Lebensmittelallergien: Das sind eindeutige Symptome einer Lebensmittelallergie

Fabian Peters
Wenn Essen krank macht – Mysteriöse Weizen-Allergie nimmt zu
Die Zahl der Menschen, die von Lebensmittelallergien betroffen sind, nimmt zu. Darüber informiert der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) im Vorfeld des Lebensmittelallergietages am 21. Juni. Häufig sei es nicht leicht, dass entsprechende Allergen ausfindig zu machen, berichten die DAAB-Experten im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“. Mittlerweile leiden rund drei Prozent der Erwachsenen und etwa sechs Prozent der Kinder an einer Nahrungsmittelallergie. Hauptauslöser von Allergien und Unverträglichkeiten sind glutenhaltige Getreide, Milch, Eier, Fische, Nüsse, Soja, Sellerie oder Sulfite.

Warum leiden immer mehr Menschen an einer Lebensmittelallergie?
Eine Frau bekam immer wieder rote, juckende Quaddeln auf der Haut, wenn sie in einem Restaurant essen ging. Allergietest beim Facharzt verliefen ergebnislos. „Und dann ging es irgendwann auch zu Hause los, dass sie gequaddelt hat“, berichtet Sonja Lämmel vom DAAB in Mönchengladbach. „Da war Detektivarbeit angesagt.“ Die Ernährungsfachkraft rätselte hin und her bis sie endlich die Lösung fand: Die Frau litt an einer pseudoallergischen Reaktion auf Zusatzstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker. Eine gezielte Provokation in einer Fachklinik bestätigte den Verdacht. Da die Frau ihre Schwiegermutter pflegte und deshalb wenig Zeit hatte, aß sie häufig Fertigprodukte und Tütensuppen, die meist reichlich Zusatzstoffe enthalten. So erklärten sich auch der Ausschlag nach Gaststättenbesuchen. Lämmel zufolge sind solche Leidensgeschichten keine Seltenheit.

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Experten melden eine deutliche Zunahme der Lebensmittelallergien in Deutschland. (Bild: pholidito/fotolia.com)

Nach Angaben des DAAD nimmt die Zahl der Allergien seit vielen Jahren zu. Dr. Stephan Meller, Allergologe und Oberarzt in der Düsseldorfer Universitätsklinik, weist im Gespräch mit der Nachrichtenagentur darauf hin, dass es dafür mehrere Gründe gibt. So spielten unsere Umwelt, Ernährungs- und auch Vermeidungsgewohnheiten eine wesentliche Rolle.

Lose Lebensmittel häufig noch nicht ausreichend mit Allergie-Hinweisen gekennzeichnet
Die Suche nach dem allergieauslösenden Stoff ist oft schwierig. Dabei haben die Betroffenen nur eine Möglichkeit, ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen: „Das einzig Wirksame ist, dass der Patient weiß, wogegen er allergisch reagiert und dieses Lebensmittel konsequent meidet“, so Lämmel. Problematisch ist jedoch, dass nicht immer der entsprechende Stoff auch auf jeder Lebensmittelverpackung und für lose Ware deklariert ist. Zwar ist seit Dezember 2014 die Ausweisung der Hauptauslöser von Allergien und Unverträglichkeiten für unter anderem glutenhaltige Getreide, Milch, Eier, Fische, Nüsse, Soja, Sellerie oder Sulfite besser geregelt, bei loser Ware vom Bäcker oder Metzger scheint das jedoch schwieriger zu sein. Zwar muss auch lose Ware entsprechend gekennzeichnet werden, jedoch halten sich einige Betriebe noch nicht daran. „Das ist eine Katastrophe für Allergiker“, mahnt Andrea Wallrafen, Geschäftsführerin des DAAB.

Allergische Reaktionen auf Lebensmittel treten mit ganz unterschiedlichen Symptomen zutage. Sie können sich unter anderem durch Jucken, Rötungen und Quaddeln auf der Haut, aber auch durch Niesattacken und Schnupfen, Husten und Atemnot sowie durch Magen-Darm-Beschweren wie Durchfall oder Übelkeit und Erbrechen bemerkbar machen. Im schlimmsten Fall kommt es zum sogenannten anaphylaktischen Schock, bei dem lebensbedrohliches Kreislaufversagen droht.

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Neue mysteriöse Weizen-Allergie
Vor etwa drei Jahren sei eine neue mysteriöse Weizen-Allergie aufgetreten, die sich vor allem in Verbindung mit körperlicher Anstrengung bemerkbar mache, berichtet Lämmel. Seitdem werden immer mehr Fälle registriert. Anstrengung, bestimmte Medikamente oder Alkohol können dabei als Trigger wirken. Meist seien junge Leute von der Weizen-Allergie betroffen, so die Expertin.

„Jemand isst ein Brötchen und treibt dann Sport, das kann dann eine extreme Reaktion zur Folge haben“, berichtet Meller. Er wird im Schnitt dreimal im Monat mit solchen Fällen konfrontiert.

Ärzte bezeichnen das Phänomen als „WDEIA“ (Wheat Dependent Exercise Induced Anaphylaxis), ein ernährungsbedingter, durch Anstrengung hervorgerufener, allergischer Schock. Meist glauben die Patienten zunächst nicht an die Diagnose Weizen-Allergie. „Nee, den hab ich ja gestern noch vertragen“, zitiert Meller seine Patienten. „Es ist ein Puzzlespiel.“

Der DAAD bietet auf seiner Internetseite „daab.de“ umfangreiche Informationen rund um das Thema Lebensmittelallergien. Mitglieder können zudem spezielle Broschüren und Infomaterialien wie ein Ernährungssymptom-Tagebuch oder Informationen für Reisen ins Ausland erhalten. (ag)