Studien: Mit fischreicher Kost Depressionen vorbeugen

Fabian Peters
Studie: Hoher Fisch-Konsum schützt womöglich vor Depressionen
Ernährungsexperten empfehlen, zweimal die Woche Fisch zu essen. Fisch gilt grundsätzlich als gesund. Neben wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthält er auch wichtige Vitamine. Fischreiche Kost schützt Untersuchungen zufolge vor verschiedenen Krankheiten. Forscher berichten nun, dass damit womöglich auch Depressionen vorgebeugt werden könne.

Wertvolle Omega-3-Fettsäuren
Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird empfohlen, dass zweimal in der Woche Fisch auf dem Speiseplan stehen sollte. Fisch liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die den Fettstoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen und auch das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Typ 2 Diabetes reduzieren sollen. Zusammen mit Vitaminen sollen Omega-3-Fettsäuren im Winter zudem gegen die sogenannte „Saisonal Abhängige Depression (SAD)“, auch Winterdepression genannt, helfen. Bereits frühere Untersuchungen haben darauf hingewiesen, dass Fisch möglicherweise vor Depressionen schützen kann. Eine nun von chinesischen Forschern veröffentlichte Metastudie stützt diese These.

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Die Fettsäuren im Fisch entfalten eine vorbeugende Wirung gegenüber Depressionen. (Bild: HLPhoto/fotolia.com)

Hoher Fischkonsum reduziert Depressions-Risiko
Wissenschaftler vom Medical College der Qingdao-Universität in Shandong, China, stellten dabei fest, dass Menschen, die viel Fisch essen, eine geringere Neigung zu der psychischen Erkrankung haben. Für ihre Untersuchung wertete das Team 26 veröffentlichte Studien mit insgesamt gut 150.000 Teilnehmern aus. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse vor kurzem im Fachmagazin „Journal of Epidemiology & Community Health“. Den Forschern zufolge fiel das Risiko bei Männern mit einer fischreichen Ernährung um 20 Prozent und bei Frauen um 16 Prozent. Die Wissenschaftler mutmaßen, dass der Grund dafür in den Omega-3-Fettsäuren liegt. Bereits in früheren Untersuchungen wurde festgestellt, dass diese Fettsäuren die Vernetzung des Gehirns fördern, die Mikrostruktur der Membranen verändern und die Übertragung der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin beeinflussen – beide gelten als wichtige Mitspieler bei der Depression.

Zahl der Depressionen weltweit steigt
„Zudem könnten auch die hochwertigen Vitamine und Mineralien im Fisch eine schützende Wirkung haben“, so Fang Li und seine Kollegen. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass jemand der viel Fisch ist, sich grundsätzlich gesünder ernährt und so zur Senkung seines Depressionsrisikos beiträgt. Es seien weitere Studien nötig, um die positiven Auswirkungen des Fischkonsums zu überprüfen. Erforscht werden müsse auch, ob es eine Bedeutung habe, welche Fischsorte verzehrt werde. Weltweit leiden nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 350 Millionen Menschen unter Depressionen – Tendenz steigend. „Prognosen gehen davon aus, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 der zweithäufigste Grund für Krankheit sein wird“, so die chinesischen Forscher. (ad)