Studien: Was ständiges Porno-Schauen bei Männern anrichtet

Zwar geben es die meisten nicht zu, doch der Konsum von Pornos ist weit verbreitet. Wissenschaftler haben nun untersucht, welche Auswirkungen Porno-Gucken auf Männer hat. (Bild: alphaspirit/fotolia.com)
Alfred Domke
Porno-Konsum von Männern: Auswirkungen auf das Sexleben untersucht
Obwohl die Pornoproduktion ein milliardenschweres Geschäft ist, gibt kaum jemand zu, sich diese Art von Filmen oder Magazine anzuschauen. Konsumenten stehen im Ruf, sexuell frustriert beziehungsweise abgestumpft zu sein. Stimmt das aber? Amerikanische Forscher haben die Auswirkungen häufigen Pornokonsums von Männern auf das Sexualleben untersucht.
Noch immer ein Tabu-Thema
Pornografie ist zwar bis heute für viele ein gesellschaftliches Tabu-Thema, doch die Pornobranche macht seit langem Milliardenumsätze und hat mit der Einführung des Internets ungeahnte Höhen erreicht. Früher mussten sich die Filme oder Magazine oft noch heimlich unter dem Ladentisch beschafft werden, heute sind sie einfach und diskret rund um die Uhr auf dem Computer verfügbar. Trotz alledem geben es Männer, die häufig Pornos gucken, in der Regel nicht zu. Schließlich gelten sie als sexuell frustriert oder gar verzweifelt. In den vergangenen Jahren haben sich verschiedene Wissenschaftlerteams mit dem Konsum von Pornos und dessen Auswirkungen beschäftigt. Aus manchen Ergebnissen kann der Schluss gezogen werden, besser nicht zu viel davon zu schauen.

Zwar geben es die meisten nicht zu, doch der Konsum von Pornos ist weit verbreitet. Wissenschaftler haben nun untersucht, welche Auswirkungen Porno-Gucken auf Männer hat. (Bild: alphaspirit/fotolia.com)
Zwar geben es die meisten nicht zu, doch der Konsum von Pornos ist weit verbreitet. Wissenschaftler haben nun untersucht, welche Auswirkungen Porno-Gucken auf Männer hat. (Bild: alphaspirit/fotolia.com)

Pornokonsum hat Auswirkungen auf das Gehirn
Wie deutsche Experten in der Vergangenheit feststellten, kann man womöglich dumm durch Pornos werden. So haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin gemeinsam mit Medizinern der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus vor einigen Jahren die Veränderungen des Gehirns infolge des Pornografie-Konsums untersucht. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „JAMA Psychiatry“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler berichteten damals, ihre Studie habe gezeigt, dass ein „Zusammenhang zwischen der Anzahl der Stunden, die die Probanden in der Woche mit pornografischem Material verbringen, und der Größe der grauen Substanz im gesamten Gehirn“ besteht.

Mehr Lust auf den Partner
Auf der anderen Seite des Atlantiks haben sich Wissenschaftler damit beschäftigt, ob Pornokonsum zu weniger Lust auf partnerschaftlichen Sex oder sogar Impotenz führen kann. Wie die Forscher der University of California in Los Angeles (USA) zusammen mit Kollegen der Concordia University in Montreal (Kanada) berichteten, gaben Probanden, die Pornos konsumieren an, mehr Lust auf ihre Partner zu empfinden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachmagazin „Journal of Sexual Medicine“ publiziert.

Sexsucht ist eine große Belastung
Die Studienautoren berichteten: „Diese Ergebnisse legen nahe, dass diejenigen, die mehr visuellen sexuellen Stimuli ausgesetzt sind, schlichtweg auch einen stärkeren Sexualtrieb haben.“ Demnach könnten Pornos keinen Mann zu einem Sexbessesenen machen, der es nicht schon sei. Interessant in diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse einer Untersuchung eines Forscherteams um Valerie Voon von der University of Cambridge (Großbritannien). Wie die Wissenschaftler im Fachjournal „PLOS ONE“ berichteten zeigten sie Versuchsteilnehmern, die unter Hypersexualität litten, ein paar kurze Sport- oder Pornovideos und überwachten gleichzeitig die Hirnaktivität der Probanden im funktionellen Magnetresonanztomografen (fMRI). Es zeigte sich, dass drei Hirnregionen bei Sexsüchtigen aktiver waren als bei den gesunden Versuchsteilnehmern. Den Experten zufolge belastet Sexsucht Menschen so stark wie Drogensucht. Laut Voon hätten die Probanden in vielerlei Hinsicht Ähnlichkeit zu Drogenabhängigen gezeigt. (ad)