Studie: Kopfgrösse beeinflusst Alzheimer

Thorsten Fischer

Kopfgrösse beeinflusst Alzheimer. Zusammenhang zwischen Schädelumfang und Alzheimer durch MIRAGE- Studie.

(14.07.2010) Eine Studie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München hat einen Zusammenhang zwischen dem Kopfumfang und der Gedächtnisleistung bei Alzheimer- Patienten hergestellt.

Die Forscher um den Psychiater und Oberarzt der Münchner Klinik für Psychiatrie, Dr. Robert Perneczky, nahmen die Maße des Kopfumfangs von 270 Alzheimer Betroffenen und setzten sie in Beziehung zu Ergebnissen von klinischen Demenztests. Sie veröffentlichten nun in dem Fachmagazin „Neurology“ der American Academy of Neurology (AAN) unter dem Titel „Head circumference, atrophy, and cognition“ die Erkenntnis, dass am besten bei den Gedächtnis- und Denktests die Alzheimer- Patienten mit dem größten Kopfumfang abschnitten.

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Das Team um Dr. Perneczky vertritt sinngemäss die Theorie, wonach der größere Kopfumfang mehr Raum für Reserven der Gehirnleistung biete, trotzdem bei allen Betroffenen die gleiche Menge an Hirnzellen abgestorben sei. Desweiteren sei der Kopfumfang nicht determiniert, sondern können durch Einflüsse in der Kindheit beeinflusst werden. Bis etwa zum sechsten Lebensjahr sind über 90 Prozent der Entwicklung des Größenvolumnes des Gehirns abgeschlossen. Also könnten Art und Weise von Schwangerschaft und früher Kindheit über das Kopfvolumen den späteren Morbus Alzheimer beeinflussen. So könnte eine verbesserte Lebensqualität in diesen Zeiträumen sich günstig auf eine Prävention auswirken. Aber auch umgekehrt stellt sich die Frage, ob sich die Lebensbedingungen für Kleinkinder so verschlechtert haben, dass eine Zunahme von Alzheimer- Erkrankungen zu verzeichnen ist.

Derzeit sind in Deutschland etwa 700.000 Menschen an Morbus Alzheimer erkrankt. Jährlich soll es etwa 120.000 neue Fälle geben. Die Alzheimersche Erkrankung, bei der Betroffene an zunehmenden Funktionseinschränkungen des Gedächtnisses und der Orientierungsbereiche des Gehirns leiden, war 1901 erstmalig von dem Psychiater und Neuropathologen Dr. Alois Alzheimer (1864- 1915) beschrieben worden, nach dem sie auch benannt ist. (tf)