Studie: Statine können die Entwicklung von Parkinson fördern

Alexander Stindt
Mediziner untersuchen Auswirkungen der Einnahme von Statinen auf Parkinson
Die Parkinson-Krankheit ist eine auf der ganzen Welt verbreitete neurodegenerative Erkrankung. Forscher fanden jetzt heraus, dass zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten eingesetzte Statine den Beginn der Parkinson-Krankheit beschleunigen können.

Die Wissenschaftler des Penn State College of Medicine stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass die Einnahme von Statinen bei Menschen die Entstehung von Parkinson beschleunigt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Movement Disorders“.

Viele Menschen verwenden in der heutigen Zeit sogenannte Statine, um hohe Cholesterinwerte zu behandeln. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Einnahme von Statinen das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöht. (Bild: roger ashford/fotolia.com)

Menschen mit einem erhöhten Parkinson-Risiko sollten keine Statine einnehmen
Wenn Menschen anfällig für die Entstehung der Parkinson-Krankheit sind, sollten sie keinesfalls Statine einnehmen, um beispielsweise hohe Cholesterinwerte zu behandeln. Ein Einnahme beschleunigt bei solchen Personen den Beginn der Krankheit, sagen die Autoren der Studie.

Ergebnisse widersprechen anderen Untersuchungen
Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung widersprechen einer anderen Studie, welche darüber berichtet hatte, dass das Absetzen der Statine das Risiko für eine beschleunigte Entwicklung von Parkinson erhöht. Dies wurde als ein Beweis dafür interpretiert, dass Statine vor der Parkinson-Krankheit schützen, sagen die Forscher.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Statinen
Die Daten der aktuellen Studie deuten allerdings auf eine komplett andere Erklärung hin, so der Autor Professor Xuemei Huang vom Penn State College of Medicine in den USA. Die Verwendung von Statinen könne zu neuen Parkinson-Symptomen führen, weshalb die Patienten dann die Anwendung von Statinen beenden. Ein weiterer Grund für die inkonsistenten Ergebnisse sei, dass es zwei verschiedene Arten von Statinen gibt. Es gibt sogenannte wasserlösliche Statine, welche nicht in das menschliche Gehirn gelangen können, und fettlösliche Statine, welche in der Lage sind, in das Gehirn einzudringen, fügt Professor Huang hinzu.

Welche Kernsymptome treten bei Parkinson auf?
Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) wird häufig auch als die Schüttel-Krankheit bezeichnet. Bei Parkinson sterben die Dopamin produzierenden Nervenzellen in der Struktur im Mittelhirn ab. Dies führt dann zu den typischen Bewegungsstörungen, erläutern die Experten. Es gibt verschiedene Kernsymptome der Erkrankung. Zu diesen gehören beispielsweise auftretende Muskelstarre, Tremor (Muskelzittern), Instabilität bei der Haltung und verlangsamten Bewegungen.

Mediziner analysieren für ihre Studie die Daten von mehr als 50 Millionen Menschen
Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel werden generell mit beiden Arten von Statinen behandelt. Somit ist die Interpretation der Ergebnisse und der möglichen Auswirkungen auf die Parkinson-Krankheit äußerst schwierig, erklären die Wissenschaftler. Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher die Daten einer Datenbank mit Versicherungsansprüchen von mehr als 50 Millionen Menschen. Dabei identifizierten sie fast 22.000 Menschen mit einer Parkinson-Krankheit. Diese Zahl wurde für die Studie auf 2.322 Patienten mit neu diagnostizierter Parkinson-Krankheit reduziert. Die Daten der Teilnehmer wurden dann mit den Daten von Menschen ohne Parkinson in einer Kontrollgruppe verglichen, erklären die Mediziner. So konnten die Experten feststellen, welche Patienten Statine eingenommen hatten und wie lange es dauerte bis die ersten Parkinson-Krankheitssymptome auftraten.

Ergebnis der Studie: Statine erhöhen eindeutig das Risiko für Parkinson
Eine vorherige Verwendung von Statinen konnte eindeutuig mit einem höheren Risiko für die Parkinson-Krankheit verbunden werden, erläutern die Experten aus den USA. Der Gebrauch von Statinen wurde mit einem höheren Risiko für die Entstehung von Parkinson in Verbindung gebracht, nicht mit einem geringeren Risiko, betonen die Autoren. Die erhöhte Risiko sei besonders groß bei sogenannten lipophilen Statinen. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu der Hypothese, dass Statine die menschlichen Nervenzellen schützen, so Professor Huang. (as)