Studien: Kartoffeln können das Schwangerschaftsdiabetes Risiko erhöhen

Ein hoher Kartoffelkonsum in der Schwangerschaft steht möglicherweise mit dem Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes in Zusammenhang. (Bild: fizkes/fotolia.com)
Fabian Peters
Schwangere Frauen sollten nicht zu viele Kartoffeln essen, rät eine aktuelle Studie
Für viele Deutsche gehören Kartoffeln zu einer anständigen warmen Mahlzeit. Schwangere Frauen sollten allerdings vorsichtig mit den gut schmeckenden Knollen umgehen. Amerikanische Wissenschaftler von den „National Institutes of Health“ fanden jetzt heraus, dass bei schwangeren Frauen ein erhöhtes Diabetes-Risiko entstehen kann, wenn diese während ihrer Schwangerschaft viele Kartoffeln essen.

In der Schwangerschaft sollten Mütter vorsichtig mit dem Verzehr von Kartoffeln sein. Die aktuelle Untersuchung ergab, dass Schwangere ein erhöhtes Risiko haben, Diabetes zu entwickeln, wenn sie oft Kartoffeln konsumieren. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die amerikanischen Mediziner im „British Medical Journal“(BMJ).

Ein hoher Kartoffelkonsum in der Schwangerschaft steht möglicherweise mit dem Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes in Zusammenhang. (Bild: fizkes/fotolia.com)
Ein hoher Kartoffelkonsum in der Schwangerschaft steht möglicherweise mit dem Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes in Zusammenhang. (Bild: fizkes/fotolia.com)

Kartoffelkonsum in der Schwangerschaft erhöht Diabetes-Risiko
Die Kartoffel gehört wohl zu den wichtigsten Nahrungsmitteln der Welt. Viele Menschen konsumieren Kartoffeln mehrfach in der Woche. Es gibt unzählige Arten, Kartoffeln zu verarbeiten. Egal ob püriert, gebraten, gebacken oder gekocht – Kartoffeln sind immer eine wohlschmeckende Mahlzeit. Schwangere Frauen sollten allerdings vorsichtig mit dem sogenannten Erdapfel sein, warnten jetzt Experten aus Amerika. Eine aktuelle Studie ergab, dass der regelmäßige Konsum von Kartoffeln das Diabetes-Risiko bei Schwangeren erhöht. Wenn schwangere Frauen in der Woche zwei bis vier mal Kartoffeln essen, erhöhe sich ihr Risiko Diabetes zu entwickeln um bis zu 27 Prozent, erläuterten die Mediziner. Kartoffeln enthalten viel Stärke, diese kann einen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels auslösen.

Negative Auswirkungen von Kartoffeln in der Schwangerschaft
Für ihrer Studie untersuchten und beobachteten die Forscher mehr als 21.000 Schwangerschaften. Die Experten analysierten den Gesamtkartoffelverbrauch der Probanden. Durch das Ergebnis der aktuellen Studie könne ein hoher Kartoffelkonsum mit einem erhöhten Diabetes-Risiko verbunden werden, erläuterten die amerikanischen Mediziner. Selbst wenn schwangere Frauen nur eine Portion Kartoffeln in der Woche essen, erhöht sich ihr Risiko Diabetes zu entwickeln um etwa zwanzig Prozent, verglichen mit Frauen, die keine Kartoffelgerichte zu sich nehmen. Essen Frauen fünf Portionen Kartoffeln in einer Woche, erhöht sich das Diabetes-Risiko laut Aussage der Wissenschaftler sogar um 50 Prozent. Schwangere sollten einfach zwei Portionen Kartoffeln durch Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte ersetzen, rieten die Forscher. Kartoffeln seien zwar reich an Vitamin C, Kalium und Ballaststoffen, aber sie würden auch große Mengen schnell resorbierbare Stärke enthalten, fügten die Experten hinzu. Diese könne negative Auswirkungen auf unseren Glukose-Stoffwechsel haben. Ein hoher Kartoffelkonsum wurde in früheren Studien bereits mit Insulinresistenz und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht.

Gesunde und aktive Lebensweise schützt vor Schwangerschaftsdiabetes
Durch eine Schwangerschaft entstehen zusätzliche Anforderungen für den weiblichen Körper. Einige Frauen entwickeln zu diesem Zeitpunkt Diabetes. Die sogenannte Schwangerschaftsdiabetes verschwindet meist nach der Geburt des Kindes. Die Erkrankung kann aber langfristig gesundheitliche Risiken für die Mutter und ihr Kind auslösen. Eine Schwangerschaftsdiabetes kann mit Diät und Bewegung behandelt werden, aber einige Frauen benötigen Medikamente, um ihren Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten. Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes könnten während der Schwangerschaft eine Präeklampsie und Bluthochdruck entwickeln, warnte Cuilin Zhang, die Hauptautorin der Studie von den „National Institutes of Health“. Dies könne sich negativ auf den Fötus auswirken, und auf lange Sicht könne die Mutter ein hohes Risiko für Typ-2-Diabetes entwickeln.

Der Verzehr von Kartoffeln vor der Schwangerschaft könne zwar nicht direkt mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes in Verbindung gebracht werden, aber es bestehen Anzeichen für einen Zusammenhang, erklärte die britische Medizinerin Dr. Emily Burns von „Diabetes UK“. Frauen sollten ihr Risiko für Schwangerschaftsdiabetes grundsätzlich verringern, indem sie auf ihr Gewicht achten, aktiv leben und sich gesund und ausgewogen ernähren, fügte die Medizinerin hinzu. (as)

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