Studien: Früchte und Nüsse können bakterielle Infektionen des Herzens begünstigen

Alexander Stindt
Mangan aus Früchten und Nüssen kann zu einer Bedrohung für die Gesundheit werden
Ein erhöhter Konsum von bestimmten Lebensmitteln kann die Konzentration von Mangan im menschlichen Körper so stark erhöhen, dass dies eine gefährliche Infektion des Herzens bei den Betroffenen auslöst. Mangan ist ein Mineral, welches besonders in grünem Gemüse, Früchten und Nüssen vorkommt. Sollten wir also in Zukunft den Konsum von solchen vermeintlich gesunden Lebensmitteln vermeiden?

Die Forscher der Vanderbilt University stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass in Gemüse, Früchten und Nüssen vorkommendes Mineral Mangan zu einer gefährlichen Infektion des Herzens durch ein Bakterium mit der Bezeichnung Staphylococcus aureus führen kann. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Cell Host and Microbe“.

Früchte, Nüsse und grünes Gemüse sollen eigentlich sehr gesund sein. Forscher fanden jetzt jedoch heraus, dass diese Lebensmittel zu einem erhöhten Risiko für eine gefährlichen Infektion des Herzens führen können. (Bild: photocrew/fotolia.com)

Bisher galt die Annahme, dass Gemüse, Früchte und Obst gesund für den Körper sind
Viele Menschen essen häufig grünes Gemüse, Früchte und Nüsse, weil sie von deren gesundheitlichen Vorteilen für den Körper überzeugt sind. Sicherlich haben viele von uns noch die worte ihrer Eltern im Kopf, welche dazu raten, unser Gemüse aufzuessen, weil Gemüse gesund für den Körper ist. Nach den neusten Ergebnissen der Vanderbilt University könnte dieser Ratschlag jedoch zu einer Infektion des Herzens durch ein schädliches Bakterium führen.

Staphylococcus aureus ist die zweithäufigste Ursache für Infektionen des Blutkreislaufs
Durch das Mangan in grünem Gemüse, Obst und Früchten kann das menschliche Herz an einer gefährlichen bakteriellen Infektion erkranken. Das Bakterium Staphylococcus aureus (Staphylokokus) ist die Hauptursache für eine bakterielle Endokarditis (Infektion der Herzkammer und Herzklappen) und die zweithäufigste Ursache für eine Blutkreislaufinfektionen.

Mangan inaktiviert die Verteidigung gegen Pathogene
Bei der Untersuchung wurde Mäusen eine erhöhte Menge von Mangan gegeben. Die Mäuse nahmen dabei etwa dreimal mehr Mangan zu sich, als es normal gewesen wäre, sagen die Experten. Die Auswirkungen einer solchen Überaufnahme von Mangan hatten ernsthafte Auswirkungen auf die Mäuse in dem Versuch. Die meisten der Versuchstiere starben nach einer Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus aureus. Die Forscher fanden heraus, dass überschüssiges Mangan eine Schlüssellinie der Verteidigung gegen Pathogene inaktiviert.

Die Auswirkungen einer Überdosierung von Mangan
Es ist sehr auffällig, dass eine bestimmte Veränderung bei der Ernährung einen der mächtigsten Zweige der angeborenen Immunabwehr inaktivieren und zu einer tödlichen Infektion führen kann, erklärt Autor Professor Eric Skaar von der Vanderbilt University in den USA. Der menschliche Körper erfülle die Aufgabe der Regulierung von Nährstoff-Ebenen eigentlich sehr gut. Die sogenannte traditionelle westliche Ernährung stelle dem Körper dabei ein hohes Maß an Mineralien zur Verfügung. Die Auswirkungen einer Überdosierung von Nährstoffen muss daher genauer untersucht und bei der Ernährung berücksichtigt werden, sagen die Wissenschaftler.

Neurotoxizität und Reduzierung des Intelligenzquotienten bei Kindern
Es gab bereits andere Untersuchungen, welche zeigten dass eine übermäßige Umweltexposition gegenüber Mangan zu Neurotoxizität und einem niedrigeren Intelligenzquotienten (IQ) bei Kindern führen kann. Mangan spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum und der Entwicklung des Gehirns, erläutern die Experten. Außerdem werde es auch bei der Herstellung von Stahl, Legierungen, Batterien und Düngemittel verwendet.

Warum sind Kinder so empfindlich gegenüber Mangan?
Die Ergebnisse der älteren Studien zeigten, dass eine erhöhte Konzentration von Mangan in Haarproben signifikant mit dem Rückgang des Intelligenzquotienten, der Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns und einem schlechteren Gedächtnis verbunden war. Kinder könnte laut Aussage der Wissenschaftler besonders anfällig für die neurotoxischen Effekte der Exposition durch Mangan aus unserer Umgebung sein, weil ihr Gehirn gerade einen dynamischen Prozess von Wachstum und Entwicklung durchmacht. (as)