TCM bei Morbus Crohn

Heilpraxisnet

Chinesische Medizin hilft dem Körper, bei Morbus Chron das Immunverhalten neu einzuüben

26.10.2013

Die Beschwerden beginnen schleichend und oftmals vergehen Monate oder Jahre bis Patienten einen Namen für ihr Leiden haben. Morbus Crohn gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Betroffene krümmen sich unter starken Bauchkrämpfen, begleitet von zum Teil heftigem Durchfall, häufiger Übelkeit und Fieberschüben.

Später gelingt es vielen Patienten nicht mehr, am normalen Leben teilzunehmen: Häufige schmerzhafte Stuhlgänge am Tag, kaum zu ertragende Krämpfe und Kopfschmerzen münden schließlich in völliger Entkräftung und Erschöpfung. Vor allem junge Menschen im Alter von zwanzig bis dreißig Jahren erkranken an Morbus Crohn. Die schulmedizinische Therapie erfolgt meist symptomorientiert: Während eines akuten Krankheitsschubs setzt sie auf Medikamente wie Kortison oder Entzündungshemmer. Später gibt es aus schulmedizinischer Sicht nur unbefriedigende Lösungen: Chemotherapie und Operationen mit künstlichem Darmausgang. Da nach chinesischer Sicht dem Morbus Crohn eine Fehlsteuerung des Immunsystems zugrunde liegt, verfolgt sie einen ursachenorientierten Ansatz in der Behandlung.

„Ursachen des Morbus Crohn sind für uns sogenannte Entzündungen am falschen Ort‘“, legt Dr. Christian Schmincke, TCM-Experte und Leiter der Klinik am Steigerwald, dar. „Das Immunsystem des Patienten hat ein falsches Funktionsschema abgespeichert. Bei Infekten, Vergiftungen oder psychischen Belastungen bleiben dann im Körper nicht ausgeheilte Reste, also Entzündungspotenziale, die den Darm belasten, zurück.“ Wenn diese falsche Reaktion über viele Jahre hinweg stattfindet, genügen meist minimale Infekte, um den nächsten Entzündungsschub des Morbus Crohns auszulösen. „Diese fehlgeleiteten, gewohnheitsmäßig ablaufenden Immunreaktionen müssen wir in der chinesischen Therapie wieder ordnen, sodass künftige seelische und körperliche Belastungen adäquat abgefangen werden“, erklärt Dr. Schmincke. „Vor allem die chinesische Arzneitherapie hilft dem Körper, das Immunverhalten neu einzuüben.“

Die Arzneitherapie benötigt vor allem eine individuell differenzierende chinesische Diagnose. Danach werden Rezepturen aus Pflanzen und Pflanzenteilen verordnet, seltener auch mineralische Naturstoffe oder tierische Bestandteile. Häufigste Zubereitungsform der Arzneimittel ist die Abkochung, das sogenannte Dekokt. Dazu werden die Wirkstoffe etwa eine halbe Stunde lang gekocht, also dekoktiert, und vom Patienten über den Tag verteilt in kleinen Schlucken zu sich genommen. Unterstützend wirken Akupunktur und manuelle Methoden, wie Shiatsu, Tuina-Massage, Cranio-Sacral-Therapie oder Psychotonik. Solche Verfahren helfen einerseits gegen Schmerzen, die bei Darmentzündungen häufig auftreten, andererseits haben sie auch eine immunregulierende Wirkung. Nach einer Akupunkturbehandlung zum Beispiel beruhigt sich die Darmfunktion und die Anzahl der Stuhlentleerungen lässt nach. Auch Qigong hat positive Auswirkungen auf Schmerzen, innere Spannungszustände und stabilisiert die Immuntätigkeit. Letzte Säule der Therapie ist Ernährungslehre nach chinesischen Grundsätzen. Um entzündliche Potenziale abzubauen, eignet sich gemüsereiche Kost mit möglichst wenig tierischem Eiweiß. (pm)

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