Tester: Zu viel Acrylamid in einem Großteil der Tiefkühlpommes

Fabian Peters
Viele Tiefkühlpommes mit Acrylamid belastet
Mehrfach gerieten Kartoffel-Produkte wie Chips oder Pommes in der Vergangenheit wegen ihres hohen Acrylamidgehaltes in die Kritik. Eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ zeigt, dass bei Tiefkühlpommes der Schadstoff Acrylamid immer noch ein Thema ist. Hinzu kommt eine mögliche Belastung mit bedenklichen Keimhemmern. Allerdings konnten immerhin acht von 19 getesteten Produkten mit „sehr gut“ oder „gut“ abschneiden.

Für die aktuelle Untersuchung hat das ÖKO-TEST-Magazin die Inhaltsstoffe von Tiefkühlpommes im Labor analysieren lassen. Das Ergebnis ist weiterhin bedenklich. Immer noch erreichen viele Produkte einen Acrylamidwert, der nach Auffassung von „Öko-Test“ zu hoch ist. Hinzu kam bei etlichen Produkten eine Belastung mit Keimhemmern. Positiv zu vermerken ist, dass immerhin acht Tiefkühlpommes-Marken ein „sehr gut“ oder „gut“ erhielten.

Bei einer Untersuchung von Tiefkühlpommes durch das Magazin "Öko-Test" wurde erneut ein hoher Acrylamidgehalt in vielen Produkten nachgewiesen. (Bild: pamela_d_mcadams/fotolia.com)
Bei einer Untersuchung von Tiefkühlpommes durch das Magazin „Öko-Test“ wurde erneut ein hoher Acrylamidgehalt in vielen Produkten nachgewiesen. (Bild: pamela_d_mcadams/fotolia.com)

Acrylamid ist krebserregend
„Leider ist der Schadstoff Acrylamid immer noch ein Thema“, resümiert „Öko-Test“ die Untersuchungsergebnisse. Der Schadstoff entsteht, „wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Kartoffeln gebacken, gebraten, frittiert oder geröstet werden“ und hat sich in Tierversuchen als Krebs auslösend und Erbgut schädigend erwiesen, berichtet das Magazin. Vergangenes Jahr erfolgte daher bereits eine ausdrückliche Warnung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor dem erhöhten Krebsrisiko durch Acrylamid in Lebensmitteln.

Mehr als die Hälfte der Produkte mit zu hohem Acrylamidwert?
Acrylamid wurde – mit Ausnahme von drei Marken – in allen getesteten Tiefkühlpommes nachgewiesen, wobei sich allerdings in acht Produkten bei der Laboranalyse nur Spuren des Schadstoffs feststellen ließen. Auch habe der Acrylamidwert bei allen getesteten Artikeln noch unter dem sogenannten Signalwert gelegen, berichten die Tester. Dieser ist nach Auffassung von „Öko-Test“ jedoch nicht als unbedenklich zu bewerten. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten daher trotzdem vorsichtig sein, rät das Magazin. Denn der Schadstoff stecke in zahlreichen Lebensmitteln, die täglich verzehrt werden, weshalb „nach Ansicht von „Öko-Test“ ein einzelnes Nahrungsmittel nicht mehr als zehn Mikrogramm Acrylamid enthalten“ sollte. Dieser Wert sei bei neun Tiefkühlpommes-Marken überschritten.

Chlorpropham in einem Großteil der Tiefkühlpommes
Zu kritisieren ist laut „Öko-Test“ darüber hinaus, dass in einigen Produkten Chlorpropham nachgewiesen wurde. Dies werde von konventionelle Landwirte oft als Keimhemmer eingesetzt. Der Stoff sei vermutlich krebserzeugend und nur die vier Bio-Produkte im Test kamen ohne Chlorpropham aus. Hier werde von den Bio-Landwirten versucht, die Keimbildung durch eine temperaturgesteuerte Lagerung zu verhindern.

Pommes nicht für den regelmäßigen Verzehr geeignet
„Öko-Test“ berichtet weiter, dass „zwei Hersteller den Fritten Glukose bzw. Dextrose zusetzen“, was für die Tester unverständlich bleibe, da der zusätzliche Zucker hier vollkommen unnötig sei. Immerhin knapp die Hälfte der untersuchten Marken ist nach den Kriterien von „Öko-Test“ jedoch durchaus zu empfehlen. Die Tiefkühlpommes zählen allerdings grundsätzlich „nicht gerade zu den gesündesten Mahlzeiten und sollten daher nicht jede Woche auf dem Speiseplan stehen“, so das Fazit der Tester. (fp)