Studien: Ist Vitamin-D als wichtiger Schutz vor Krebs geeignet?

Alexander Stindt

Ist es sinnvoll Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin-D einzunehmen?

Der Nutzen von Vitamin-D-Präparaten wird kontrovers diskutiert. Japanische Forscher fanden jetzt heraus, dass Vitamin-D den Körper vor Krebs zu schützen scheint. Dies führt zu der Frage, ob Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin-D im Sinne der Krebsprävention sinnvoll sind.


Die Wissenschaftler des Center for Public Health Sciences am National Cancer Center in Tokyo stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Vitamin-D offenbar vor Krebs schützen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ).

Vitamin-D ist reichlich enthalten z.B. in Fettfischen (Lachs, Hering etc.), Eiern, Butter und Käse. (Bild: bit24/fotolia.com)

Wie gelangt Vitamin-D in den Körper?

Vitamin-D spielt eine wichtige Rolle im Körper, das Vitamin schützt beispielsweise Knochen und Muskeln und verhindert Erkrankungen wie eine Rachitis. Vitamin-D wird produziert, wenn die menschliche Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Außerdem kann es auch mit bestimmten Lebensmitteln aufgenommen werden, wie beispielsweise mit Eiern und fettem Fisch. Es ist auch möglich Vitamin-D in Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen.

Vitamin-D schützt vor Leberkrebs

Die japanischen Forscher sagen, dass höhere Werte des Vitamins mit einem niedrigeren Risiko von Krebs verbunden sind, insbesondere bei Leberkrebs. Vitamin-D habe zudem bei mehreren Arten von Krebs eine schwache Wirkung, erklärt Studienautor Taiki Yamaji vom National Cancer Center in Tokyo.

Mediziner analysierten Blutproben von mehr als 30.000 Probanden

Dies war nicht die erste Studie, welche nahelegt, dass Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel ein erhöhtes Risiko für eine Reihe von Krebserkrankungen haben könnten. Die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig, da einige Untersuchungen keinen solchen Effekt feststellten und andere Schutzwirkungen gegen bestimmte Krebsarten vermuten lassen. Die aktuelle Studie befasste sich mit diesem Problem. Das Team untersuchte die Konzentrationen der biologisch aktiven Form von Vitamin-D in Blutproben von mehr als 30.000 Personen mittleren Alters in Gesundheitszentren in ganz Japan während der frühen 1990er Jahre. Die Teilnehmer der Untersuchung wurden über einen Median von 16 Jahren medizinisch überwacht. Die Forscher stützten ihre Analyse auf die Daten von insgesamt 3.301 Teilnehmern, welche nach der Anmeldung zur Studie Krebs entwickelten. Zusätzlich wurden noch weitere 4.044 zufällig ausgewählte Teilnehmer zur Untersuchung ausgewählt, von den 450 an Krebs erkrankten.

Vitamin-D senkt das Krebsrisiko

Unter der Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen und Familienvorgeschichte von Krebs sowie saisonalen Unterschieden im zirkulierenden Vitamin-D, fand das Team heraus, dass höhere zirkulierende Mengen an Vitamin-D im Blut insgesamt mit einem geringeren Krebsrisiko verbunden sind. Im Vergleich zum Quartil der Teilnehmer mit den niedrigsten zirkulierenden Vitamin-D-Spiegeln hatte das Quartil mit den höchsten Spiegeln ein um 22 Prozent geringeres Krebsrisiko. Die Experten erklären, dass es keinen Unterschied bei der Wirkung von Vitamin-D aufgrund des Geschlechts gibt.

Vor welchen Krebsarten schützt Vitamin-D?

Bei der Untersuchung bestimmter Krebsarten fand das japanische Forscherteam heraus, dass bei der Gruppe mit den höchsten Vitamin-D-Spiegeln im Vergleich zu den niedrigsten Spiegeln ein um etwa 50 Prozent reduziertes Risiko für Leberkrebs vorlag. Es wurde auch eine schwächere Wirkung bei sogenanntem prämenopausalen Brustkrebs gefunden, aber es gab keine eindeutige Auswirkung auf andere Krebsarten, einschließlich Lungenkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs oder Brustkrebs

Gab es Einschränkungen bei der Studie?

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Studie Einschränkungen unterliegt, da beispielsweise Vitamin-D nur zu bestimmten Zeitpunkten eingenommen wurde. Außerdem waren die Teilnehmer möglicherweise einfach gesundheitsbewusster als die allgemeine Öffentlichkeit.

Sonnenlicht ist ein wichtiger Bestandteil für die Produktion von Vitamin-D. (Bild: paultarasenko/fotolia.com)

Das Gesamtkrebsrisiko war reduziert

Das Team fand heraus, dass die Verbindung zu einem niedrigeren Gesamtkrebsrisiko sogar dann bestand, wenn Leberkrebs aus der Analyse ausgeschlossen wurde. Grund dafür könnte sein, dass kleinere Effekte von Vitamin-D auf andere Krebsarten sich addieren könnten, wenn sie zusammen betrachtet werden, erläutert Yamaji.

Schutzeffekt ist vermutlich recht bescheiden

Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung stimmen mit anderen Studien überein, welche ebenfalls eine schützende Wirkung von Vitamin-D gegen Todesfälle durch Krebs gefunden hatten. Vermutlich ist der Effekt von Vitamin-D jedoch relativ bescheiden und es geht eher darum, ein niedriges Niveau zu vermeiden, als hohe Niveaus zu erreichen, so das Fazit der Forscher.

Reichen Sonnenstrahlen aus um genug Vitamin-D zu bekommen?

Kritiker der Untersuchung behaupten, dass die Studie nicht klar beweist, ob ein Mangel an Vitamin-D einen direkten Einfluss auf das Krebsrisiko hat oder ob dieses Risiko lediglich auf einen schlechten Gesundheitszustand zurückzuführen ist. Menschen sollten einfach die Sonne genießen und darauf achten keinen Sonnenbrand zu bekommen, dies müsste ausreichen, um im Sommer genug Vitamin-D zu erhalten und einen Vitamin-D-Mangel zu vermeiden. (as)