Studien: Rothaarige haben ein signifikant erhöhtes Hautkrebs-Risiko

Rothaarige Menschen bekommen meist schneller einen Sonnenbrand, schuld daran ist eine spezielle Genvariante. Diese bewirkt auch, dass bei Rothaarigen das Risiko für Hautkrebs ansteigt. (Bild: Jessmine/fotolia.com)
Alexander Stindt
Rothaarige und Menschen mit einer MC1R Genvariante sollten sich gut vor der Sonne schützen
Wer rote Haare, eine blasse Haut und Sommersprossen hat, muss besonders mit den Kräften der Sonne aufpassen. Durch die verantwortlichen Gene, steigt nämlich das Risiko für Hautkrebs. Die Genvariante führt nicht nur zu roten Haaren, sie erhöht auch gleichzeitig das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Dieses erhöhte Risiko ist vergleichbar mit der erwarteten Mutation, die innerhalb von 21 zusätzlichen Lebensjahren auftritt.

Rothaarige werden in der Schule oft verspottet und bekommen meist durch ihre helle Haut leichter einen Sonnenbrand. Forscher vom Wellcome Trust Sanger Institute fanden jetzt bei einer Untersuchung heraus, dass dafür verantwortliche Gene auch das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Es gibt auch Menschen mit einer MC1R-Gen Kopie, die zwar hellhäutig aber nicht rothaarig sind. Auch bei diesen Betroffenen ist die Genvariante mit einer höheren Anzahl von Mutationen verbunden, die zu Hautkrebs führen können. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

Rothaarige Menschen bekommen meist schneller einen Sonnenbrand, schuld daran ist eine spezielle Genvariante. Diese bewirkt auch, dass bei Rothaarigen das Risiko für Hautkrebs ansteigt. (Bild: Jessmine/fotolia.com)
Rothaarige Menschen bekommen meist schneller einen Sonnenbrand, schuld daran ist eine spezielle Genvariante. Diese bewirkt auch, dass bei Rothaarigen das Risiko für Hautkrebs ansteigt. (Bild: Jessmine/fotolia.com)

Das MC1R-Gen erhöht die Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs
Gehören Sie zu den Menschen die rote Haare haben, hellhäutig sind und Sommersprossen haben? Dann sollten Sie gerade im Sommer besonders vorsichtig sein und sich immer gut vor der Sonne schützen. Eine Genvariante in Rothaarigen bewirkt, dass eine höhere Anzahl von Mutationen auftreten kann, welche dann zu Hautkrebs führen, erklären die Autoren. Das sogenannte MRC1-Gen kann aber auch in Menschen ohne rote Haare vorkommen.

Bereits eine einzige Kopie der MC1R-Gen Variante führt zu mehr mutierten Tumoren
Es ist schon eine Weile bekannt, dass eine Person mit roten Haaren eine erhöhte Wahrscheinlichkeit aufweist, irgendwann im Leben Hautkrebs zu entwickeln. Die Ergebnisse der neuen Studie zeigen aber jetzt zum ersten Mal, dass ein Gen mit der erhöhten Anzahl von Mutationen und Hautkrebs in Verbindung steht, erklären die Wissenschaftler. Es war auch unerwartet zu sehen, dass Menschen mit nur einer einzigen Kopie dieser Gen-Variante eine viel höhere Anzahl von mutierten Tumoren aufwiesen, verglichen mit dem Rest der Bevölkerung, fügen die Experten hinzu.

Rothaarige sollten die Sonne und Sonnenliegen meiden
Rothaarige bilden etwa zwischen ein und zwei Prozent der Weltbevölkerung. In Großbritannien gibt es sogar sechs Prozent Menschen mit roten Haaren. Die Betroffenen haben zwei Kopien einer Variante des sogenannten MC1R-Gens, erläutern die Forscher. Diese führen zu roten Haaren, Sommersprossen und blasser Haut, die im Sommer häufig durch die Sonne verbrannt wird. Die Exposition gegenüber UV-Licht wird entweder von der Sonne oder Sonnenliegen in Solarien verursacht. Rothaarige sollten auf die Experten hören, und deren Warnung vor intensivem Sonnenbaden nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Rothaarige sollten manche Berufsgruppen meiden
Manchmal haben Menschen allerdings keine andere Wahl, als sich extremer Sonneneinstrahlung auszusetzen, beispielsweise wenn Sie eine Arbeit im Freien ausführen. Menschen, die als Bauarbeiter oder Dachdecker arbeiten, sind meist besonders durch die Sonne gefährdet. Aber auch noch andere Berufsgruppen haben ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Wenn Rothaarige in solchen Berufen arbeiten, steigt ihr Risiko zusätzlich weiter an.

Studie analysierte die Daten der Tumor-DNA-Sequenzen von mehr als 400 Krebspatienten
Für ihre Studie analysierte das Team die Daten der Tumor-DNA-Sequenzen von mehr als 400 Menschen mit einer Krebserkrankung. Dabei konnten sie feststellen, dass ein Durchschnitt von 42 Prozent mehr durch die Sonne assoziierten Mutationen bei Menschen mit einer MC1R Genvariante vorlag.

MC1R Genvariante erhöht Anzahl spontaner Mutationen durch das Sonnenlicht
Die MC1R Genvariante erhöht nicht nur die Anzahl spontaner Mutationen durch das Sonnenlicht, sondern sie erhöht auch das Niveau anderer Mutationen in den Tumoren, erklären die Experten. Dies deutet klar darauf hin, dass es biologische Prozesse bei den Entstehung von Krebs in Menschen mit MC1R gibt, die nicht nur mit der Bestrahlung durch UV-Licht zusammenhängen. Rothaarige Menschen sollten besonders vorsichtig bei starker Sonneneinstrahlung sein. Es ist für solche Menschen besonders wichtig, sich durch Sonnenschutzmittel und lange Kleidung vor der Sonne zu schützen, um nicht an Hautkrebs zu erkranken, betonen die Mediziner. (as)

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