Superlupe zur Untersuchung mariner Mikroorganismen

Fabian Peters

Meeresforscher gehen mit neuer Superlupe auf die Spur der Mikroorganismen

11.10.2012

Wissenschaftler am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sind fortan mit einer regelrechten Superlupe den kleinen organischen Partikeln und Organismen der Meere auf der Spur. Das neue „konfokale Laserrastermikroskop“ermöglicht den Forschern neue Einblicke in den marinen Mikrokosmos der Bakterien, einzelligen Algen und Ruderfußkrebsen, so die Mitteilung des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung.

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Die große Bedeutung kleiner organischer Partikel und Organismen für die Nahrungsnetze der Ozeane und den globalen Kohlenstoffkreislauf ist laut Aussage der Forscher seit längerem bekannt. „Doch im Detail sind viele der beteiligten Prozesse noch nicht verstanden“, erklärte Professor Dr. Anja Engel, Leiterin des Forschungsbereichs „Marine Biogeochemie“ am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Die organischen Partikel und kleinen Organismen wie zum Beispiel Bakterien, einzellige Algen und Ruderfußkrebse spielen laut Aussage der Expertin eine extrem wichtige Rolle „in den Nahrungsnetzen der Ozeane, bei der globalen Produktion von Sauerstoff oder bei der Bindung von Kohlenstoff.“ Mit Hilfe des neuen Spezialmikroskops könne ihre Bedeutung für die Stoff- und Energieflüsse in den Ozeanen künftig besser analysiert werden.

Spezialmikroskop ermöglicht neue Einblicke in organischen Kohlenstoffkreislauf der Ozeane
Das 200.000 Euro teure Konfokale Laserrastermikroskop kann „die untersuchten Strukturen mit einer Auflösung von wenigen hundert Nanometern detailliert dreidimensional“ darstellen, so die Mitteilung des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung. Das Mikroskop erzeuge scharfe und detaillierte Bilder von optischen Schnitten durch die Präparate, wobei aus einer Serie von Bildern präzise dreidimensionale Darstellungen“ angefertigt werden können, erklärt Dr. Jan Michels, Meeresbiologe am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Nutzen wollen die Wissenschaftler das Spezialmikroskop vorerst vor allem für die Analyse von sogenannten Gelpartikeln, die aus gelösten organischen Substanzen entstehen und eine wichtige Rolle im organischen Kohlenstoffkreislauf der Ozeane spielen, so die aktuelle Mitteilung.

Mariner Mikrokosmos unter der Lupe
Über die genaue Zusammensetzung und Verfügbarkeit der Gelpartikel sei erst wenig bekannt, erklärte Prof. Engel. Laut Aussage der Expertin wird es mit dem neuen Mikroskop in Zukunft jedoch „möglich sein, die Struktur, die biochemische Zusammensetzung und die mikrobielle Besiedlung einzelner Gelpartikel direkt zu untersuchen.“ Auf diese Weise können die Forscher weiter als bisher in den marinen Mikrokosmos vordringen, erläuterte Prof. Engel.Auch biete das neue Mikroskop neben der Untersuchung von Gelpartikeln Möglichkeiten viele weitere Fragen zur marinen Mikrowelt zu bearbeiten. „Je mehr wir über die marinen Mikroorganismen erfahren, desto mehr erkennen wir, welche Bedeutung sie für das Klima und die Gesundheit der Ozeane, und damit letztendlich auch für uns Menschen haben“, betonte die Leiterin des Forschungsbereichs „Marine Biogeochemie“ am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

Die Anschaffungskosten von rund 200.000 Euro für das neue Spezialmikroskop wurden aus einer Zuwendung der Helmholtz-Gemeinschaft für exzellente Wissenschaftlerinnen an Professorin Engel finanziert. (fp)

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de