Teenager an Meningitis verstorben – Möglicherweise noch mehr Schüler infiziert

Alfred Domke
15-jähriger Schüler an übertragbarer Meningitis gestorben
In Mönchengladbach ist in der Nacht auf Freitag ein 15-jähriger Junge an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Möglicherweise haben sich auch andere Schüler angesteckt. Personen, die mit dem Jugendlichen Kontakt hatten, sollten sich unbedingt im örtlichen Krankenhaus melden.

Teenager an Meningokokken-Infektion gestorben
Medienberichten zufolge ist in der Nacht auf Freitag ein 15-jähriger Junge in Mönchengladbach an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Es handelt sich dabei um „eine schwere Erkrankung, die innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann“, heißt es in einer Bürgerinformation, die vom örtlichen Gesundheitsamt veröffentlicht wurde. Da die Krankheit ansteckend ist, sollten sich Personen, die mit dem Teenager Kontakt hatten, im Krankenhaus melden.

In Mönchengladbach ist ein 15- jähriger Schüler an einer Meningokokken-Infektion gestorben. Möglicherweise haben sich auch andere Personen angesteckt. Bei entsprechenden Symptomen wird daher der umgehende Gang ins Krankenhaus empfohlen. (Bild: k_rahn/fotolia.com)

Blutvergiftung durch bakterielle Hirnhautentzündung
„Die gesamte Schulgemeinschaft ist zutiefst erschüttert über die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres Schülers Lukas Jansen“, schreibt die Realschule Wickrath (Ortsteil von Mönchengladbach) auf ihrer Webseite.

„Lukas starb an einer Blutvergiftung, deren Ursache eine bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis) war“, heißt es dort weiter.

Die Schule bittet als Vorsichtsmaßnahme darum, Folgendes zu beachten:

„Eltern von Kindern, die mit Lukas in den letzten zehn Tagen direkten Kontakt hatten, sollten sich auf der Kinderstation des Elisabethkrankenhauses melden. Hier können Sie sich bezüglich der Antibiotikaprophylaxe beraten lassen und ggf. ein entsprechendes Medikament erhalten.“

Übertragung per Tröpfchen- oder Schmierinfektion
Meningokokken werden am häufigsten als Tröpfcheninfektion übertragen. Die Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen befinden, gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinen Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum in die Luft und können aus kurzer Entfernung eingeatmet werden.

Zudem können die Erreger auch bei engem Kontakt mit Erkrankten als Schmierinfektion übertragen werden, beispielsweise durch Berührung des Nasensekrets. Außerhalb des Körpers sterben die Bakterien schnell ab.

Laut der Bürgerinformation, die sich unter anderem auf Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stützt, können zwei Verlaufsformen der Meningokokken-Erkrankung einzeln oder zusammen auftreten:

In etwa zwei Dritteln aller Fälle äußert sich die Erkrankung als Hirnhautentzündung. In etwa einem Drittel der Fälle als Blutvergiftung. Der Krankheitsbeginn ist meistens sehr plötzlich und schnell fortschreitend.

Bei Symptomen schnell ins Krankenhaus
Die Schule des Verstorbenen weist darauf hin, dass bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Übelkeit der umgehende Besuch der Kinderstation im Elisabethkrankenhaus dringend zu empfehlen ist.

Weitere Beschwerden einer Hirnhautentzündung sind unter anderem Fieber, Lichtempfindlichkeit, Schüttelfrost und eine getrübte Bewusstseinslage, wie zum Beispiel eine starke Schläfrigkeit oder Benommenheit.

An einer Meningokokken-Infektion kann grundsätzlich jeder erkranken. Am häufigsten trifft es jedoch Säuglinge im ersten Lebensjahr, Kleinkinder oder Jugendliche.

„Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 4 Tage, sie kann allerdings auch zwischen 2 und 10 Tagen liegen“, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI).

Bereits bei Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion müssen Erkrankte sofort ins Krankenhaus! Die Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Seit einigen Jahren steht eine Impfung gegen die tödliche Erkrankung zur Verfügung. (ad)