Studie: Wenn Kinder zu wenig schlafen, werden sie schneller dick

Alexander Stindt

Eltern sollten auf ausreichenden Schlaf bei ihren Kindern achten

Immer mehr Kinder in der heutigen Zeit leiden an Übergewicht und Fettleibigkeit. Forscher fanden jetzt heraus, dass wenn Kinder zu wenig Schlaf bekommen, dies zu einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Fettleibigkeit führt.


Die Wissenschaftler der University of Warwick stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Schlafmangel bei Kinder zu einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „SLEEP“.

Menschen jeder Altersgruppe brauchen ausreichenden Schlaf. Er ist wichtig für die körperliche und seelische Gesundheit. Wenn Kinder nicht regelmäßig ausreichend schlafen, erhöht sich dadurch das Risiko im späteren Leben Fettleibigkeit zu entwickeln. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Regelmäßiger ausreichender Schlaf ist sehr wichtig für Kinder

Sicherlich wollen alle Eltern ermöglichen, dass ihre Kinder möglichst gesund aufwachsen und nicht schon in der Kindheit an Übergewicht und Fettleibigkeit erkranken. Dabei geht es allerdings nicht nur um die Ernährung der Kinder, sondern auch regelmäßiger Schlaf ist äußerst wichtig. Wenn Kinder und Jugendliche regelmäßig zu wenig schlafen, werden sie dadurch im Alter häufiger unter Übergewicht und Fettleibigkeit leiden.

Schlaf ist modifizierbarer Risikofaktor für zukünftige Fettleibigkeit

Übergewicht kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes führen, die auch bei Kindern zunehmen. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Schlaf ein wichtiger potentiell modifizierbarer Risikofaktor (oder Marker) für zukünftige Fettleibigkeit sein könnte“, erklärt Studienautor Dr. Michelle Miller von der Warwick Medical School in einer Pressemitteilung.

42 Studien wurden ausgewertet

Die Autoren des Artikels untersuchten die Ergebnisse von 42 Populationsstudien an Säuglingen, Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren mit insgesamt 75.499 Teilnehmern. Ihre durchschnittliche Schlafdauer wurde durch eine Vielzahl von Methoden bewertet, von Fragebögen bis zur tragbaren Technologie, erklären die Wissenschaftler.

Probanden wurden in zwei Gruppen unterteilt

Die Teilnehmer wurden in zwei Klassen eingeteilt: Kurz- und Normalschläfer. Kurzschläfer waren Kinder welche weniger Schlaf als die Referenzkategorie für ihr Alter erhielten. Diese basierten auf den neuesten Richtlinien der National Sleep Foundation in den USA, die empfehlen, dass Säuglinge (4 bis 11 Monate) zwischen 12-15 Stunden Schlaf bekommen, dass Kleinkinder (1-2 Jahre) 11-14 Stunden schlafen, Kinder in der Vorschule (3-5 Jahre) sollten 10-13 Stunden und Kinder im Schulalter (6-13 Jahre) zwischen 9 und 11 Stunden schlafen. Teenager (14-17 Jahre) wird empfohlen 8-10 Stunden Schlaf zu bekommen.

Kurzschläfer nahmen an Gewicht zu

Die Teilnehmer wurden über einen medianen Zeitraum von drei Jahren medizinisch überwacht. Veränderungen im BMI und Übergewicht und / oder Adipositas wurden im Laufe der Zeit aufgezeichnet. In allen Altersgruppen nahmen Kurzschläfer an Gewicht zu und hatten insgesamt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von 58 Prozent Übergewichtig und Fettleibig zu entwickeln. „Die Ergebnisse zeigten eine konsistente Beziehung über alle Altersgruppen hinweg, was darauf hindeutet, dass das erhöhte Risiko sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Kindern vorhanden ist. Die Studie bekräftigt auch das Konzept, dass Schlafentzug ein wichtiger Risikofaktor für Fettleibigkeit ist, der schon sehr früh im Leben nachweisbar ist“, sagt Dr. Miller.

Ergebnisse waren konsistent

Durch die Bewertung der verschiedenen Studienergebnisse konnte festgestellt werden, dass es trotz einiger Unterschiede zwischen den Studien eine auffallend konsistente, insgesamt prospektive Assoziation zwischen Kurzschlaf und Fettleibigkeit gibt, erläutert Studienautor Professor Francesco Cappuccio. „Diese Studie baut auf unserer früheren Analyse von Querschnittsdaten im Jahr 2008 auf. Die Bedeutung des neuesten Ansatzes besteht darin, dass nur prospektive Längsschnittstudien eingeschlossen wurden, die zeigen, dass Kurzschlaf der Entwicklung von Fettleibigkeit in späteren Jahren vorangeht, was stark auf Kausalität hindeutet“, fügt der Experte hinzu.

WHO erklärt Fettleibigkeit zur Epidemie

Die Prävalenz von Fettleibigkeit hat weltweit zugenommen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Fettleibigkeit jetzt zu einer globalen Epidemie erklärt. Die Autoren des Artikels betonen, dass während gesundes Essen und Sport wichtig sind, die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es auch wichtig ist genug Schlaf zu erhalten. Die Mediziner schlagen vor, dass Bildungsprogramme genutzt werden könnten, um Eltern und Kinder zu unterstützen, damit diese ihre Schlafmenge maximieren können. (as)