Test: Günstige Sonnencremes am Besten

Sebastian

Stiftung Warentest: Günstige Sonnencremes am Besten

23.06.2011

Die Stiftung Warentest hat zu Beginn der Sommerferienzeit verschiedene Sonnenschutzmittel, Sonnencremes sowie Gels getestet. Das Ergebnis lautete wie in den Jahren zuvor: Ein gesunder und schützender Sonnenschutz muss nicht teuer sein. Im Gegenteil, bei den Untersuchungen schnitten die günstigsten Produkte mitunter am Besten ab.

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Die Sommer und damit die Sonnenzeit steht bevor. Die meisten Familien haben bereits ihren Urlaub gebucht und die ersten beginnen damit, die Reiseapotheke zusammen zu stellen. Im Urlaub darf natürlich eine hochwertige Sonnenschutzcreme nicht fehlen. Die meisten Menschen gehen davon aus, dass „teuer“ auch gleich „gut“ bedeutet. Doch das ist ein Trugschluss der zwar den Geldbeutel belastet, aber die Haut nicht schont. Ganz im Gegenteil, manche teuren Produkte waren sogar gesundheitlich bedenklich. Guter Sonnenschutz muss eben nicht teuer sind, denn bei der Untersuchung der Stiftung Warentest landeten diese Erzeugnisse bisweilen auf den hinteren Plätzen und hielten sogar versprochene Wirkungsweisen nicht ein.

26 Sonnencremes im Test
Insgesamt hat die Stiftung Warentest 26 Sonnenschutzmittel mit mittlerem Sonnenschutzfaktor testen lassen. Jedes Produkt wies einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 auf. Insgesamt waren die Ergebnisse im Durchschnitt erfreulich. Einige Produkte mussten allerdings mit „mangelhaft“ benotet werden. Bei vier Sonnencremes reichte der Sonnenschutzfaktor nicht aus. Hier wurden nach Angaben der Warentester die angegebenen Werte um mehr als 20 Prozent unterschritten. Ärgerlich, wenn man sich als Verbraucher auf den ausgeschriebenen Sonnenschutzfaktor verlässt und entsprechend das Sonnenbad genießt. Da die Angabe des Schutzfaktors aber unbedingt eingehalten werden muss, damit man als Verbraucher keinen akuten und für die Gesundheit gefährlichen Sonnenbrand erleidet, erhielt das Produkt „Clarins Sun Care Soothing Cream“ das Prädikat „mangelhaft“.

Nur wenige Sonnencremes waren wasserfest
Ein zweites wichtiges Kriterium ist im Badeurlaub die Wasserfestigkeit der Creme. Alle geprüften Hersteller teilten auf den Produktangaben mit, dass eine Wasserfestigkeit besteht. Obwohl die Herstellungsanforderungen für den Produzenten hierfür relativ gering sind, konnten nur 8 von 20 Mitteln die Mindestanforderungen bestehen.

Falsche Werbeversprechen auf den Verpackungen gesundheitsgefährdend
Einige Werbeversprechen auf den Produkten könnten sogar die Gesundheit massiv gefährden. So versprach ein Hersteller, dass ein einmaliges Auftragen den ganzen Tag schützen würde. Das ist äußerst fahrlässig und niemand sollte darauf vertrauen, warnt der Dermatologe Rose. „Wer sich ausreichend vor den schädlichen UV-Strahlungen schützen will, muss sich mindestens alle 2 Stunden mit einer hochwirksamen Sonnencreme gleichmäßig einschmieren“.

Überrascht waren die Tester der Stiftung Warentest über die Preisstruktur einzelner Produkte im Kontext der Wirksamkeit. Testsieger war nämlich eine kostengünstige Sonnenmilchcremes. Zum einen konnte die Sonnencreme von Rossmann für 1,50 Euro pro 100 Milliliter mit der Markenbezeichnung „Sun Ozon“ überzeugen. Ebenso sehr gut schnitt die teurere Creme von Nivea ab. Das transparente Spray mit der Bezeichnung „Nivea Sunn Light Feeling“ erhielt ebenso ein „sehr gut“. Ebenfalls gut schnitt das Sonnenschutzmittel „Sun Dance“ der Drogeriekette „dm“ ab. Auch dieses Produkt ist nicht nur wirksam, sondern auch mit zwei Euro je 100 ml sehr günstig. Das teuerste Produkt Lancaster Sun Sport Fast Dry Sonnenschutzgel für 36 Euro pro 100 Milliliter schnitt von allen überprüften Produkte am schlechtesten ab und erhielt nur die Note „befriedigend“.

Duftstoffe und Hormone
Neben der Stiftung Warentest überprüft auch Ökotest regelmäßig die Sonnencremes der Hersteller. Im letzten Jahr fiel dabei auf, dass viele Produkthersteller mineralische Filtersubstanzen verwenden. Experten vermuten, dass diese Substanzen ähnlich wie Hormone wirken. Erst im Jahre 2013 sind die Produzenten dazu verpflichtet, diese Substanz in den Inhaltsstoffen mit anzugeben. Ebenfalls als bedenklich stufte Ökotest enthaltene Duftstoffe ein. Diese könnten allergen wirken und damit Hautreizungen bei empfindlichen Menschen auslösen. Daher sollten Verbraucher möglichst auf Naturkosmetik ausweichen, da dort entsprechende Inhalts- und Wirkstoffe nicht enthalten sind. Eine aktuelle Testung für diese Jahr steht von Seiten Ökotest noch aus. (sb)