Tausende Australier müssen nach einer Zahn-OP zum AIDS-Test

Fabian Peters
Erhöhtes Risiko für HIV und Hepatitis nach Zahnarzt-Besuch
Im australischen Sydney könnten mindestens 11.000 Patienten bei zahnärztlichen Operationen mit HIV oder Hepatitis angesteckt worden sein. Der Grund für das erhöhte Risiko sind offenbar grobe Mängel bei der Hygiene. Wie die französische Nachrichtenagentur „AFP“ berichtet, würden die Vorwürfe gegen insgesamt zwölf Zahnärzte gerichtet, sechs seien bereits suspendiert.

Mehrere Zahnarzt-Praxen in Sydney verstoßen gegen Hygienevorschriften
Für mehr als 11.000 Patienten aus Sydney besteht derzeit das Risiko, sich bei einer zahnärztlichen Behandlung mit HIV oder Hepatitis angesteckt zu haben. Schuld daran seien laut der französischen Nachrichtenagentur „AFP“ nicht ausreichend gereinigte und sterilisierte Behandlungsgeräte. Demnach würde zwölf Zahnärzten aus vier Praxen in Sydney Verstöße gegen Hygienevorschriften vorgeworfen, so die AFP mit Bezug auf den Leiter der Gesundheitsbehörde des Bundesstaates New South Wales, Jeremy McAnulty.

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Zahlreiche Patienten in Australien müssen nach einer Zahn-OP zum HIV-Test. (Bild: Christoph Hähnel/fotolia.com)

Aufgrund der mangelnden Hygiene während der Zahn-OPs seien die betroffenen Patienten nun aufgerufen, sich einem HIV und Hepatitis A, B und C-Test zu unterziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt gäbe es jedoch laut McAnulty noch keinen Hinweis auf eine tatsächliche Ansteckung: „Wir sind hoffnungsvoll, dass es keine Ansteckungen gibt und das angenommene Risiko gering ist, aber es ist für die Leute am besten, wenn sie ihren Zustand kennen, denn es gibt Behandlungen für Infektionen“, zitiert die AFP den Leiter der Gesundheitsbehörde.

Sechs Ärzte bereits suspendiert
Der Fall war bereits im November angestoßen worden, nachdem es nach einer Beschwerde über eine Behandlung zu einer nachfolgenden Untersuchung kam. Diese hätte schließlich „bedeutende Verstöße gegen die Hygienevorschriften ans Licht“ gebracht, berichtet Shane Fryer von der Zahnärztekammer von New South Wales gegenüber der AFP. Dementsprechend seien bislang bereits sechs Zahnärzte suspendiert, in sechs weiteren Fällen sei die Approbation außerdem mit Auflagen verknüpft worden.

„Während wir glauben, dass die überwiegende Mehrheit der Zahnärzte in New South Wales den Richtlinien entsprechen, erkennen wir nun, dass es eine Notwendigkeit für eine intensivere Ausbildung innerhalb des Berufsstandes gibt. Zu diesem Zweck arbeitet die Zahnärztekammer mit unseren Stakeholdern zusammen, um das Wissen zu verbessern und ein Verständnis für unsere Leitlinien zu schaffen, welche die Infektionskontrolle beinhaltet „, zitiert „The Guardian“ Shane Fryer weiter. (nr)

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