Studie: Kleinere Hoden bessere Väter?

Heilpraxisnet

Studie: Die Größe des Hodens soll die väterliche Fürsorge beeinflussen

10.09.2013

Manche Männer sind fürsorglicher als andere und kümmern sich mehr um die eigenen Kinder. Eine Studie der Emory University in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia kam in ersten Untersuchungen zu einem erstaunlichen Ergebnis. Die Größe des Hodens soll die väterliche Fürsorge beeinflussen.

Die Amerikanischen Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen Hodengröße und der Fürsorglichkeit von Väter gegenüber ihren Kindern. Dies kann unter Umständen etwas mit der Hodengröße zu tun haben und Hinweise auf die Eignung als Vater geben.
Je kleiner die Testikel, desto mehr kümmern sich die Väter um ihren Nachwuchs. Egal ob beim Windelwechseln oder der alltäglichen Kinderpflege. 70 Väter kleiner Kinder wurden in diesem Zusammenhang untersucht. Die Wissenschaftler vermuten seit einiger Zeit, dass das männliche Sexualhormon Testosteron einen Einfluss auf das Verhalten der Männer bei der Erziehung nimmt. So ergaben früher Studien, dass höhere Werte des in den Hoden produzierten Botenstoffs den Erfolg beim weiblichen Geschlecht und somit auf Nachwuchs steigern, die väterliche Fürsorge jedoch mehr auf der Strecke bleibt. In den Fokus der Forscher rückte die Frage warum manche Väter mehr Zeit und Energie in ihren Nachwuchs investieren als andere.

“Das ist eine wichtige Frage, denn frühere Studien haben gezeigt, dass Kinder mit aktiveren Vätern sozial, psychisch und bildungsmäßig erfolgreicher sind”, sagt der Anthropologe James Rilling. “Unsere Studie erforscht erstmals, ob die menschliche Anatomie und Hirnfunktion die Unterschiede im Elternaufwand erklären.”

Die Forscher befragten 70 Väter von Kindern im Alter von ein bis zwei Jahren, die mit den Müttern zusammen lebten. Die Eltern wurden getrennt nach der Beteiligung der Väter an der Erziehung wie beispielsweise füttern, Windeln wechseln, waschen oder dem Begleiten zum Kinderarzt befragt.

Dazu wurden die Testosteronwerte mittels Magnetresonanztomografie (MRT) und die Hodengröße ermittelt. Die Hirntätigkeit wurde ebenso per MRT untersucht, in dem den Vätern Bilder von ihren Kindern gezeigt wurden. Das Resultat: Männer mit niedrigeren Testosteronwerten und kleineren Hoden waren fürsorglicher. Je kleiner die Hoden, desto stärker reagierte die Area tegmentalis ventralis (VTA), eine Hirnregion, die am Belohnungssystem und Erziehungsverhalten beteiligt ist, auf Bilder des Nachwuchses.

Jedoch kam es bei der statistischen Auswertung auch zu Ausnahmen. “Die Tatsache, dass wir Unterschiede fanden, deutet auf die Möglichkeit einer persönlichen Wahl hin”, sagt Rilling. “Manche Menschen mögen unterschiedlich gebaut sein, aber sie sind vielleicht gewillt, aktivere Väter zu sein. Aber es könnte auch sein, dass bei Männern, die fürsorglicher mitmachen, die Hoden schrumpfen. Umwelteinflüsse können die Biologie verändern.” (fr)

Advertising

Bild: Gänseblümchen / pixelio.de