Studie: Fertigsaucen und industriell hergestellte Lebensmittel erhöhen das Krebsrisiko deutlich

Alexander Stindt

Wie hoch ist der Einfluss von Fertigprodukten auf das Brustkrebsrisiko?

Wenn Sie zu den Menschen gehören, welche viele Fertigprodukte in Ihrer Küche verwenden, sollten Sie besser auf eine gesunde Ernährung umsteigen. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Verwendung von bestimmten Fertigprodukten in der Küche das Risiko für die Entstehung von aggressivem Brustkrebs massiv erhöht. Gerade der Verzehr von Fertigsaucen und industriell hergestellte Backwaren führt zu einem dreimal höheren Risiko für aggressiven Brustkrebs.


Die Wissenschaftler vom Instituto du Salud Carlos III in Spanien stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Frauen, welche viele Fertigprodukte und Fertigsaucen verwenden, häufiger aggressiven Brustkrebs entwickeln. Die Mediziner präsentierten die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago.

Bestimmte Nahrungsmittel erhöhen das Risiko für Brustkrebs bei Frauen massiv. Zu diesen diesen Lebensmitteln zählen beispielsweise Fertigsaucen für Nudeln. (Bild: ExQuisine/fotolia.com)

Warum essen viele Menschen so ungesund?

Menschen haben häufig keine Zeit oder sie sind einfach zu faul, um sich ein ordentliches gesundes Essen zu kochen. Viel lieber verwenden sie Fertigprodukte und industriell hergestellte Lebensmittel. Eine solche ungesunde Ernährung führt allerdings zu einem stark erhöhten Risiko für aggressiven Brustkrebs.

Entzündungen im Körper erhöhen das Risiko für Brustkrebs

Hinter dem erhöhten Risiko für aggressiven Brustkrebs stecken meist Lebensmittel, welche eine Entzündung im Körper verursachen können, sagen die Experten. Besonders Fertigsaucen, wie sie in Curry- und Pasta-Gerichten verwendet werden, und industriell hergestellte Backwaren wie Brot, erhöhen den Forschern zufolge das Risiko für diese Form von Krebs massiv. Es werde angenommen, dass diese Art von Nahrung das Krebsrisiko steigert, weil sie Schäden an der DNA bewirkt.

Knapp 2.000 Frauen wurden für die Studie untersucht

Wenn Frauen sehr viele Nahrungsmittel zu sich nehmen, welche Entzündungen im Körper fördern, erhöht diese Form der Ernährung ihr Risiko für Brustkrebs um 39 Prozent, verglichen mit Frauen, die sehr selten solche ungesunden Nahrungsmittel verzehren, sagen die Autoren der Studie. Außerdem hatten solche Frauen auch ein um das 2,72 fach erhöhtes Risiko aggressiven und sehr schwer zu behandelnden sogenannten triple-negativen Brustkrebs zu bekommen. Die Studie untersuchte fast 2.000 Frauen und verglich die Diagnosen von Krebs mit der Nahrungsaufnahme.

Weitere Forschung ist nötig

Die Experten betonen, dass zunächst weitere Beweise benötigt werden, bevor Frauen dazu aufgefordert werden sollten, bestimmte Lebensmittelgruppen bei ihrer Ernährung komplett zu vermeiden. Ein erheblich verstärktes Risiko betreffe nur Frauen, welche häufig ungesund essen, erklärt Studienautorin Professor Adela Castello vom Instituto du Salud Carlos III in Spanien. Es werde Frauen sicherlich nicht schaden, einmal oder zweimal in der Woche verarbeitetes Fleisch, Fastfood oder Süßigkeiten zu sich zu nehmen, fügt die Medizinerin hinzu.

Wie kann ich Krebs vorbeugen?

Gesunde Ernährungsgewohnheiten dienen auch der allgemeinen Krebsprävention. Essen Sie am besten täglich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, drei oder besser noch viermal pro Woche Fisch, Hülsenfrüchte und Nüsse und reduzieren Sie den Konsum von rotem Fleisch auf nur ein oder zweimal pro Woche, raten die Experten zu diesem Thema. Vermeiden Sie es, häufig verarbeitetes Fleisch, Fertiggerichte, Fastfood, industrielle Backwaren, Süßigkeiten, gezuckerte Getränke und fettreiche Milchprodukte zu sich zu nehmen, erklären die Forscher weiter. Zusätzlich sollten Sie auf den Konsum von Alkohol verzichten und Olivenöl zum Kochen und Braten benutzen. (as)