Studie: Vegetarier leben länger

Lars Budde

Studie: Vegetarier leben länger als Nicht-Vegetarier

06.06.2013

„Vegetarische Diäten stehen mit einer geringeren Todesrate […] in Verbindung“, ermittelte eine Studie der Loma Linda University in Kalifornien unter rund 70.000 Teilnehmern. Sie wurde vor wenigen Tagen im Medizin-Journal JAMA publiziert und wirft ein deutliches Licht auf die Vorteile vegetarischer sowie veganer Ernährung. Das Endergebnis: 12 Prozent weniger Todesfälle und 19 Prozent weniger Herzkrankheiten wie Herzinfarkt auf Seiten der Vegetarier. Vor allem Männer profitieren den Ergebnissen zufolge von fleischloser Ernährung.

Vegetarische Ernährung senkt Todesrate
„Das professionelle Interesse an vegetarischer Ernährung hat unvorhergesehene Level erreicht, doch das Wissen über vegetarische Diäten und dessen Einfluss auf das menschliche Leben sind noch lange nicht komplett“, erklärte Dr. Joan Sabate von der Loma Linda University Anfang des Jahres. Mit einer neuen Studie unter Leitung von Dr. Michael Orlich trägt die kalifornische Universität jetzt dazu bei, die bestehenden Wissenslücken zu füllen. Insgesamt 73.308 Teilnehmer unterteilte man hierfür in fünf Gruppen: Nicht-Vegetarier; Semi-Vegetarier, die ihren Fleischkonsum reduzierten; Pesco-Vegetarier, die Fisch- und Meeresfrüchte essen; Ovo-Lacto-Vegetarier, die Milchprodukte und Eier essen sowie Veganer, die auf den Konsum tierischer Produkte komplett verzichten.

Untersucht wurde insbesondere die Mortalität der Studienteilnehmer. Im Beobachtungszeitraum starben 2.570 der 73.308 Teilnehmer, wobei die Sterberate der Vegetarier zwölf Prozent unter der Mortalität der Nicht-Vegetarier lag. Auch einige chronische Erkrankungen zeigten sich in den vegetarischen Testgruppen seltener, darunter Herzkrankheiten, Nierenversagen und Diabetes. Größter Profiteur sind den Studienergebnissen zufolge Männer. Obwohl die vegetarischen und veganen Studienteilnehmer besser ausgebildet waren, sich mehr bewegten und weniger Alkohol tranken, ist sich Orlich sicher: „Wenn Menschen Entscheidungen über ihre Ernährung treffen und ihre Möglichkeiten abwägen, sollten sie auch die Ergebnisse dieser Studie in ihre Entscheidung einbeziehen.“

Weitere Studien bestätigen Erkenntnisse der Loma Linda University
Ähnliche Ergebnisse zeigten sich im Übrigen auch in anderen Forschungsarbeiten. Eine Langzeitstudie des deutschen Krebsforschungszentrums ermittelte 2010, dass die Sterberate bei fleischloser Ernährung gegenüber der deutschen Gesamtbevölkerung deutlich sinkt – bei Frauen um durchschnittlich 30 Prozent, bei Männer sogar um durchschnittlich 50 Prozent. Britische Forscher der University of Oxford veröffentlichten im Januar 2013 einen Beitrag im „American Journal of Clinical Nutrition“, indem sie ebenso interessante Studienergebnisse präsentierten. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Vegetarier deutlich seltener an Herzkrankheiten leiden als Nicht-Vegetarier. Grundlage der Untersuchung waren Daten von immerhin rund 45.000 Patienten.

Warum besonders Männer von einer fleischlosen Ernährung profitieren, ist weitgehend unklar. Vermutet wird, dass Frauen grundsätzlich mehr auf ihre Gesundheit achten. Die positiven Effekte würden sich bei Frauen demnach weniger deutlich zeigen als bei Männern. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wolle man in Zukunft mehr geschlechtsspezifische Studien angehen. Und auch die Effekte auf Krebserkrankungen sollen näher untersucht werden. Unklar bleibt derweil, ob die Studienergebnisse von der ohnehin gesünderen Lebensweise von Vegetariern und Veganern abhängen. Auf diesen Zusammenhang pochen immer wieder Kritiker oben genannter Studien. Welche Rezepte sich auch ohne Fleisch zubereiten lassen, verraten Seite wie www.vegetarische-rezepte.com. (lb)

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