Studie: Vitamin B3 in der Schwangerschaft kann Fehlgeburten verhindern

Alexander Stindt
Wissenschaftler finden eine wichtige Ursache für Fehlgeburten und Geburtsfehler
Forscher fanden jetzt heraus, dass Vitamin B3 Fehlgeburten und Geburtsfehler verhindern kann. Die Experten erzielten sozusagen einen doppelten medizinischen Durchbruch, sie fanden eine der Ursachen für Fehlgeburten und Geburtsfehler und entwickelten gleichzeitig eine präventive Lösung.

Die Wissenschaftler des Victor Chang Institute in Sydney stellten bei ihrer Studie fest, dass Vitamin B3 Geburtsfehler und Fehlgeburten bei schwangeren Frauen verhindern kann. Die Mediziner veröffentlichten eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen ihrer Untersuchung.

Ein Mangel an Vitamin B3 in der Schwangerschaft kann zu Fehlgeburten und Geburtsfehler bei den Neugeborenen führen. Eine Einnahme des Vitamins könnte die auftretenden Probleme verhindern. (Bild: WavebreakMediaMicro/fotolia.com)

Knapp 8 Millionen neugeborene Babys leiden jedes Jahr unter Geburtsfehlern
Es werden jedes Jahr weltweit etwa 7,9 Millionen Babys mit Geburtsfehlern geboren. Mediziner versuchten jetzt, in einer Untersuchung herauszufinden, ob Vitamin B3 solche gesundheitliche Probleme verhindern kann.

Mutationen in zwei Genen führen zu Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid-Mangel
Die Forscher analysierten bei ihrer Studie die DNA von vier Familien, in denen die Mütter mehrere Fehlgeburten erlitten hatten oder die Babys mit verschiedenen Geburtsfehlern, beispielsweise an Herz, Nieren und Wirbeln geboren wurden. Dabei fanden sie heraus, dass Mutationen in zwei Genen zu einem Mangel an Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NAD) führen können. Dieses Molekül ermöglicht es den Zellen Energie zu erzeugen und den Organen sich normal zu entwickeln, erklären die Wissenschaftler.

Erhöhung des Werts von NAD kann Fehlgeburten und Geburtsfehler verhindern
Die entdeckte Mutationen wurde in Mäusen repliziert, um dort genauer der Auswirkungen zu untersuchen. Dabei fanden die Mediziner heraus, dass die Probleme korrigiert werden konnten, wenn in der Schwangerschaft Niacin (Vitamin B3) eingenommen wird. Es sei also möglich, den sogenannten NAD-Wert zu erhöhen und so das genetische Problem zu umgehen, um Fehlgeburten und Geburtsfehler vollständig zu verhindern.

Vitamin B3 kann zur Prävention eingenommen werden
Eine Ursache und gleichzeitig eine Prävention in einer Studie zu finden, ist äußerst selten, sagen die Wissenschaftler. Die Prävention sei dazu auch noch sehr einfach, wenn die Einnahme von Vitamin B3 auftretende Probleme verhindert.

Nebenwirkungen von hohen Dosen Vitamin B3 in der Schwangerschaft?
Die Dosen von Vitamin B3, welche bei der Studie verwendet wurden, waren 10-fach höher als die derzeit empfohlenen Tagesdosen zur Ergänzung der Ernährung von Frauen. Die Nebenwirkungen von diesen hohen Dosierungen sind bisher noch nicht bekannt. Schwangerschaftskomplikationen entstehen häufig durch komplexe Wechselwirkungen von einer ganzen Anzahl von Faktoren, mahnen die Experten. Die Forscher vom Victor Chang Institute erklärten, dass Frauen während ihrer Schwangerschaft jedoch bedenkenlos ein spezielles Multi-Vitamin einnehmen können, welches die empfohlene Menge von 18 Milligramm Niacin enthält.

Weitere Forschung ist nötig
Da es Unterschiede dabei gibt, wie Menschen Nährstoffe aufnehmen und beispielsweise der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) und Diabetes beeinflussen, in welchen Mengen eine Frau Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid produziert, sind laut Aussage der Forscher nun weitere Untersuchungen erforderlich. Auch bleibe bisher unklar, welche Frauen nicht genügend NAD produzieren. Nachfolgende Studien müssen sich mit diesem Thema befassen, so das Fazit der Wissenschatler. (as)