Teenager-Beziehungen: Psycho-Gewalt statt Liebe

Heilpraxisnet

Beziehungen unter Teenagern – Es herrscht Psycho-Druck statt Romantik

05.11.2013

Laut einer einer Studie haben über 60 Prozent der Jugendlichen belastende Erfahrungen in ihrer ersten Liebesbeziehung gemacht. Zu den negativen Erfahrungen gehören auch körperliche oder sexuelle Gewalt. Dabei haben in der Altersgruppe zwischen 14 bis 17 Jahren ungefähr 66 Prozent der Mädchen und rund 60 Prozent der befragten Jungen mindestens einmal psychische oder körperliche Gewalt erfahren. Zu diesen erschreckenden Ergebnissen kam ein Projekt der Hochschule Fulda.

Die Untersuchung aus Hessen wurde deutschlandweit zu ersten Mal durchgeführt. Insgesamt wurden 509 Jungen und Mädchen aus zehn Schulen befragt. Erschreckend ist, dass demnach jedes vierte Mädchen (26 Prozent) sexuelle Gewalt in einer Beziehung bereits erfahren hat. Bei den Jungen gaben das knapp 13 Prozent an. Schaut man sich die Angaben zu körperlicher Gewalt an, stellt man fest, das jeder zehnte Befragte davon berichtete. Dabei spielte das Geschlecht keine entscheidende Rolle.

Schon verbale Aggression hat negative Auswirkungen
Auffällig ist, dass vor allem vermehrt diejenigen betroffen sind, die in ihrem häuslichen Umfeld bereits Gewalterfahrungen in der Vergangenheit machten. Dass Gewalt in Teenager-Beziehungen so häufig anzutreffen ist, wurde nicht erwartet. „Will man die weitere Chronifizierung von Gewalt verhindern, müssen Jugendliche lernen, wie man bei Dates oder in Beziehungen respektvoll miteinander umgeht“, rät die Projektleiterin und Pädagogin, Beate Blättner von der Hochschule Fulda.

Belastende Auswirkungen können schon bei einfacher Kontrolle durch den Partner entstehen. Erst recht wirken sich verbale Aggressionen, Zwang und Drohungen negativ aus. Dies kann so weit gehen, dass der Gesundheitszustand, die psychische Stimmung und das Ess- und Trinkverhalten krankhaft beeinträchtigt werden. In den schlimmsten Fällen gab es sogar Suizid-Gedanken, teilte Blättner in einem Interview mit dem Sender „Deutschlandradio“ mit.

Für das Land Hessen war eine bereits 2009 veröffentlichte Studie aus Großbritannien zu der Thematik der Grund finanzielle Mittel für die Untersuchung bereit zu stellen. Dort haben 80 Prozent der Mädchen und und 51 Prozent der Jungen von emotionaler Gewalt berichtet. (fr)

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