Studie: Regelmäßiges Ausdauertraining mit antidepressiver Wirkung

Alfred Domke
Depressionen vorbeugen: Ausdauertraining wirkt antidepressiv
Depressionen zählen längst weltweit zu den Volkskrankheiten. Behandelt werden sie meist mit Medikamenten und Psychotherapie. Doch auch körperliche Aktivitäten können gegen die psychische Erkrankung helfen, denn Sport wirkt wie Antidepressiva.

Am besten bei Tageslicht
Dass man durch regelmäßige Bewegung den Körper fit und gesund hält und zudem noch abnehmen kann, ist bekannt. Ausdauertraining hat aber noch einen weiteren Vorteil: Man kann damit Depressionen vorbeugen. Menschen, die gefährdet sind, sollten laut Experten am besten bei Tageslicht trainieren.

Regelmäßiges Ausdauertraining hilft dabei, Depressionen vorzubeugen. Ideal ist Joggen, am besten bei Tageslicht. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Sport gegen Depressionen
Der Deutschen Depressionshilfe zufolge erkranken in Deutschland jedes Jahr über fünf Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression. Diese Erkrankungen gehören damit „zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen“, schreiben die Experten auf ihrer Webseite.

Die Behandlung von Depressionen erfolgt traditionell mit Medikamenten (Antidepressiva) und Psychotherapie. Untersuchungen haben gezeigt, dass auch Sport gegen Depressionen hilft.

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Moderates Ausdauertraining
So kann man der psychischen Erkrankung beispielsweise durch langsames Joggen vorbeugen. Und auch Personen, die selbst schon betroffen sind – von einer depressiven Verstimmung, dem Winterblues (Winterdepression) oder einer Depression -, können mit moderatem Ausdauertraining gegensteuern, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Cora Weber, Chefärztin des Fachbereichs Psychosomatik an der Berliner Park-Klinik Sophie Charlotte, erklärte in der Agenturmeldung: „Wir wissen aus wissenschaftlichen Studien, dass 30 bis 45 Minuten Ausdauertraining drei bis vier Mal pro Woche gut gegen depressive Symptome hilft.”

Laut der Expertin sollte die Pulsfrequenz bei ungefähr 120 Schlägen pro Minute liegen.

Negative Gedanken vertreiben
Der Medizinerin zufolge sei Joggen deswegen so gut geeignet, weil der Betroffene sich zusätzlich im Tageslicht aufhält.

„Es gibt eine Nervenbahn, die Licht vom Auge direkt ins Gehirn überträgt”, so Weber. Wie die Psychotherapeutin erklärte, werden so Hormone ausgeschüttet, die helfen, die negativen Gedanken zu vertreiben.

Denjenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht joggen können, empfiehlt die Ärztin am besten aufs Fahrrad zu steigen. (ad)