Studie: Alkohol kann das Sterberisiko bei Alzheimer deutlich reduzieren

Fabian Peters
Moderater Alkoholkonsum führt zu einem geringeren Sterberisiko im Alzheimer-Frühstadium
Alkoholkonsum gilt allgemein als eher gesundheitsschädlich, doch sind vereinzelt auch positive Effekte des Alkoholkonsums nachgewiesen. So hatte beispielsweise eine Studie von Forschern der Wake Forest University aus dem Jahr 2009 gezeigt, dass moderater Alkoholkonsum das Risiko von Demenz deutlich reduzieren kann. In einer aktuellen Untersuchung fanden Wissenschaftler der Universität Kopenhagen nun heraus, dass bei moderatem Alkoholkonsum das Sterberisiko im frühen Stadium von Alzheimer zudem drastisch reduziert wird.

Die dänischen Forscher um Sine Berntsen von der Universität Kopenhagen nutzten für ihre Untersuchung die Daten von insgesamt 321 Probanden aus der Danish Alzheimer’s Intervention Study (DAISY), in der zahlreiche Faktoren zu der Gesundheit von Alzheimer-Patienten aus fünf verschiedenen Regionen Dänemarks über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren erfasst wurden. Begleitend machten die Teilnehmer auch Angaben zu ihrem durchschnittlichen täglichen Alkoholkonsum. Bei der Auswertung stellten Berntsen und Kollegen fest, dass mit einem moderaten Alkoholkonsum ein um 77 Prozent verringertes Sterberisiko bei den Alzheimer-Patienten einherging. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in dem Fachmagazin „BMJ Open“ veröffentlicht.

Moderater Alkoholkonsum kann das Sterberisiko im Frühstadium von Alzheimer deutlich reduzieren. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)
Moderater Alkoholkonsum kann das Sterberisiko im Frühstadium von Alzheimer deutlich reduzieren. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Anzahl der Drinks pro Tag mit Einfluss auf das Sterberisiko
Die Wissenschaftler unterteilten die Studienteilnehmer anhand ihres Alkoholkonsums in vier unterschiedliche Kategorien – kein Alkohol; einen bzw. weniger als einen Drink am Tag; zwei bis drei Drinks pro Tag; mehr als drei Drinks täglich. Als ein Drink wurde dabei eine Alkoholmenge von 12 Gramm beziehungsweise 15 Millilitern reinem Alkohol definiert. Die Studienteilnehmer mussten ihren Konsum selbst abschätzen und eine weitere Untergliederung nach den aufgenommenen alkoholischen Getränken erfolgte nicht. Von den Probanden waren laut Angaben der Forscher insgesamt acht Prozent abstinent, 71 Prozent tranken maximal einen Drink am Tag, 17 Prozent zwei bis drei Drinks und vier Prozent mehr als als drei Drinks täglich.

Sterberisiko um 77 Prozent reduziert
Der anschließende Vergleich des ermittelten Alkoholkonsums mit den verzeichneten Sterbefällen bei den Alzheimer-Patienten zeigte, dass der Konsum von zwei bis drei alkoholischen Getränken pro Tag mit einem deutlich verringerten Sterberisiko einherging (77 Prozent gegenüber Probanden mit maximal einem Drink pro Tag). Hingegen war die Sterblichkeit bei abstinenten Patienten oder bei Patienten mit einem Alkoholkonsum von mehr als drei Drinks täglich ungefähr genauso hoch, wie bei denjenigen mit maximal einem Drink am Tag, berichten Berntsen und Kollegen. Nun seien weitere Studien erforderlich, die diesen Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und dem Sterberisiko der Alzheimer-Patienten genauer analysieren, so das Fazit der Forscher. (fp)