Studien: Verzehr von Vollkornprodukten reduzierte das Darmkrebsrisiko

Alexander Stindt
Wie wirken sich Vollkornprodukte auf das Risiko für Darmkrebs aus?
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für die menschliche Gesundheit. Gerade beim Risiko für die Entstehung von verschiedenen Krebserkrankungen kann die richtige Ernährung einen großen Unterschied machen. Forscher fanden jetzt heraus, dass der regelmäßige Konsum von Vollkornprodukten das Darmkrebsrisiko senken kann.

Die Wissenschaftler der international anerkannten Harvard TH Chan School of Public Health stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass der Verzehr von Vollkornprodukten zu einem reduzierten Risiko für die Entstehung von Darmkrebs führt. Die Ergebnisse der Studie wurden vom American Institute for Cancer Research veröffentlicht.

Eine Ernährungsweise mit viel Vollkorn ist gesund. Forscher stellten jetzt bei einer Untersuchung fest, dass der Konsum von Vollkornprodukten vor der Entstehung von Darmkrebs schützen kann. (Bild: photocrew/fotolia.com)

Körperliche Aktivität kann vor Krebs schützen
Ernährung und körperliche Aktivität wirken sich auf das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen aus. Der regelmäßige Verzehr von Hot Dogs, Speck und anderem verarbeiteten Fleisch erhöht das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs. Es gab in früheren Studien außerdem starke Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität vor Darmkrebs schützen kann.

Ernährungsumstellung kann das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs senken
Darmkrebs ist eine der am häufigsten auftretenden Krebsarten. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung zeigen, dass viele Menschen durch eine Umstellung ihrer Ernährung ihr Risiko senken könnten. Ernährung und Lebensstil spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs, erklärt Autor Dr. Edward L. Giovannucci von der Harvard TH Chan School of Public Health.

Experten analysierten die Daten von mehr als 29 Millionen Menschen
Die neue Studie bewertete die Ergebnisse der weltweiten wissenschaftlichen Forschung dazu, wie Ernährung, Gewicht und körperliche Aktivität das Risiko für Darmkrebs beeinflussen können. Der Bericht analysierte insgesamt 99 Studien mit den Daten von über 29 Millionen Menschen, darunter über einer Viertelmillion Personen, bei denen Darmkrebs diagnostiziert wurde.

Diese Faktoren können das Darmkrebsrisiko erhöhen:
Verschiedene Faktoren beeinflussen das Risiko für die Entstehung von Darmkrebs. Zu diesen gehören beispielsweise:

  1. Essen von hohen Mengen an rotem Fleisch, wie Rindfleisch oder Schweinefleisch
  2. Übergewicht oder Fettleibigkeit
  3. täglicher Konsum von zwei oder mehr alkoholischen Getränken (30 Gramm Alkohol), wie Wein oder Bier

90 Gramm Vollkorn täglich, reduzieren das Risiko für Darmkrebs um 17 Prozent
Die aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass der tägliche Verzehr von etwa drei Portionen (90 Gramm) Vollkorn das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, um 17 Prozent verringert. Die bisherigen Hinweise deuten darauf hin, dass Lebensmittel, welche reich an Fasern sind, ebenfalls das Risiko für Darmkrebs senken können, berichten die Forscher.

Körperliche Aktivität schützt vor Darmkrebs
Außerdem wirkt sich auch die körperliche Aktivität auf das Risiko für Darmkrebs aus. Wenn Menschen körperlich aktiver sind, haben sie dadurch ein geringeres Risiko an Darmkrebs zu erkranken, verglichen mit körperlich weniger aktiven Menschen, erklären die Wissenschaftler. Dieses verminderte Risiko galt laut Aussage der Forscher für Dickdarmkarzinome, aber nicht für Rektumkarzinome.

Viele Fälle von Darmkrebs durch eine Umstellung des Lebensstils verhinderbar
Alleine in den USA werden schätzungsweise jeden Tag 371 Fälle von Darmkrebs diagnostiziert. Das American Institute for Cancer Research nimmt an, dass pro Jahr 47 Prozent der Darmkrebsfälle in den USA durch gesunde Veränderungen des Lebensstils verhindert werden könnten.

Fisch, Orangen, Erdbeeren und Spinat schützen vor Darmkrebs
Die Studie fand noch andere Verbindungen zwischen der Ernährung und dem Risiko für Darmkrebs. Es gab beispielsweise bisher nur wenige Hinweise darauf, dass das Risiko für Darmkrebs mit einer niedrigen Aufnahme von nicht-stärkehaltigem Obst und Gemüse zunimmt. Wenn Menschen weniger als 100 Gramm pro Tag zu aufnehmen, steigt dadurch das Risiko, sagen die Experten. Zudem gab es weitere Lebensmittel, welche das Risiko für Darmkrebs senken konnten. Zu diesen gehören laut Aussage der Forscher beispielsweise Fisch und Lebensmittel mit viel Vitamin C wie Orangen, Erdbeeren und Spinat. Wenn es um Krebs geht, gibt es keine Garantien, aber einige Entscheidungen im Lebensstil können das Risiko für kolorektalen und anderen Krebsarten zu senken, erklären die Experten. (as)