Studie zeigt: Antibabypille beeinträchtigt die Riechleistung

Studie zeigt: Antibabypille beeinflusst auch die Riechleistung
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Antibabypille nicht nur Schwangerschaften verhindert, sondern sich auch anderweitig auf den weiblichen Körper auswirkt. Österreichische Forscherinnen haben nun festgestellt, dass das Verhütungsmittel auch Einfluss auf die Riechleistung hat.

Antibabypille verhindert nicht nur Schwangerschaften
Die Antibabypille gehört zwar zusammen mit Kondomen zu den beliebtesten Verhütungsmitteln der Deutschen. Den besten Ruf hatte das Medikament aber noch nie. Vor allem aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen gerät es immer wieder in die Kritik. Für manche Frauen können Antibabypillen gefährlich sein. So droht laut Experten unter anderem ein hohes Thrombose-Risiko. Das Verhütungsmittel hat aber noch wesentlich mehr Auswirkungen auf den Körper. In einer Studie wurde nun festgestellt, dass es auch die Riechleistung beeinflusst.

In einer Studie zeigte sich, dass die Antibabypille die Riechleistung von Frauen beeinflusst. Der Geruchssinn spielt auch bei der Partnerwahl eine Rolle. (Bild: puhhha/fotolia.com)

Einfluss auf die Gedächtnisleistung und sensorische Kompetenzen
Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, nehmen mit dem Medikament verschiedene Sexualhormone zu sich, die in ihrer Zusammensetzung und Dosierung den Eisprung unterdrücken und somit eine Schwangerschaft verhindern.

Solche Präparate beeinflussen nachweislich auch die Gedächtnisleistung sowie die verbalen und sensorischen Kompetenzen. Eine Studie der Karl-Franzens-Universität Graz und der Medizinischen Universität Wien hat nun gezeigt, dass sich die Pille auch auf die Riechfähigkeit auswirkt.

Auswirkungen auf die Riechleistung
„Die Konzentration des Sexualhormons Östradiol und die Einnahmedauer sind wesentliche Kriterien“, erklärte Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Veronika Schöpf vom Institut für Psychologie der Uni Graz in einer Mitteilung der Hochschule.

„Bei höherem Östradiol-Gehalt wurde die Riechleistung schlechter. Bei niedriger Konzentration konnten die Frauen die Gerüche besser wahrnehmen. Dieser Effekt zeigte sich vor allem bei längerem Einnahmezeitraum“, erläuterte Schöpf.

Kein Grund zur Sorge
Für die Studie, deren Ergebnisse im Fachmagazin „PLOS ONE“ veröffentlicht wurden, testeten die Wissenschaftlerinnen 42 Frauen, die Hormonpräparate mit unterschiedlichen Östradiol-Konzentrationen zwischen einem Jahr und 15 Jahre lang genommen hatten.

„Die Teilnehmerinnen, die sich für die Einnahme einer Pille mit niedriger Östradiol-Konzentration über einen längeren Zeitraum entschieden hatten, konnten besser riechen als die Probandinnen mit einer Pille mit höherer Östradiol-Konzentration“, so Schöpf.

Sie wies jedoch darauf hin, dass kein Grund zur Sorge um die Gesundheit bestehe: „Die Veränderungen sind für die Frauen selbst nicht bemerkbar und auch nicht in einem Bereich, der das sensorische Erleben beeinflusst.“

Das Fazit der Forscherin ist allerdings: „Wenn Frauen, die die Pille nehmen, sich als Probandinnen an wissenschaftlichen Studien beteiligen, sollte diese Ausgangslage vorab in Betracht gezogen werden.“

Geruchssinn spielt auch bei der Partnerwahl eine Rolle
Der menschliche Geruchssinn ist nicht nur für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch für die allgemeine Lebensqualität entscheidend, zum Beispiel für das Erleben von Genuss. Des Weiteren warnen uns die Riechzellen aber auch beispielsweise vor verdorbenen Lebensmitteln.

Selbst bei der Partnerwahl spielt der Geruchssinn eine wesentliche Rolle. „Ohne den Einfluss von hormonellen Verhütungsmitteln suchen wir uns meistens PartnerInnen mit einem komplementären Immunsystem aus, weil der/die aus biologischer Sicht perfekte PartnerIn unsere Immungene ergänzen sollte. Wir wählen unser Gegenüber also auch mit der Nase“, sagte Schöpf.

Der Einfluss solcher Medikamente auf die Partnerschaft zeigte sich auch in einer Studie in den USA. Forscher von der Florida State University hatten dabei schon vor Jahren festgestellt, dass die Pille die Attraktivität des Partners beeinflusst. (ad)

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