Temperatursturz: Wetterwechsel hat größeren Einfluss auf das Schlaganfall-Risiko

Fabian Peters
Wetterwechsel: Temperaturstürze erhöhen Schlaganfall-Risiko
Dass Bluthochdruck, Übergewicht oder Rauchen Faktoren sind, die das Schlaganfall-Risiko erhöhen, ist lange bekannt. Deutsche Forscher haben nun in einer Untersuchung herausgefunden, dass auch ein Wetterwechsel erheblichen Einfluss auf diese Gefahr hat. Demnach gibt es besonders nach Temperaturstürzen mehr Schlaganfälle.
Wetterwechsel hat Einfluss auf das Schlaganfall-Risiko
Bekannte Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind unter anderem bestimmte Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Herzkrankheiten. Zudem steigt die Gefahr bei übermäßigem Alkoholkonsum, Rauchen und Übergewicht. In den vergangenen Jahren konnten Wissenschaftler in Studien weitere Faktoren belegen. So zeigte erst kürzlich eine Studie aus den USA, dass ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko durch Passivrauchen besteht. Und ein internationales Forscherteam berichtete über ein hohes Schlaganfall-Risiko durch lange Arbeitszeiten. Auch ein Wetterwechsel hat erheblichen Einfluss auf das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, wie Forscher des Universitätsklinikums Jena nun feststellten. Demnach steigt die Gefahr besonders nach Temperaturstürzen.

Plötzliche Temperaturstürze erhöhen das Risiko eines Schlaganfalls. (Bild: rsooll/fotolia.com)
Plötzliche Temperaturstürze erhöhen das Risiko eines Schlaganfalls. (Bild: rsooll/fotolia.com)

Bei Kälte besteht erhöhte Gefahr
Den Wissenschaftlern zufolge erhöhe sich das Schlaganfall-Risiko bei einem Temperaturabfall um je etwa drei Grad Celsius um elf Prozent berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Bei Risikopatienten könne sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei Wetterwechsel teilweise sogar vervierfachen. Gefährdet seien insbesondere Patienten mit Diabetes oder Arterienverkalkung. Bei niedrigen Außentemperaturen ziehen sich die Blutgefäße im Körper zusammen, um vor dem Auskühlen zu schützen. Schon frühere Untersuchungen zeigten, dass eine erhöhte Schlaganfall-Gefahr bei Kälte besteht.

Luftfeuchtigkeit und Luftdruck spielen ebenfalls eine Rolle
Wenn Blutgerinnsel, die sich im Herzen bilden, ins Gehirn gespült werden, können die verengten Blutgefäße leichter verschließen. Die Folge ist ein Schlaganfall. Nach Angaben der Experten sollten daher vor allem Risikopatienten typische Schlaganfall-Symptome erkennen. Zu diesen Warnzeichen gehören unter anderem ein einseitiges Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen, Verständnisstörungen, Schwindel oder schlagartige Kopfschmerzen. Die Wissenschaftler aus Thüringen identifizierten insgesamt drei entscheidende Einflussfaktoren für das Schlaganfall-Risiko: So begünstigen neben raschen Temperaturveränderungen auch schnelle Wechsel der Luftfeuchtigkeit sowie des Luftdrucks die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls. Die Forscher veröffentlichten die Studienergebnisse in der Fachzeitschrift „European Journal of Epidemiology“. (ad)