Studie: Pausen von Facebook reduzieren den Stress-Pegel

Alexander Stindt

Wie wirkt sich eine Facebook-Pause auf unseren Stress aus?

In der heutigen Zeit haben die meisten Menschen einen Facebook-Konto. Solch ein Konto hilft dabei, anderen Menschen einen Einblick in das eigene Leben zu ermöglichen und mit Freunden in Kontakt zu bleiben, hat aber auch negative Auswirkungen auf die Nutzerinnen und Nutzer. Forscher fanden jetzt heraus, dass das Löschen des Facebook-Kontos zur Reduzierung des auftretenden Stresses führt.


Die Wissenschaftler der University of Queensland stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Facebook die Benutzer stresst. Das Löschen des Facebook-Kontos oder eine Pause der Nutzung von Facebook kann den empfundenen Stress reduzieren und das Wohlbefinden steigern. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of Social Psychology“.

Facebook führt zu einem verstärkten Stress für Nutzerinnen und Nutzer der sozialen Plattform. Bereits kurze Pausen helfen dabei, diesen Stress abzubauen. (Bild: peshkova/fotolia.com)

Weniger Stress aber auch geringeres Wohlbefinden

Wenn Sie eine Facebook-Pause von fünf Tage machen, reduziert dies das Niveau des Stresshormons Cortisol in einer Person, erläutert Dr. Eric Vanman. Die Teilnehmer bemerkten bei ihrer Studie eine Verbesserung der Ebenen des physiologischen Stresses, allerdings stellte sich bei den Betroffenen auch ein geringeres Wohlbefinden ein. „Die Menschen sagten sie fühlten sich unzufriedener mit ihrem Leben und freuten sich darauf ihre Facebook-Aktivitäten wieder aufzunehmen“, erläutert Studienautor Dr Vanman von der University of Queensland in einer Pressemitteilung.

Soziale Trennung von Freunden reduziert das Wohlbefinden

Hinter den gemischten Ergebnissen steht eine Reihe von Theorien, erläutert der Experte weiter. Wenn Nutzer ihr Facebook-Konto löschen, verringert sich zwar das Niveau des Stresshormons Cortisol, aber der selbst empfundene Stress bleibe gleich. Ein Grund dafür könnte sein, dass den Betroffenen nicht bewusst war, dass ihr Stress abgenommen hat, vermuten die Mediziner. Die Teilnehmer berichteten nach fünf Tagen ohne Facebook über ein reduziertes Wohlbefinden. Sie waren einfach unzufriedener mit ihrem Leben und der Grund dafür war nach eigenen Angaben die soziale Trennung von ihren Facebook-Freunden.

Probanden wurden in zwei Gruppen unterteilt

An der Studie nahmen zwei Gruppen aktiver Facebook-Nutzer teil, wobei eine Gruppe angewiesen wurde, fünf Tage lang kein Facebook zu nutzen, die andere Gruppe verwendete Facebook weiter wie gewohnt. Alle 138 Teilnehmer der Untersuchung lieferten zu Beginn und am Ende der Studie Speichelproben ab, um Veränderungen ihrer Cortisolspiegel zu messen, erläutern die Wissenschaftler.

Pausen umfassten kurze Zeiträume

Auf die Idee für diese Studie kamen die Mediziner, als sie selber einige Tage lang kein Facebook nutzten. Bei Gesprächen untereinander stellten die Forscher fest, dass einige von ihnen bereits Pausen bei der Nutzung von Facebook eingelegt hatten, wenn sie die soziale Plattform als zu stressig empfanden. Die Pausen waren allerdings nur für einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen, danach nutzen die Experten wieder ihr Facebook-Konto.

Facebook kann Stress auslösen

Facebook ist zu einem unverzichtbaren sozialen Werkzeug für Millionen von Nutzern geworden und bietet offensichtlich einige Vorteile. Da es jedoch so viele soziale Informationen über ein großes Netzwerk von Menschen vermittelt, kann es auch anstrengend sein und zu Stress führen. Es scheint, als ob Menschen von sich aus häufiger eine Pause bei der Facebook-Nutzung einlegen, wenn ihnen diese soziale Plattform zu stressig wird, so die Vermutung der Forscher.

Die Nutzer kehren dann aber immer wieder zu Facebook zurück, wenn sie sich unglücklich fühlen, weil sie das Gefühl haben von ihren Freunden abgeschnitten zu sein, sagen die Mediziner. Nach einer gewissen Weile werde es diesen Menschen dann wieder zu stressig, was dazu führe, dass sie erneut eine Pause machen. Dieser Vorgang wiederholt sich dann immer und immer wieder, erläutern die Autoren. (as)