kindes befragt. Im achten Lebensalter unternahmen die Forscher bei den Kindern einen Intelligenztest, um die erworbenen Fähigkeiten und Denkleistungen zu bemessen. Darüber hinaus teilten die Wissenschaftler die Kinder in drei Gruppen ein. In der ersten Gruppe befanden sich die Kinder, die sich überwiegend mit Fertigessen der Lebensmittelkonzerne ernährten. In der zweiten Gruppe waren diejenigen, die überwiegend traditionelle Kost zu sich nahmen. Traditionell bedeutet in diesem Zusammenhang eine Fleischreiche Kost mit einem geringen Anteil von Gemüse. In die dritte Gruppe wurden diejenigen eingeteilt, die während ihrer Kindheit viel Salat, Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Nudeln und Reis verzehrten. Da Probanden aus unterschiedlichen Gründen aus der Studie ausstiegen, konnten die Daten von immerhin rund 4000 Kinder vollständig ausgewertet werden.

Bessere kognitive Leistungskraft durch gesundes Essen
Nach der Auswertung gelangte das Forscherteam zu erstaunlichen Ergebnissen. Je mehr Kinder im Alter von drei Jahren industrielles Fertigessen zu sich nahmen, um so geringer fiel auch der spätere durchschnittliche Intelligenzquotient (IQ) aus. Um so mehr die Kinder unverarbeitetes Essen wie frisches Obst und Gemüse verzehrten, um so höher fielen auch ihre geistigen Fähigkeiten aus. Die Art der Ernährung wirkte sich allerdings nur bis zum dritten Lebensjahr auf die Kinder aus. Entwicklungspsychologisch betrachtet werden die wichtigsten kognitiven Fähigkeiten in den ersten drei Lebensjahren gebildet. Das bestätigen auch die Studienautoren. „Die Auswirkungen der Essgewohnheiten in der frühen Kindheit auf Gehirn und Verhalten überdauern bis in die spätere Kindheit, selbst bei folgenden Veränderungen der Ernährung“. Eltern, die ihre Kinder also vorwiegend mit gesunder, natürlicher und vollwertiger Kost ernährten, förderten auch ein optimales Wachstum des Hirns. (sb)