Tai Chi verbessert Wohlbefinden bei Herzleiden

Sebastian

Tai Chi verbessert das emotionale Wohlbefinden bei Herzleiden

26.04.2011

Laut einer US-amerikanischen Studie verbessern regelmäßig durchgeführte Tai-Chi-Übungen das allgemeine Wohlbefinden von Herz-Kreislauf-Patienten. Das ergab eine wissenschaftliche Studie, deren Ergebnisse aktuell im Wissenschaftsmagazin "Archives of Internal Medicine" veröffentlicht wurden.

Mehr zum Thema:

Tai Chi verbessert Lebensqualität
Laut einer Studie der Harvard University können Herzpatienten zum Beispiel nach einem Herzinfarkt ihre Lebensqualität mit Hilfe der asiatischen Kampfkunst Tai-Chi (Tàijíquán) entscheidend verbessern. Um einen solchen Effekt zu bewirken, reiche es aus zwei mal in der Woche an einem einstündigen Gruppenkurs teilzunehmen. Durch die kontinuierliche Teilnahme konnte bei den Probanden eine deutliche Stimmungsaufhellung sowie eine Steigerung des allgemeinen Selbstbewusstseins festgestellt werden, wie es in dem heute veröffentlichten Studienbericht heißt. Beteiligt an der Studien waren insgesamt 100 Personen mit einer systolischen Herzinsuffizienz mit überwiegend im funktionellen NYHA-Stadium II.

Tai Chi mit besseren Ergebnissen als konventionelle Herz-Kreislauf-Übungen
In der Studie verglichen die Forscher die Daten von 50 Herzpatienten, die regelmäßig an Tai-Chi-Kursen teilnahmen mit denen, die konventionelle Herz-Kreislauf-Übungen absolvierten. Zwar konnten bei beiden Teilnehmergruppen kein Unterschied beim Transport des Sauerstoffs im Blut festgestellt werden, allerdings zeigten nach Beendigung der Studienzeit die Teilnehmer des Tai-Chi-Kurses gegenüber des kardiologisches Seminars ein deutlich gesteigertes emotionales Wohlbefinden. Die Studienleiterin Dr. Gloria Yeh von der medizinischen Fakultät in Harvard resümierte, dass sich Tai Chi als „sichere Alternative“ zu den herkömmlichen Bewegungsangeboten für Herzkranke anbietet. Daher könne die Teilnahme für Patienten mit Herzleiden empfohlen werden.

Asiatische Kampfkunst Taijiquan
Im Ursprung war Taijiquan eine sogenannte innere Kampfkunst für den bewaffneten oder unbewaffneten Nahkampf. In der jüngeren Zeit wird Tai Chi vor allem als Meditations- und Bewegungslehre betrachtet, die einerseits die Gesundheit fördert und zum anderen der positiven Persönlichkeitsentwicklung dient. Einzelne klinische Untersuchungen der westlichen Schulmedizin haben gezeigt, dass das regelmäßiges Praktizieren von Tai Chi zahlreiche positive Auswirkungen der physischen und psychischen Gesundheit hat. So können die in Regelmäßigkeit angewandten Übungen das Herz-Kreislauf-System stärken, das Immunsystem widerständiger machen, die allgemeine Körperkontrolle stärken und die Beweglichkeit des Körpers fördern. In Deutschland findet sich beinahe in jeder größeren Stadt eine Tai-Chi-Schule. (sb)