Therapiehund hilft Patienten in der Psychiatrie

Heilpraxisnet

Tierischer Therapeut: Joschi hilft Patienten

10.02.2015

Schon seit langem ist bekannt, dass Haustiere als Seelentröster und Therapeuten hervorragende Dienste leisten. So werden etwa Hunde zu Therapiezwecken bei verschiedenen Erkrankungen wie Depressionen oder Demenz eingesetzt. In einer Berliner Psychiatrie arbeitet nun Labrador Joschi als tierischer Therapeut.

Helfer auf vier Pfoten
Tiere können einen enorm positiven Einfluss auf das Wohlergehen von Menschen haben. Auch als Helfer auf vier Pfoten sind sie seit längerem bekannt. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet hat nun auch die Psychiatrie der Vivantes-Kliniken in Berlin einen Therapie-Begleithund. Der braune Labrador Joschi arbeitet dort als tierischer Therapeut, auch in der geschlossenen Abteilung. Wenn der Hund morgens zur Arbeit will, legt er seine Dienstkleidung – ein leichtes Geschirr aus Stoff – Annika Jänsch schwanzwedelnd vor die Füße. Sobald es der Hund trägt, weiß er, dass der Job beginnt.

Team für tiergestützte Therapien
Die 29-jährige Ergotherapeutin Annika Jänsch arbeitet im Wenckebach-Klinikum im Stadtteil Tempelhof. Zusammen mit Joschi hat sie im Januar eine einjährige zusätzliche Ausbildung abgeschlossen und besitzt nun ein Zertifikat, dass die beiden ein Team für tiergestützte Therapien sind. Der dreijährige Hund musste für die Arbeit in der Psychiatrie viel lernen, vor allem Gelassenheit, egal was auch immer passiert. Laut dpa hat er für diese Eigenschaft gute Gene, da seine Eltern beide als Therapie-Begleithunde an der Charité ausgebildet worden sind.

Nur wenige „tierische Therapeuten“ in Berlin
„Tierische Therapeuten“ sind derzeit an Berliner Kliniken noch die Ausnahme. Jänsch sagte, dass es an den neun Vivantes-Kliniken gerade mal drei solcher Hunde gebe. Allerdings ist die Wirkung, die durch die Vierbeiner erreicht werden kann, bereits aus Altenheimen oder Demenz-Wohngemeinschaften gut bekannt. Dort sind sie eine willkommene Abwechslung für Patienten und verbessern die Stimmung. Frau Jänsch hat sich Joschi bereits als Welpen ausgesucht, da sie das Therapie-Konzept auch für die Psychiatrie überzeugend fand: Mit seinem Hundeblick kann Joschi Menschen erreichen, die sonst nicht gern Kontakte pflegen. Er darf in Ausnahmefällen sogar auf dem Bett liegen und sich an Patienten kuscheln, die sonst niemanden mehr haben. Wie die Therapeutin mitteilte, unterstützte die Klinik ihre Idee von Anfang an.

Ungewöhnliches Verhalten schreckt den Hund nicht ab
Gerade stubenrein, ist Joschi schon mit vier Monaten durch die Klinikflure getapst und hat sich an Krankenbetten, Rollstühle, Krücken und die verschiedenen Gerüche und Geräusche in einem Krankenhaus gewöhnt. Joschi „arbeitet“ – anders als Blindenhunde, die auf Herrchen oder Frauchen geprägt sind – mit allen Menschen, die dies möchten. „Dafür hat er einen siebten Sinn“, so Jänsch. Wie es heißt, macht der Labrador um Menschen, die angespannt oder ängstlich wirkten, rücksichtsvoll einen Bogen. Hingegen schreckten ihn schizophrene oder depressive Patienten, die Hunde mögen, oder ein eher ungewöhnliches Verhalten von Patienten nicht. Das Angebot, mit dem Hund zu spielen, ihn zu streicheln oder einfach nur anzuschauen gilt für alle Patienten der offenen und geschlossenen Psychiatrie-Stationen. Die Therapeutin kann sich vor Anfragen kaum retten. Die Geriatrie hat sich zwar auch gemeldet, aber Joschi soll für die psychisch Kranken da sein. Der Hund genießt seinen Feierabend, wenn Jänsch ihm abends sein Geschirr abnimmt. Sie sagte: „Er ist oft völlig k.o.“

Hunde sind gut für die menschliche Gesundheit
Aus gesundheitlichen Gründen gibt es aber noch viel mehr gute Beweggründe, sich mit Hunden zu umgeben. So seien die Vierbeiner ideale Bewegungstrainer, wie Gesundheitsexperten meinen. Da Hundebesitzer automatisch an ein Mindestmaß an Bewegung angehalten sind, sinkt dadurch statistisch bei ihnen das Risiko für Bluthochdruck und somit auch für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Zudem mindert der Umgang mit den Tieren Stress und Angst. Hunde können aber noch viel mehr. So hat sich in Studien gezeigt, dass sie mitunter Lungen- oder Darmkrebs erschnüffeln können. Speziell ausgebildete Diabetikerwarnhunde können zudem Unterzuckerung bei Menschen mit Diabetes erkennen. (ad)

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