Neue Studie: Überlastete Mütter haben häufig kranke Kinder

Sebastian

Studien: Überlastete Mütter haben häufig kranke Kinder

Nach Einschätzung von Experten haben überlastete Frauen auch häufiger kranke Kinder. Dies zeigt eine neue Datenerhebung, die nun vorgestellt wurde. Demnach brauchten rund zwei Drittel der Kinder, die mit ihrer Mutter bei einer Kur waren, ebenfalls eine Behandlung.

Überlastete Mütter mit kranken Kindern
Schlafstörungen, Stress, Angstzustände, körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit: Aufgrund zunehmender Arbeitsbelastung und der Übernahme von Familienverantwortung sind mehr und mehr Mütter zunehmend erschöpft und müssen behandelt werden. Dies hat auch enorme gesundheitliche Auswirkungen auf ihren Nachwuchs, denn überlastete Mütter haben nach Einschätzung von Experten oft kranke Kinder. Dies geht aus Daten des Müttergenesungswerkes (MGW) hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurden.

Wenn Mütter überlastet sind, sind die Kinder oft krank. (Bild: pathdoc - fotolia)
Wenn Mütter überlastet sind, sind die Kinder oft krank. (Bild: pathdoc – fotolia)

Erschöpfungszustände bis hin zum Burn-out
Wie das DGW in einer Pressemitteilung bekannt gab, leiden von rund 50.000 Müttern, die 2014 an einer Mutter-Kind-Kurmaßnahme im Müttergenesungswerk teilgenommen haben, über 80 Prozent unter Erschöpfungszuständen bis hin zum Burn-out. Von den rund 72.000 mitreisenden Kindern brauchten zwei Drittel ebenfalls eine Behandlung. Die Krankheiten von Kindern stehen den Angaben zufolge häufig in Verbindung mit belastenden Familiensituationen. So stehen viele Mütter nach wie vor als Hauptverantwortliche für Familienarbeit in einer permanenten Überlastungssituation mit Zeitstress und hohem Erwartungsdruck.

„Schwächung des sozialen Systems Familie“
Laut MGW hatte etwa jedes vierte Kind (26 Prozent) Atemwegserkrankungen. Auch psychische Störungen (23 Prozent) nehmen zu, zum Beispiel Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Störungen oder ADHS. Außerdem kommen oft krankmachende Familiensituationen (18 Prozent) hinzu wie Trennung und Trauer oder auch Gewalterfahrungen. Die Kuratoriumsvorsitzende Dagmar Ziegler, MdB erläuterte: „Mütter sind durch die Vielzahl der Anforderungen und Erwartungen stark überlastet. Das ständige Hin und Her zwischen Kindern, Haushalt und Beruf ist zu einem Bermudadreieck für Mütter geworden, in dem ihre eigenen Bedürfnisse verloren gehen, sie werden krank. Die Folge ist die Schwächung des sozialen Systems „Familie“ und damit auch der Kinder.“

Nachhaltige Wirkung auf Mutter und Kind
Die Geschäftsführerin MGW, Anne Schilling, ergänzte: „Das mütterspezifische Konzept der Kurmaßnahmen des Müttergenesungswerkes berücksichtigt die Mutter-Kind-Beziehung. Wir wissen, dass die Behandlung von Müttern und Kindern Wechselwirkungen vorweisen und einen direkten Bezug zur Gesundheit von Kindern haben. Die individuelle Erarbeitung von alltagstauglichen Strategien während der Kur, um krankmachende Faktoren zu minimieren sowie die Nachsorgeangebote wirken nachhaltig auf Mutter und Kind.“ (ad)

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