Techniker Krankenkasse TK will Zusatzbeiträge anheben

Sebastian
Die Krankenkassenbeiträge steigen wieder an. Die lange vorhergesagte Erhöhung wurde erst kürzlich von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bestätigt. Nun hat die größte Krankenkasse in Deutschland bekannt gegeben, den Zusatzbeitrag ab kommenden Jahr anzuheben.
Größte Kasse erhöht Zusatzbeitrag
Dass die Krankenkassenbeiträge ansteigen sollen, hatten Gesundheitsexperten schon seit Monaten prognostiziert. Nun hat die Techniker Krankenkasse (TK), die größte Kasse in Deutschland, für das kommende Jahr eine Beitragserhöhung angekündigt. TK-Chef Jens Baas sagte gegenüber der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (RP): „Auch wir werden unseren Zusatzbeitrag anheben müssen, weil wir seriös finanziert bleiben und nicht unsere Rücklagen antasten wollen.“ Ursache dafür seien die anhaltend steigenden Gesundheitskosten.

Techniker Krankenkasse will Zusatzbeiträge erheben. Bild: DOC RABE Media - fotolia
Techniker Krankenkasse will Zusatzbeiträge erheben. Bild: DOC RABE Media – fotolia

TK will unter dem Durchschnitt bleiben
Erst vor wenigen Wochen berichtete die TK in einer Pressemitteilung: „Bei der Techniker Krankenkasse läuft derzeit die Haushaltsplanung für das Jahr 2016, die auch die Kalkulation des individuellen Zusatzbeitrags umfasst. Wir streben an, auch weiterhin unter dem Durchschnitt zu bleiben. Die Entscheidung trifft der Verwaltungsrat am 11. Dezember 2015.“ Baas erläuterte nun in der RP: „Derzeit nehmen wir 0,8 Prozent. Und wir arbeiten hart daran, auch unter dem neuen Branchendurchschnitt zu bleiben.“

Arbeitgeberanteil könnte wieder angehoben werden
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer alleine tragen müssen, im kommenden Jahr von 0,9 auf 1,1 Prozent, der durchschnittliche Gesamtbeitrag somit von 15,5 auf 15,7 Prozent. Der TK-Chef erwartet, dass der Gesetzgeber auch den Arbeitgeber-Anteil wieder anheben wird, der derzeit bei 7,3 Prozent eingefroren ist. „Es ist nicht realistisch, dass auf Dauer allein die Arbeitnehmer den Kostenanstieg finanzieren. Spätestens 2017, im Jahr der Bundestagswahl, wird diese Diskussion Fahrt aufnehmen“, so Baas. (ad)