Studie: Weihrauchextrakt wirkt gegen MS?

Fabian Peters

Weihrauchextrakt wirkt gegen die Entzündungsprozesse bei MS

Multiple Sklerose (MS) zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und eine Heilung ist auf Basis der bisher verfügbaren Behandlungsmethoden nicht erreichbar. Allerdings lassen sich die Symptome lindern, so dass die Alltagsfähigkeit der Betroffenen auch im späteren Krankheitsstadium erhalten bleibt. Hier könnte Weihrauchextrakt den Ergebnissen einer aktuellen Studie zufolge in Zukunft zu deutlichen Verbesserungen der Therapie beitragen.


Das Forscherteam um Dr. Klarissa Stürner vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKHS) und Professor Dr. Christoph Heesen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat untersucht, welchen Effekt die Einnahme von Weihrauchextrakt auf das entzündliche Geschehen bei MS mit sich bringt. Dabei konnten sie eine überraschend eindeutige Linderung der entzündlichen Krankheitsaktivität feststellen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in dem Fachmagazin „Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry“ veröffentlicht.

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Entzündliche Krankheitsaktivität signifikant senkt

In der mehrjährigen SABA Studie untersuchten die Wissenschaftler die Therapie mit standardisiertem Weihrauchextrakt bei schubförmiger MS. Das Ergebnis war laut Aussage der Forscher durchaus überraschend. „Die frühe Phase-II-Studie mit insgesamt 28 teilnehmenden Patienten konnte zeigen, dass ein dreimal täglich über einen Zeitraum von acht Monaten als Kapseln eingenommener Weihrauchextrakt die entzündliche Krankheitsaktivität der Multiplen Sklerose in der Magnetresonanztomographie (MRT) signifikant senkt“, so die Mitteilung des UKSH.

Geringe Nebenwirkungen beim Weihrauchextrakt

Den Angaben der Forscher zufolge haben die Studienergebnisse ihre Erwartungen „insbesondere in der Zusammenschau der positiven Effekte der Weihraucheinnahme auf bildgebende, klinische und immunologische Messwerte übertroffen.“ Weihrauch könne angesichts der geringen Nebenwirkungen „insbesondere für geringbetroffene und erst kurz erkrankte Multiple-Sklerose-Patienten eine Behandlungsoption darstellen“, berichtet das UKSH. Nun seien allerdings weitere Studien erforderliche, um die Anwendung des Weihrauchextrakts bei MS zu überprüfen. Von der eigenständigen Einnahme frei verkäuflich erhältlicher Weihrauchpräparate werde ausdrücklich abgeraten.

Neue Ansätze in der MS-Therapie

Weihrauch ist schon lange als natürliches Heilmittel bekannt bekannt, das unter anderem Entzündungen lindern kann (sie hier). Diese entzündungshemmende Wirkung ist laut der aktuellen Studie auch bei MS feststellbar, was Hoffnungen auf neue Therapieoptionen weckt. Andere neue Ansätze zur Behandlung der neurologischen Erkrankung beruhen zum Beispiel auf dem Einsatz bestimmter Pflanzenpeptide. Aber auch mit der richtigen Ernährung lässt sich der Krankheitsverlauf bei Multiple Sklerose verlangsamen. (fp)