Studien: Männer haben große Angst vorm Arzt

Eine US-Umfrage zeigt: Männer scheuen oft einen Besuch beim Arzt, weil sie Angst vor der Diagnose haben. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Nina Reese
Meist schicken Frauen ihre Männer in die Praxis
Ob anhaltender Husten, chronische Rückenschmerzen oder eine nicht heilen wollende Entzündung am Bein: Die meisten Männer gehen nur selten zum Arzt. Warum das so ist, haben nun US-Meinungsforscher durch eine Umfrage im Auftrag der Orlando-Health-Kliniken ermittelt. Demnach hätten viele Männer Angst vor der Diagnose und würden deshalb unangenehme Untersuchungen lieber vermeiden. Im mittleren Alter sei den Angaben der Probanden zufolge Zeitmangel ein sehr häufiger Grund.

Jüngere Männer oft zu beschäftigt
Haben Männer körperliche Beschwerden, werden diese häufig einfach ignoriert oder als Nichtigkeit abgetan. Sätze wie „Ach, wird schon nicht so schlimm sein“ oder „Das geht von allein wieder weg“ sind dabei nicht selten. Keine Überraschung also, dass viele Männer nicht so häufig zum Arzt gehen, selbst wenn die Symptome unübersehbar sind. Doch warum ist das so? Mit dieser Frage beschäftigte sich nun laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „dpa“ ein Team von US-Meinungsforschern. Diese befragten im Auftrag der Orlando-Health-Kliniken Männer zu den Gründe, die gegen die Vereinbarung eines jährlichen Hausarzttermins sprechen und kamen zu einem interessanten Ergebnis. Demnach würden viele der Befragten Angst vor der Diagnose haben und daher unangenehmen Untersuchungen lieber aus dem Weg gehen. Männer zwischen 18 und 44 hatten außerdem oft angegeben, dass sie zu beschäftigt für einen Arztbesuch seien.

Eine US-Umfrage zeigt: Männer scheuen oft einen Besuch beim Arzt, weil sie Angst vor der Diagnose haben. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)
Eine US-Umfrage zeigt: Männer scheuen oft einen Besuch beim Arzt, weil sie Angst vor der Diagnose haben. (Bild: Monkey Business/fotolia.com)

„Männer können 34 Stunden damit verbringen, Golf zu spielen, jede Woche ein Ballsportspiel schauen oder die Zeit finden, mit ihren Freunden eine Reise nach Las Vegas zu unternehmen. Aber sie können nicht 90 Minuten pro Jahr für einen ärztlichen Check-Up aufbringen? Das ist nicht zu entschuldigen“, sagte der Co-Direktor der „PUR-Klinik“ (Personalized Urologie und Robotik) in Florida, Dr. Jamin Brahmbhatt, laut einem Bericht von „Science Daily“. Männer müssten demnach ihre Gesundheit stärker priorisieren – was auch in Kampagnen zum Thema „Männergesundheit“ vermittelt werden sollte.

Lange Wartezeit schreckt ab
„Es ist immer wieder zu beobachten, dass insbesondere Männer nicht zum Arzt gehen, weil sie Sorge vor der Diagnose haben“, sagte Vincent Jörres vom Deutschen Hausärzteverband gegenüber der „dpa“. Wichtig sei ein „langjähriges Vertrauensverhältnis“, so der Experte weiter. Studien hätten gezeigt, dass Männer auch durch die Wartezeit abschreckt werden, ergänzt Theodor Klotz, Vorstand der Stiftung Männergesundheit. Denn in diese Zeit bestehe die Gefahr, dass man mit anderen Patienten in einem Raum sitzen und deren Gespräche über Krankheiten hören müsse. Erfolgreiche Vorsorgepraxen würden hier eine gute Lösung finden, indem sie Terminsprechstunden anbieten, erklärt Klotz.

Männer betrachten Körper als Werkzeug
Demnach sei auch entscheidend, dass Männer ein anderes Körpergefühl haben als Frauen und ihren Körper stärker als „Werkzeug“ ansehen. Dadurch würden sie oft erst bei sehr starken Schmerzen oder in unvermeidbaren Situationen zum Arzt gehen, wobei meist die Frauen den Anstoß geben. Doch das soll nichts heißen, denn in eigener Sache sind Frauen offenbar auch nicht besser. Denn wie die „dpa“ berichtet, hatte die US-Umfrage gezeigt, dass sich die wichtigsten Gründe gegen einen Arztbesuch bei beiden Geschlechter weitgehend überschnitten. (nr)

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