Studie: Radfahrer haben weniger Übergewicht, E-Bike-Fahrer jedoch nicht

Alexander Stindt

Der Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit reduziert das Gewicht

Radfahren ist die gesündeste Art der schnellen Fortbewegung durch unsere Städte. Eine Studie über die Fortbewegung in sieben europäischen Städten hat herausgefunden, dass täglich Fahrrad fahrende Menschen den niedrigsten BMI von jeder Klasse von Verkehrsteilnehmern aufweisen. Dies trifft allerdings nicht zu, wenn Betroffene ein sogenanntes E-Bike nutzen.


Die Wissenschaftler des Imperial College London und der Hasselt University in Belgien stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass mit dem Fahrrad zu fahren die gesündeste Art der Fortbewegung in Städten zu sein scheint. Regelmäßige Nutzer von Fahrrädern haben von allen Verkehrsteilnehmern den niedrigsten BMI. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Environment International“.

Fahrradfahren hält jung und schützt vor Übergewicht. (Bild: Kzenon – fotolia)

Nutzer von E-Bikes reduzieren ihren BMI nur minimal

Die Studie konzentrierte sich auf einige Großstädte, wie beispielsweise Wien, Zürich, Antwerpen, Barcelona und Rom. Bei der Untersuchung fiel auf, dass Menschen mit einem E-Bike einen höheren BMI aufwiesen, verglichen mit Teilnehmenden, die normale Fahrräder fuhren. Fahrer von E-Bikes hatten auch einen höheren BMI als Fußgänger. Außerdem lag ihr BMI höher als bei Probanden, welche öffentliche Verkehrsmittel und Motorräder nutzten. Die einzige Gruppe von Verkehrsteilnehmern, welche einen höheren BMI als die Nutzer von E-Bikes hatten, waren Autofahrer, erläutern die Wissenschaftler.

Wie wirkte sich das Radfahren bei Männern aus?

Städte sollten generell freundlicher für Nutzer von Fahrrädern gestaltet werden, so kann nicht nur die Fettleibigkeit der Bevölkerung bekämpft werden, sondern auch die ansteigende Luftverschmutzung, erklären die Forscher. Die Studie, welche die Gewohnheiten von mehr als 2.000 Menschen in verschiedenen Städten analysiert hat, konnte feststellen, dass, wenn Männer für den Weg zur Arbeit täglich ein Fahrrad statt eines Autos nutzten, sie dadurch durchschnittlich etwa 0,75 Kilogramm Gewicht abbauten, was zu einer Reduzierung des BMI um 0,24 führte. Bei den weiblichen Teilnehmern vielen die Ergebnisse etwas niedriger aus.

Radfahren verhindert Übergewicht und Fettleibigkeit

Die Autofahrt trägt zur Fettleibigkeit und auch zur Luftverschmutzung bei. Im Gegensatz dazu verbrennen Nutzer von Fahrrädern Fett und verschmutzen nicht die Umwelt, erklärt Studienautorin Audrey de Nazelle vom Centre for Environmental Policy am Imperial College London. Selbst wenn die Menschen nur gelegentlich mit dem Fahrrad fahren, zum Beispiel um Besorgungen zu machen, hat die Studie herausgefunden, dass sie dadurch ihren BMI halten können. Auf diese Weise verhindere das Radfahren, dass übergewichtige Menschen weiter an Gewicht zunehmen, und Radfahren verhindert zusätzlich, dass normalgewichtige Personen Übergewicht oder Adipositas entwickeln, fügt Studienautorin Dr. Evi Dons von der Hasselt University hinzu. (as)