Studie: Schlaflosigkeit erhöht das Risiko an Asthma zu erkranken

Alexander Stindt
Probleme beim Schlafen können im Erwachsenenalter das Risiko für Asthma verstärken
Asthma ist in der heutigen Zeit eine weitverbreitete Erkrankung. Auch in Deutschland sind viele junge und alte Menschen an Asthma erkrankt. Forscher fanden jetzt heraus, dass Schlaflosigkeit ein Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma im Erwachsenenalter sein kann.

Die Wissenschaftler der Norwegian University of Science and Technology stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Schlaflosigkeit das Risiko für Asthma im Erwachsenenalter massiv erhöhen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „European Respiratory Journal“.

Viele Menschen in Deutschland leiden unter Schlaflosigkeit. Gestörter Schlaf wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit von Betroffenen aus. Mediziner fanden heraus, dass Schlaflosigkeit auch das Risiko für Asthma erhöht. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Was löst Asthma aus?
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Die Krankheit wurde bereits mit Fettleibigkeit und Luftverschmutzung in Verbindung gebracht. Aber auch Rauchen, Allergien, Virusinfektionen und eine Exposition gegenüber bestimmten Arten von Staub und Chemikalien erhöhen das Risiko an Asthma zu erkranken, erläutern die norwegischen Experten. Es gebe sogar neue Untersuchungen, welche bei Erwachsenen Asthma mit Depressionen und Angst assoziiert haben.

Wie wirkt sich Schlaflosigkeit aus?
Was versteht man eigentlich unter Schlafstörungen? Schlaflosigkeit definiert Schwierigkeiten bei der Einleitung oder der Aufrechterhaltung von Schlaf oder eine allgemeine schlechte Schlafqualität, erklären die Mediziner. Gerade bei Asthmapatienten seien Schlafstörungen besonders häufig.

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Mediziner analysieren Verbindung zwischen Asthma-Risiko und Schlaflosigkeit
Für ihre Forschung untersuchten die Wissenschaftler die Daten der sogenannten Nord-Trøndelag Gesundheits-Studie (HUNT). Diese Studie bietet eine kontinuierliche Gesundheitsubersicht der gesamten Bevölkerung aus der Grafschaft Nord-Trøndelag in Norwegen über einen Zeitraum von über 20 Jahren. Die Mediziner analysierten bei der Untersuchung die Verbindung zwischen Asthma-Risiko und Schlaflosigkeit.

Bei Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit ist das Asthma-Risiko dreimal höher
Insgesamt untersuchte die Studie 17.927 Teilnehmer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Probanden mit Schlaflosigkeit berichteten über Schwierigkeiten beim Einschlafen, Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung des Schlafes und eine schlechte Schlafqualität, sagen die Experten. Die Teilnehmer wurde am Anfang und am Ende der Studie zu ihren Problemen mit Schlaflosigkeit befragt. Die Mediziner konnten feststellen, dass bei Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit das Asthma-Risiko dreimal höher war.

Wie stark beeinflussen verschiedene Formen der Schlaflosigkeit das Asthma-Risiko?
Wenn Menschen bei der Studie berichteten, dass sie im vergangenen Monat oft Probleme beim Einschlafen hatten, vergrößerte sich dadurch das Risiko für die Entwicklung von Asthma um etwa 65 Prozent in den folgenden elf Jahren, erläutern die Autoren. Wenn die Betroffenen fast jede Nacht Schwierigkeiten beim einschlafen hatten, stieg dadurch das Risiko sogar um 108 Prozent, verglichen mit Menschen ohne Schlafstörungen. Wenn Probanden mehr als einmal pro Woche über eine schlechte Schlafqualität berichteten, hatten sie ein um 94 Prozent erhöhtes Risiko der Entwicklung von Asthma.

Schlafstörungen bewirken Veränderungen im Körper mit schädlichen Auswirkungen
Letztendlich hatten die Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit ein dreifach höheres Risiko der Entwicklung von Asthma, verglichen mit Menschen ohne Schlaflosigkeit. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass alle Veränderungen im Körper aufgrund von Schlafstörungen zu schädlichen Auswirkungen der Atemwege führen können.

Weitere Forschung ist nötig
Eine verstärkte Fokussierung auf die nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen von Schlaflosigkeit könnte hilfreich sein bei der Prävention von Asthma, sagen die Mediziner. Weitere prospektive Studien seien allerdings erforderlich, um die Ergebnisse der aktuellen Studie zu bestätigen. (as)

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