Tipps im Umgang mit Spinalkanalstenose

Heilpraxisnet

Tipps im Umgang mit Spinalkanalstenose

27.06.2013

Je sommerlicher die Temperaturen, umso mehr Menschen zieht es nach draußen. So gehen etwa ein Viertel der Deutschen mehrmals wöchentlich spazieren. Doch einige unter ihnen fühlen sich zu Fuß unsicher und ermüden schnell beim Gehen. Häufiger Grund: Eine verschleißbedingte Einengung des Rückenmarks verursacht unerträgliche Schmerzen in Gesäß und Beinen und macht jeden Spaziergang zu einer Tortur. Betroffene können kaum 100 Meter am Stück gehen und legen Pausen ein, damit Beschwerden wieder nachlassen. Zwar lassen sich altersbedingte Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule nicht gänzlich vermeiden, doch kennt Dr. Thomas Bierstedt, Wirbelsäulenchirurg und Facharzt für Neurochirurgie aus dem Orthopädisch-Neurochirurgischen Zentrum in Datteln und Recklinghausen, hilfreiche Tipps, die schmerzhaften Folgen zumindest abmildern oder hinauszögern. Bei anhaltend starken Schmerzen und wenn konservative Maßnahmen keine Erleichterung bringen, sorgt die flexible Wirbelsäulenstabilisierung für dauerhafte Schmerzlinderung.

Immer in Bewegung bleiben
Bewegung ist das A und O, denn gerade bei Schonung droht eine Verschlimmerung der Beschwerden. „Konsequenzen mangelnder Muskelaktivität zeigen sich bereits innerhalb einer Woche“, weiß Dr. Bierstedt aus langjähriger Erfahrung. „Angemessene körperliche Belastung hingegen stärkt Rücken- und Bauchmuskulatur, welche die Wirbelsäule wie ein körpereigenes Korsett stützt.“ Bewegung lässt sich gut in den Alltag integrieren – schon durch regelmäßige Haltungswechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen bleibt der Rücken besser trainiert.

Sport, der den Druck nimmt
Sportarten, die mit leichter Rumpfvorneigung ausgeführt werden, lindern Beschwerden der Spinalkanalstenose, da sich hierbei der Wirbelkanal weitet und der Dauerdruck auf Nerven und Gefäße nachlässt. Dazu zählen beispielsweise Radfahren, Nordic Walking, Rudern, Segeln oder Schwimmen. „Regelmäßige Gymnastikübungen mit starker Vorneigung sorgen genauso für Erleichterung wie schnelles Gehen und Jogging“, erklärt der Wirbelsäulenchirurg.

Übergewicht vermeiden
Des Weiteren empfehlen Fachärzte, Überbelastungen durch starkes Übergewicht zu vermeiden, da Last und Körpergewicht die Wirbelgelenke verstärkt ineinander schieben. Dadurch drücken sie auf die Nerven und begünstigen Spinalkanalstenosen.

Lebensgewohnheiten überdenken
Grundsätzlich sollten Menschen mit Rückenproblemen ihre Lebensgewohnheiten überdenken und alte Bewegungsmuster ablegen. So führt bereits ein rückengerechtes Verhalten wie das Heben schwerer Lasten aus den Knien heraus zu einer Verringerung der Beschwerden.

Vor OP Zweitmeinung einholen
Bemerken Patienten erste Anzeichen einer Spinalkanalstenose wie Taubheitsgefühle, Schmerzen in Beinen und Lendenwirbelbereich oder im Gesäß, behandeln Fachärzte zunächst mit Hilfe konservativer Maßnahmen. Zeigen diese keine Wirkung, befreit eine operative Entlastung des Spinalkanals von den Beschwerden. „Betroffene sollten sich jedoch vor dem Eingriff ausführlich beraten lassen“, empfiehlt Dr. Bierstedt. „Häufig folgt einer umfangreichen Druckentlastung eine Versteifungs-OP. Doch stehen Patienten heute auch bewegungserhaltende Alternativen wie die flexible Wirbelsäulenstabilisierung zur Verfügung.“ Bei dieser Methode – auch bekannt als TOPS-System – erreichen Patienten dauerhafte Schmerzlinderung, ohne Verlust der Beweglichkeit.

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