Studie: Liebe ist wie eine Sucht

Sebastian

Studie: Liebe wirkt wie eine Sucht.

(12.07.2010) US-Forscher haben heraus gefunden, dass Liebe – insbesondere Liebeskummer – wie eine natürliche Sucht wirkt. Dabei werden im Gehirn Areale aktiviert, die auch bei anderen Süchten angesprochen werden.

Liebeskummer könnte man als Entzugs- Erscheinung betrachten und jeder Mensch, der schon einmal davon betroffen war, wird es bereits geahnt haben. Eine leidenschaftliche Liebe, so die Forscher, ist wie eine natürliche Sucht. Wissenschaftler us-amerikanischen "Albert Einstein College of Medicine" haben mit zehn Frauen und fünf Männern eine Gehirnstudie unternommen, um eben diese Vermutung nachzuweisen. Die Studienteilnehmer wurden zwei Monate zuvor, von ihren ehemaligen Partner verlassen und litten stark unter der Trennung. Die Probanden dachten zu 85 Prozent in ihrer Freizeit oder bei der Arbeit an ihre verflossenen Partner und zeigen Symptome eines Liebeskummers.

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Im Verlauf der Studie wurde den Männern und Frauen Bilder von ihren ehemaligen Partnern gezeigt. Dabei beobachteten die Wissenschaftler die Hirnaktivitäten mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (FMRT). Beim Betrachten der Bilder konnten Aktivitäten im sog. "Belohnungszentrum" im Gehirn nachgewiesen werden, die auch bei Kokain-Abhängigen aktiv wird. Zudem wurden zahlreiche Areale des menschlichen Gehirns aktiviert, die für ein Suchtverhalten verantwortlich sind.

Die Studie könnte helfen zu erklären, warum Menschen mit Liebeskummer zum Teil zu obsessiven Verhalten neigen. Vor allem dann, wenn sie von ihrem Partner oder Geliebten abgewiesen werden. Die Forscher veröffentlichten ihre Studienergebnisse im Fachmagazin "Journal of Neurophysiology". "Romantische Liebe ist scheinbar sowohl unter glücklichen als auch unter unglücklichen Umständen eine natürliche Sucht", resümiert die Autorin der Studie, Lucy Brown. Liebeskummer scheint ein vermutlich notwendiger Bestandteil unseres Lebens zu sein, den die Natur bei uns eingebaut hat, so Brown weiter. Doch wie heißt es so schön: "Die Zeit heilt alle Wunde" und das konnte auch im Studienverlauf fest gestellt werden. Je länger die Trennung vom Ex-Partner zurück lag, um so weniger wurde beim Anblick von Bildern des Verflossenen im Gehirn das "Belohnungszentrum" aktiviert. Das lässt viele Menschen hoffen, irgendwann vergeht der Schmerz und man ist wieder offen für eine neue Bindung. (sb)