Studien: Vibrationstraining kann bei Übergewicht und Fettleibigkeit helfen

Alexander Stindt
Studie untersucht an Mäusen die Auswirkungen von Übungen auf Vibrationsgeräten
Viele Menschen treiben Sport, um ihren Körper gesund und fit zu halten und die Entstehung von Übergewicht zu vermeiden. Forscher untersuchten jetzt, ob eine weniger anstrengende Form der Übung, welche sogenannte Vibrationsplatten nutzt, zu ähnlichen gesundheitlichen Vorteilen führt.

Die Wissenschaftler der Augusta University stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass die Nutzung von Vibrationsplatten oder sogenanntes Ganzkörper-Vibrationstraining die Vorteile einer regelmäßigen Bewegung bei Mäusen erreicht. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Endocrinology“.

Ist sogenanntes Ganzkörper-Vibrationstraining genau so wirksam bei der Bekämpfung der negativen Auswirkungen von Fettleibigkeit wie herkömmliches Training auf dem Laufband? Experten versuchten jetzt durch eine Studie diese Frage zu klären. (Bild: tortoon/fotolia.com)

Was ist Ganzkörper-Vibrationstraining?
Sogenanntes Ganzkörper-Vibrationstraining wird sitzend oder stehend auf Geräten mit einer Vibrationsplattform durchgeführt. Wenn die Maschine anfängt zu vibrieren, überträgt sie Energie an den Körper. Dadurch kontrahieren und entspannen sich die Muskeln der Betroffenen mehrmals pro Sekunde, sagen die Forscher.

Körperliche Aktivität reduziert negative metabolische Effekte
Viele Menschen finden es schwierig, regelmäßig zu trainieren. Durch den Bewegungsmangel steigt jedoch das Risiko für Fettleibigkeit und Diabetes, erläutern die Experten. Solche Erkrankungen können laut Aussage der Forscher auch das Risiko von Knochenbrüchen erhöhen. Körperliche Aktivität kann dazu beitragen, dieses Risiko zu verringern und die negativen metabolischen Effekte reduzieren.

Mehr zum Thema:

Vibrationstraining hilft gegen negative Folgen der Fettleibigkeit und Diabetes
Ganzkörper-Vibrationstraining kann die gesundheitlichen Vorteile regelmäßiger Bewegung für Muskeln und Knochen erreichen, zumindest bei Tests an Mäusen, sagen die Wissenschaftler. Unsere Studie zeigt, dass Ganzkörper-Vibrationstraining genauso effektiv sein kann wie normales Training, wenn es um die Bekämpfung von einigen der negativen Folgen von Fettleibigkeit und Diabetes geht, fügt Autorin Dr. Meghan E. McGee-Lawrence von der Augusta University hinzu.

Langfristiges Training scheint Knochenverlust zu verringern
Das Training auf Vibrationsgeräten war zwar nicht in der Lage, die Mängel in der Knochenmasse von fettleibigen Mäusen auszugleichen, aber es führte zu einer erhöhten Knochenbildung. Dies deutet darauf hin, dass längerfristige Behandlungen einen Knochenverlust aufhalten könnten, erklären die Wissenschaftler.

Mäuse wurden in drei Gruppen unterteilt
Für die Studie untersuchten die Forscher zwei Gruppen von fünf Wochen alten männlichen Mäusen. Eine Gruppe bestand dabei aus normalen Mäusen, während die andere Gruppe für das Hormon Leptin genetisch unempfänglich war. Dieses Hormon vermittelt nach dem Essen ein Gefühl der Sättigung, sagen die Experten. Mäuse aus beiden Gruppen wurden entweder einer sesshaften Gruppe-, einer Laufband-Übungsgruppe-, oder einer Vibrationsgerätegruppe zugeordnet.

Wie wurden die Mäuse genau trainiert?
Nach einer einwöchigen Periode der Eingewöhnung begannen die Mäuse ein zwölf-wöchiges Übungsprogramm. Eine Gruppe trainierte jeden Tag 20 Minuten auf Vibrationsgeräten bei einer Frequenz von 32 Hz. Mäuse in der Laufbandgruppe gingen 45 Minuten täglich auf einem Laufband mit einer leichten Neigung. Die dritte Gruppe führte keine Übungen durch, sagen die Mediziner. Die Mäuse wurden dann wöchentlich gewogen, um die Auswirkungen des Trainings zu beurteilen.

Auswirkungen des Trainings
Die genetisch-fettleibigen und diabetischen Mäuse zeigten ähnliche metabolische Vorteile durch die Übungen auf einem Laufband und das Training auf Vibrationsgeräten. Die fettleibigen Mäuse erzielten durch die Übungen einer höheren Gewichtsverlust als die sesshaften Mäuse, sagen die Autoren. Trotzdem blieben die trainierenden Mäuse schwerer als normale Mäuse. Das Training auf dem Laufband und auf Vibrationsgeräten erhöhte die Muskelmasse und die Insulinsensitivität bei den fettleibigen Mäusen.

Weitere Forschung ist nötig
Es gab allerdings keine signifikanten Auswirkungen auf junge gesunde Mäuse. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Vibrationsgerätetraining eine nützliche ergänzende Therapie zur Bekämpfung der metabolischen Dysfunktion bei Personen mit krankhafter Fettleibigkeit sein kann, sagen die Wissenschaftler. Diese Ergebnisse seien ermutigend. Da unsere Studie an Mäusen durchgeführt wurde, müssen die festgestellten Ergebnisse an Menschen streng überprüft werden, fügt Autorin Dr. McGee-Lawrence hinzu. (as)