Studie: Ständiger Stress kann Auslöser von Alzheimer sein

Fabian Peters
Kognitiven Beeinträchtigung im Alter hängen oft mit Stress zusammen
Häufig ist Stress mit der Entwicklung von milden kognitiven Beeinträchtigung verbunden. Diese erhöhen wiederum die Wahrscheinlichkeit, im späteren Leben Alzheimer zu entwickeln. Ein Forscherteam um Mindy J. Katz vom Albert Einstein College of Medicine stellte nun fest, dass Stress-Management helfen kann, die neurodegenerative Erkrankung zu verlangsamen oder sogar komplett zu verhindern. Hier einige Tipps, wie Sie im Alter stressfreier und gesünder durch das Leben kommen.

Menschen die generell viel Stress empfinden, entwickeln öfter leichte Denk- und Gedächtnisprobleme. Aus solchen schwachen kognitiven Beeinträchtigungen können später massivere Probleme wie beispielsweise Demenzerkrankungen entstehen, warnten die amerikanische Forscher. Dies bestätige die aktuelle vom „Montefiore Health System“ und dem „Albert Einstein College of Medicine“ durchgeführte Studie. Die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachjournal „Alzheimer Disease & Associated Disorders“.

Stress hat einen maßgebichen Einfluss auf das Alzheimer-Risiko. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)
Stress hat einen maßgebichen Einfluss auf das Alzheimer-Risiko. (Bild: contrastwerkstatt/fotolia.com)

Studie an 507 Senioren bringt interessante Ergebnisse
Stress ist schlecht für unsere Gesundheit. Diese Tatsache ist schon lange bekannt, aber wie und worauf sich Stress genau auswirkt, ist noch nicht vollständig erforscht. In ihrer aktuellen Studie stellten die amerikanischen Forschern nun fest, dass die Behandlung von Stress bei älteren Patienten helfen kann, neurodegenerative Erkrankung im besten Fall komplett zu verhindern.

Glücklicherweise lässt sich Stress recht einfach vermeiden, wenn die richtigen Strategien zum Stress-Management angewendet werden. Wahrgenommener Stress kann laut Aussage der US-Forscher beispielsweise durch eine sogenannte Achtsamkeitsbasierte-Stressreduktion, kognitive Verhaltenstherapie und Stress-reduzierende Medikamente vermindert werden. Diese Behandlungsmethoden seien in der Lage, den kognitiven Verfall eines Menschen zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen, erklärte die Hauptautorin Dr. Mindy Katz auf Basis der aktuellen Ergebnisse. An der Studie hatten insgesamt 507 Senioren teilgenommen.

Alzheimer-Risiko steigt mit dem Alter
Oft treten die ersten Symptome für Alzheimer bei Menschen auf, die sechzig Jahre oder älter sind, erläutert die US-Gesundheitsbehörde „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC). Das Risiko zur Entwicklung der Krankheit steige mit fortschreitendem Alter stetig an. Mediziner vermuten, dass eine Veränderung des Gehirns oder eine durch unsere Familie bedingte Veranlagung schuld an dem Problem ist. Natürlich würden auch noch andere Faktoren einen Ausbruch der Krankheit begünstigen, betonen Dr. Katz und Kollegen.

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Tipps um gesund durchs Alter zu kommen
Um Stress im Alter zu vermeiden, veröffentlichte die „American Psychological Association“ jetzt einige Tipps zum Stress-Management speziell für ältere Menschen. Wichtig sei es, sich selbst zu lieben. Damit sei gemeint, dass der Körper bestmöglich behandelt und gepflegt wird. Bewahren Sie sich einen aktiven und gesunden Lebensstil, achten Sie auf ihr Gewicht, schon durch solch simple Verhaltensweisen können Sie ihr Stresslevel erheblich senken, betonen die Mediziner. Bleiben Sie immer positiv, denn negative Gedanken erhöhen den emotionalen Stress, warnen die Wissenschaftler weiter.

Konzentrieren Sie sich auf die erfreulichen Seiten des Lebens und vermeiden Sie negative Gedanken wie beispielsweise „Ich bin zu alt, ich kann das nicht mehr tun“. Versuchen Sie an Aktivitäten mit anderen Mitmenschen in ihrer Umgebung teilzunehmen, denn soziale Interaktion reduziert nicht nur den Stress, sondern steigert auch das Selbstwertgefühl. Ein starkes soziales Umfeld könne helfen das Risiko für Depressionen zu vermindern und älteren Erwachsenen die Anpassung an neue Lebensphasen wie beispielsweise den Ruhestand oder den Verlust von alten Freunden erleichtern. Fangen Sie an neue Sachen zu erlernen, egal ob sie einen Sprachkurs an der Volkshochschule belegen oder zu einem Tanzkurs gehen, das Erlernen von neuen Fähigkeiten oder neuen Sprachen hält ihr Gehirn „fit“ und auch so könne Stress verhindert werden, mahnen die Wissenschaftler der „American Psychological Association“.

Psychologen können helfen, Stress zu bewältigen
Sollten Sie feststellen, dass Sie ihren Stress nicht alleine bewältigen können, suchen Sie sich professionelle Hilfe. Stress kann im späteren Leben dem Betroffenen beispielsweise den Spaß am Ruhestand oder den Enkeln verderben. Psychologen können älteren Menschen jedoch helfen, aufgebauten Stress abzubauen. Außerdem sei es möglich, sogar negative Gedanken mit verschiedenen therapeutischen Techniken zu verändern, erklärten die Wissenschaftler. Eine Technik wird als kognitive Verhaltenstherapie bezeichnet. Diese Behandlung ermöglicht es, tief verwurzelte negative Gedanken aufzudecken. Solch eine Art von Therapie helfe Patienten auch, Gedanken und Ansichten zu ändern, die normalerweise Stress auslösen würden, fügten die Mediziner von der „American Psychological Association“ hinzu. (as)