Studie: Trennung vom iPhone verursacht Stress

Heilpraxisnet

Trennung vom iPhone erzeugt Angst und Stress

17.01.2015

Einer neuen Studie zufolge erzeugt ein Smartphone-Entzug bei vielen Menschen Stress. Zudem stellen sich häufig Angstgefühle und Unwohlsein ein. Und auch die Konzentrationsleistung nimmt ab. Folgestudien sollen mehr Klarheit bringen.


Smartphone-Nutzer mussten Wortsuchspiel lösen
Eine US-amerikanischen Studie legt nahe, dass Smartphone-Nutzer ohne ihr Telefon unter Stress geraten können. Für die Untersuchung haben Wissenschaftler der Universität von Missouri 40 iPhone-Nutzer ein Wortsuchspiel lösen lassen und währenddessen ihren Blutdruck gemessen. Die Forscher ließen die Probanden dabei in dem Glauben, an einem Test für ein neues Blutdruckmessegerät teilzunehmen. Beim ersten Durchgang konnten die Versuchsteilnehmer ihr Smartphone bei sich behalten.

Handys in Hör- und Sichtweite der Probanden
Im zweiten Durchgang mussten sie ihre Geräte abgeben, ihnen wurde gesagt, dass die Telefone Signalstörungen verursachten. Die Handys wurden zwar in Hör- und Sichtweite der Probanden aufbewahrt, doch sie hatten keinen Zugriff darauf. Die Forscher riefen die Teilnehmer an, während diese mit der Lösung ihrer Aufgabe beschäftigt waren. Damit die Handy-Besitzer das Klingeln ihres Telefons hören konnten, haben die Wissenschaftler zuvor heimlich die Stummschaltung der Smartphones ausgestellt.

Herzfrequenz und Blutdruck stiegen an
Wie sich zeigte, stiegen bei den Teilnehmern ohne Telefon Herzfrequenz und Blutdruck an. Zudem litten sie unter Angstgefühlen und Unwohlsein. Außerdem wurde festgestellt, dass die Probanden die Aufgabe deutlich schlechter lösen konnten. Den Forschern zufolge sei nicht die Ablenkung durch den Anruf Grund für die verminderte Konzentrationsfähigkeit, sondern tatsächlich die „Trennung“ vom iPhone. Diese könne die Aufmerksamkeitsfähigkeit während Denkaufgaben erheblich negativ beeinflussen.
Studie nicht repräsentativ für Gesamtbevölkerung
Da es sich bei den Probanden ausschließlich um Frauen Anfang 20 gehandelt habe, sei die Studie nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Wie es heißt, sollen Folgestudien zeigen, ob sich auch bei anderen Personengruppen mit andern Geräten als iPhones ähnliche Auswirkungen zeigen. Es gab zudem auch keinen Testlauf, bei dem die Teilnehmer von ihren Geräten getrennt waren, aber nicht angerufen wurden.

Schmerzen durch Handy-Nacken
Wie sehr vor allem junge Menschen heutzutage an ihren Smartphones hängen, wurde bereits in zahlreichen Studien hervorgehoben. Zudem zeigen Untersuchungen, dass die häufige Nutzung der Telefone nicht nur abhängig machen, sondern auch körperliche Beschwerden verursachen kann. So hat sich etwa Dr. Kenneth K. Hansraj von New Yorker Klinikum für Wirbelsäulenchirurgie und Rehabilitation in einer im November 2014 veröffentlichten Studie dem sogenannten Handy-Nacken gewidmet. Durch die Fehlhaltung mit gesenktem Kopf müssen Wirbelsäule und Muskulatur ein Vielfaches an Gewicht tragen. Die Folge davon können unter anderem starke Verspannungen, insbesondere Nackenverspannungen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen sein. (ad)

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Bildnachweis: Robert Müller / pixelio.de